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Neue Töne: Generationswechsel beim Nissan Leaf

Stromer Ausgereift sind sie längst. Woran es den Elektromobilen aber fehlt, ist Akzeptanz bei den Autofahrern.

Alle Autohersteller reden von der Elektromobilität. Das Auto der Zukunft wird von Strom angetrieben – ob er aus einer Batterie kommt oder aus einer Brennstoffzelle. Aber während bei den Mitbewerbern noch diskutiert wird und die wenigsten schon Elektromodelle im Angebot haben, lanciert Nissan im Januar kommenden Jahres schon die zweite Generation seines batterieelektrischen Leaf (ab 37 490 Franken). Seit seinem Start im Jahr 2011 avancierte dieses Modell mit 283 000 Exemplaren zum meistverkauften Elektroauto der Welt – kein Kunststück, wenn es kaum ernst zu nehmende Konkurrenz gibt.

Modernes Design

Und es hätten wohl noch ein paar mehr werden können, wenn Nissan dem Leaf vom Start weg eine gefälligere Karosserie spendiert hätte. Aber die Japaner haben gelernt: Der Neue sieht vorne ein wenig aus wie der Kleinwagen Micra, hinten zeigt er die Rückleuchten des Juke – erfolgreiche Verwandte aus der Nissan-Familie. Bei der ersten Präsentation des neuen Leaf gab es nur die japanische, rechtsgelenkte Version zu sehen, doch das Interieur wird auf europäische Verhältnisse gespiegelt genauso hübsch und hochwertig sein. Aber leider auch etwas konventionell. Da Verbrennungsmotor, Tank und Getriebe wegfallen und die Batterie im Unterboden liegt, gäbe es eigentlich mehr Gestaltungsspielraum.

Mehr Reichweite

Der Elektromotor leistet neu 150 PS, die Batteriekapazität liegt bei 40 Kilowattstunden und Nissan verspricht bis zu 378 Kilometer Reichweite im europäischen Fahrzyklus – rund 40 Prozent mehr als beim Vorgängermodell. Mindestens ebenso wichtig nimmt Nissan die optimale Integration des Stromers in den Alltag. Da geht es zum Beispiel um den richtigen Zeitpunkt: Neu lässt sich der Ladevorgang per App vom Sofa aus steuern, um am nächsten Morgen mit wirklich voller Batterie zu starten oder um Niedertarifzeiten zu nutzen. An der normalen Steckdose dauert die Ladung etwa 16 Stunden, an einer 50-Kilowatt-Schnellladestation sind 80 Prozent Füllung in 40 Minuten möglich.

Auto als Stromlieferant

Zur Errichtung öffentlicher Ladestationen hat Nissan unter anderem in den Niederlanden, Österreich und Deutschland Kooperationsabkommen für ein einheitliches Abrechnungssystem und die Lieferung von Ökostrom abgeschlossen. In der Schweiz ist der Strom zum Teil noch kostenlos oder kann je nach Ladesäulenbetreiber per Kreditkarte oder Abo bezahlt werden.
Während ein stehendes Auto sonst nur Kosten verursacht, wird der Leaf dann sogar zur Einnahmequelle: Da seine Batterie für bidirektionales Laden ausgelegt ist, kann der Leaf Ökostrom bei Überangebot speichern und in nachfragestarken Zeiten ins Netz zurückspeisen – das bringt dem Besitzer einen kleinen Zustupf.

Mit speziellem Klang

Dadurch, dass Elektroautos nicht nur sauber, sondern auch leise fahren, ist ein völlig neues Problem entstanden: Wie nehmen Fussgänger solch ein Fahrzeug wahr? Unter 30 km/h rollt auch der Leaf kaum hörbar. Erst bei mehr Tempo tönen die Pneus. Also hat Nissan einen eigenen Sound namens Canto entwickelt, mit dem der Leaf unverwechselbar auf sich aufmerksam macht.
Auch beim Fahren muss man umdenken: Durch die Rückgewinnung der Bewegungsenergie setzt die Bremswirkung beim Elektroauto ein, sobald man den Fuss vom Pedal nimmt. Konsequenterweise lässt sich der Leaf per Fahrpedal steuern – die Bremse wird nur im Notfall gebraucht. Zudem ist eine erste Stufe des pilotierten Fahrens an Bord, bei dem das Auto selbstständig die Spur und das Tempo hält.

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zVg
Veröffentlicht:
Montag 27.11.2017, 15:39 Uhr

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