Muss man Theater verstehen?

Sie:

Muss man natürlich nicht. Wenn man Kunst verstehen würde, könnte man ja nichts mehr aus sich heraus entwickeln, keine eigene Deutungen finden, nichts Neues erkennen. Nein: Kunst soll anstossen, Kunst soll Fragen stellen und verwirren. Spannend wird es doch, wenn wir auf die grossen Fragen unsere eigenen Antworten finden. Erst durch diese Auseinandersetzung können wir wachsen. Immer vorausgesetzt, dass man die Anlagen dazu in sich trägt.

Er:

Ganz ehrlich gesagt: Natürlich will ich verstehen, was mir geboten wird. Warum sonst sollte ich zwei Stunden meiner Aufmerksamkeit an eine Geschichte verschenken, deren Sinn mir nicht erschliesst? Soooo spannend finde ich es nicht, einem Mann in Unterhosen auf der Bühne zuzusehen, wenn ich nicht weiss, warum er sich ausgezogen hat. Vermutlich, weil er ganz auf sich selbst zurückgeworfen wird. Vielleicht aber auch nicht, egal. Nein! Eben nicht egal! Künstler sollen sich bemühen, eine Geschichte mit einer Logik zu erzählen, damit sie auch ein Normalsterblicher versteht.

 

Was ist Ihre Meinung dazu?

 ↩︎

Stimmen Sie ab:

Muss man Theater verstehen?

Bitte wählen Sie zuerst eine Antwort aus

Die Abstimmung ist beendet.

Er:

Kunst soll Fragen stellen... Ja, ja, das höre und lese ich immer wieder. Meine Ansicht läuft dem zuwider. Ich finde: Kunst soll Fragen beantworten. Fragen stellen erscheint mir nämlich viel einfacher, als Antworten zu finden. Und wenn etwas, das handwerklich durchaus grossartig ist, irgendwo im Universum verläuft, ganz ohne konkretes Ziel, ja, dann glaube ich, dass die Künstlerin oder der Künstler einfach keine Ahnung hat, wohin der Weg führt. So gesehen, denke ich manchmal, hat auch Schreiber durchaus das Zeug zur Künstlerin.

Sie:

Schneider findet, in Geschichten sollte eine Logik erkennbar sein. Das sagt er auch öfters zu mir, meist mit dem Zusatz, dass er in meinem Denken und Tun einfach keine Logik erkennen könnte. Tja, da stellt sich mir nun diese Frage: Wessen Problem ist das? Muss Kunst so simpel sein, damit der Betrachter, in diesem Fall Schneider, sie verstehen kann? Ich finde: Nein. Die Faszination des Rätselhaften macht Kunst – und auch eine Beziehung – spannend. So gesehen bin ich gerne kompliziert und unlogisch, wie Schneider behauptet. Aber dafür wenigstens ganz bestimmt nicht langweilig. Und das darf weder die Kunst noch eine Beziehung sein.

Wer konnte Sie überzeugen?

↩︎

Stimmen Sie ab:

Muss man Theater verstehen?

Bitte wählen Sie zuerst eine Antwort aus

Die Abstimmung ist beendet.

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?