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Silvan Grütter
schreibt am 11.07.2017


Munteres Treiben

Als ich kürzlich in die Redaktion kam, spielte sich Ungewöhnliches ab.

Meine geschätzten Redaktionskollegen Eva Nydegger und Andreas W. Schmid – beide mir grundsätzlich als besonnene und kultivierte Menschen bekannt – waren aneinander geraten. Im allgemeinen Tumult hörte ich nur Wortfetzen, es ging um Bern und Basel – und ganz offenbar um nicht weniger als Gut und Böse.

Ich nahm an, dass es sich darum drehte, worum es sich fast immer dreht, wenn in der Schweiz zwei Menschen aus unterschiedlichen Kantonen aufeinandertreffen: Fussball oder Dialekte. Aber ich lag falsch. Eva Nydegger und Andreas W. Schmid waren wegen unserer Titelgeschichte «Alles im Fluss» in Rage geraten. Die Bernerin Nydegger beharrte darauf, dass das Schwimmen in der Aare mit nichts zu vergleichen sei. Der Basler Schmid konterte, dass ein Sprung in den Rhein die einzig wahre Freude sei.

Tatsächlich boomt das Flussbaden in der ganzen Schweiz. Tausende stürzen sich über Mittag, nach Feierabend oder an den Wochenenden in unsere fliessenden Gewässer. «Flussbaden ist zum Massenereignis geworden», sagt Flussexperte Ernst Bromeis. Der Bündner weiss, wovon er spricht: 2014 durchschwamm er den Rhein von der Quelle bis zur Mündung.

Den Disput zwischen Nydegger und Schmid beendete ich übrigens zügig: In der Limmat, sagte ich, schwimme es sich am schönsten, das wisse ja wohl jeder. Da waren sich beide Streithähne plötzlich einig: ganz sicher nicht!


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