Müssen Männerwelten Männerwelten bleiben?

Er:

Unbedingt! Es ist doch auf den ersten Blick klar, dass Männer und Frauen völlig unterschiedlich sind. Also müssen sie auch nicht alle immer das Gleiche können oder machen. Und zum Glück gibt es Männerwelten: Werkstätten, Fussballteams, Männerchöre. Dort ist Mann noch Mann. Da sind wir unter uns und müssen uns nicht erklären, nicht dauernd diskutieren oder uns rechtfertigen. Dafür können wir dort dumme Witze reissen, die Frauen garantiert nicht lustig finden, in aller Ruhe in eine Ecke starren oder lauthals falsch singen. Und das entspannt manchmal ungemein.

Sie:

Natürlich nicht! Wer entscheidet denn, was eine Männerwelt ist? Wichtig ist doch, wer wo Talent hat, wer was besser kann und lieber macht. Ich zum Beispiel repariere gerne Sachen und ich mag Autowerkstätten. Das interessiert mich mehr als Schneider. Er würde nie unser Auto putzen oder jemals in den Service bringen. Da denkt er gar nicht dran. Aber ich mache das. Und zwar gern. Und ich liebe den Geruch einer Autowerkstatt. Er nicht. Deshalb ist mir eigentlich überhaupt nicht klar, weshalb er sich dagegen wehrt, dass ich mich um das Auto kümmere. Er profitiert doch nur davon!

 

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Sie:

In Männerwelten müssten sich Männer nicht dauernd rechtfertigen, behauptet Schneider. Dann ist eine Männerwelt für ihn also eine Welt, in der keine Fragen gestellt werden, in der man vor sich hin werkeln kann, ohne je gestört zu werden. Das klingt gemütlich, aber auch langweilig. Denn eine Welt wird dann spannend, wenn sie mit Störungen umgehen kann. Und wenn eine Frau in einer Autowerkstatt für Schneider bereits die Männerwelt aus den Fugen stemmt, dann ist mir das nur Recht. Denn wäre ich nicht bereit, meine Welt mit seiner Welt zu mischen, sähe unser Auto wie ein Schrotthaufen aus.

Er:

Ich profitiere rein arbeitstechnisch davon, dass Schreiber unser Auto wartet. Aber trotzdem stört es mich, wenn sie Männerwelten für ihren Auftritt nutzt. Als ich einmal meine Kumpels zum Männerabend eingeladen habe, da wollte doch Schreiber tatsächlich für uns Männer kochen und mitessen. Ich erklärte nochmals, das sei ein Männerabend. Sie zuckte mit den Schultern und meinte: «Na, und, mit mir wird es noch lustiger.» Ja, vielleicht für die anderen, aber nicht für mich. Es bereichert, sich in verschiedenen Welten zu bewegen. Und davon profitiere ich deutlich mehr, als wenn ich immer alles mit Schreiber gemeinsam machen muss.

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