Neuer Look: Lust auf Sommer

Topstylist Clifford Lilley hat drei Leserinnen der Coopzeitung mit der neusten Mode auf Sommer gestylt. Denn bei allem Flair für schöne Kleider; manchmal ist es nicht einfach, das richtige Outfit für sich zu finden.

Wie ist der Dresscode im Hochsommer?
Vor allem in traditionellen Branchen, im Bankwesen, bei Versicherungen oder in der Anwaltskanzlei, gelten Dresscodes. Mann trägt Anzug, Frau Deuxpièces. Was bei milden Temperaturen angenehm zu tragen ist, kann bei hohen Temperaturen im Hochsommer zur Qual werden. Wir fragten Clifford Lilley, wie locker man es bei 30 Grad im Büro nehmen kann und was man tun kann, um es sich ein wenig bequemer zu machen.

Brauchts im Büro den Anzug bei 30 Grad wirklich?
Der Anzug ist für Damen und für Herren die wichtigste Business-Bekleidung. Er ist das Corporate-Identity-Teil Nummer eins. Zum Glück gibt es ihn in verschiedenen Materialien und Schnitten. Das hilft, bei heissen Sommertemperaturen cool und trotzdem professionell zu bleiben. Baumwolle etwa ist wunderbar angenehm. Cool wool ist übrigens nicht gleich hot wool. Sie transportiert Feuchtigkeit und atmet so gut wie Leinen! Leinen ist übrigens nicht geeignet fürs Business, da Leinen sehr knittert und zu salopp wirkt.

Und was ist mit der Krawatte?
Die Krawatte ist so etwas wie eine Visitenkarte und gehört an jedes Geschäftsmeeting. However … der neue Dresscode ist weniger streng und erlaubt es, die Krawatte wegzulassen, falls «Mann» sich noch gentlemanlike genug kleidet und glaubwürdig wirkt.

Sind kurze Hosen mit Jacket eine Alternative?
Niemals. Ausser, wenn man in der Modebranche oder in einer Werbeagentur arbeitet. Oder Student ist!

Flipflops und Büro: Gibts eine Ausnahme bei 30 Grad?
Auch das: niemals! Tragen Sie stattdessen leichte Mokassins aus echtem Leder.

Und die Business-Frau? Sommerkleidchen statt Deux-pièces im Hochsommer?
Sommerkleidchen sind sehr en vogue und passen herrlich ins Büro. Vor allem, wenn die Ärmel nicht ganz offen sind und man einen Blazer in der Nähe hat. Die Farben sollten neutral sein und die Schnitte schlicht. Also keine zu kurze Rocklänge und auch kein allzu tiefer Ausschnitt.

Und Strümpfe? Brauchts die wirklich?
Strümpfe verleihen Eleganz und Klasse. Ohne Strümpfe wirkt eine Business-Frau nie so professionell oder glaubwürdig wie ihre Kollegin mit.

Und wie verschaffe ich mir Kühlung bei Dresscode?
Tragen Sie nicht zu enge Kleider aus leichtem, angenehmem Stoff. Frauen mit langen Haaren sollten diese zusammenbinden. Ein erfrischendes Parfüm wirkt auch angenehm.

«

Alle denken immer, ich wäre kaum 20.»

Sylvie (27), Buchhalterin in einer Immobilienfirma

Clifford freut sich wie ein kleiner Junge. Kein Wunder, die drei Leserinnen der Coopzeitung, die unser Sommermodestyling gewonnen haben, sehen super aus. Die Stimmung im Studio ist ausgelassen und alle sind zufrieden. Dabei hatte der Tag gar nicht so super angefangen. Der Terminplan, dicht gedrängt, drohte arg ins Wanken zu geraten. Zwei Stunden waren geplant, um die drei Frauen im Coop City Pfauen in Basel neu einzukleiden. Und zwar Schritt für Schritt beraten von Clifford. Nur: Gut Ding will Weile haben und wann wird Frau schon mal von einem Starstylisten eingekleidet und beraten? Und wann hat ein Starstylist schon drei so unterschiedliche Frauentypen zu beraten? Allesamt charaktervolle, starke Frauen. Das braucht Zeit. Eine gewaltige Verspätung ist vorprogrammiert und der verantwortliche Redaktor hat die ersten Nervositätsattacken zu verkraften. Doch nach einer gefühlten kleinen Ewigkeit klatscht der Meister in die Hände. Die Damen sind eingekleidet; wir können gehen. Und tatsächlich: Monika, 50 und stolze Mutter von fünf Kindern, präsentiert sich im kess blau-weiss gestreiften Etuikleid. Dazu kommen ein roter Hut, hochhackige Schuhe, eine passende Tasche und gleich noch eine trendige Sonnenbrille. «Das ist voll der maritime Chic, du passt perfekt an die Cotê d’Azur», schwärmt Clifford.

«

Ich trug jahrelang nur Jupe und Oberteil.»

Susan (54), Kosmetikerin HFP

Röcke sind voll angesagt

Solche Worte ist sich Monika nicht gewohnt. «Meine ältere Tochter hat mich überredet, mich anzumelden», sagt die ganzheitliche Meridian-Therapeutin Ching-Lo. Und: «Ich habe Mode ja immer gern gehabt. Aber in den letzten Jahren mit fünf Kindern, da musste es in erster Linie praktisch sein.» Jetzt, da die Kinder ausgeflogen sind und Monika vor einem neuen Lebensabschnitt steht, muss sie sich erst einmal wieder daran gewöhnen, so sommerlich und weiblich herausgeputzt zu werden. Clifford tänzelt derweil begeistert um sie herum. «Monika hat eine Traumfigur. Sie könnte ein Model sein. Und da diesen Sommer Röcke voll angesagt sind, muss sie unbedingt einen tragen.»
Eher genug von Röcken hat hingegen Susan. Die 54-jährige Powerfrau ist Kosmetikerin HFP mit eigenem Institut in Luzern. Und so nebenbei auch noch die Trainerin der Schweizer Meisterin in Kosmetik. Braucht diese Frau ein Styling? «Andere beraten, das ist das eine, aber mich selber stylen? Da stehe ich regelmässig an», erklärt Susan unumwunden. Und mehr noch: «Modemässig bin ich gefrustet. Ich habe jahrelang nur Jupe und Oberteil, bevorzugt in Schwarz getragen, so richtig langweilig.» Das hört Clifford gerne. Denn gegen Langeweile kennt der Stylist gute Rezepte. «Susan hat eine natürliche Eleganz, das zu ändern ist nicht leicht», erklärt er und stellt die Kosmetikerin modisch sogleich gründlich auf den Kopf. «Streetstyle» ist bei ihr angesagt. Coole Jeans, modisch hochgekrempelt, lassen die Blicke auf hochhackige Pumps schweifen. Oben trägt sie ein bedrucktes Shirt, einen schmalen Blazer, dazu die passenden Accessoires wie einen dominanten Gürtel, Halstuch und natürlich einen Hut, das Accessoire der Saison. Clifford ist zufrieden: «Damit zeigt sie sich von einer ganz neuen Seite. Das macht sie jugendlich, ohne dass sie verkleidet wirkt.»

Genau das Gegenteil ist bei Sylvie (27) gefragt. Die junge Frau aus der Romandie hat sich für das Styling beworben, weil sie nicht immer als Jugendliche wahrgenommen werden will. Sie will gerne weiblicher daherkommen. «Alle denken immer, ich wäre kaum 20. Ich bin aber eine unabhängige Frau mit einem Beruf und einer eigenen Wohnung. Also will ich auch so aussehen», erklärt sie. Ein Fall für Clifford. Flugs steckt er die junge Frau in einen total angesagten Hosenanzug und kommentiert sein Werk begeistert mit charmantem englischen Akzent: «Yeah, die Eighties sind zurück!» Und tatsächlich, der grauschwarze Anzug in Verbindung mit hohen Sandalen und kleiner roter Tasche lassen Sylvie sehr elegant wirken.

Begnadete Coiffeusen

«

Ich habe Mode immer gern gehabt.»

Monika (50), Meridian-Therapeutin Ching-Lo

«Mit dem Make-up und der neuen Frisur sieht sie so richtig glamourös aus», frohlockt der Stylist. Frisur? Genau! Zum perfekten Sommermode-Styling gehört natürlich die Frisur. Und die haben die Frauen von Teresa, Carmen und Mirnessa, den Profis vom Gidor-Kreativteam, erhalten. Obschon der Zeitplan eigentlich nur drei Bürstenschnitte zugelassen hätte, legten sich die Coiffeusen mächtig ins Zeug. Und zauberten Sylvie stylische Locken, derweil Susan eine trendige Kombination aus Stufenschnitt und Bob verpasst bekam, der ihr Gesicht perfekt betont und erst noch pflegeleicht ist. Ähnlich wie Monika, die, sogar mit Mêches, keine anderthalb Stunden später in einem angesagten Trendhaarschnitt, vorne lang und hinten kurz, einem Volahiku gewissermassen, erstrahlte. Zusammen mit einem professionellen Make-up von The-Body-Shop-Visagistin Noemi waren die Damen dann reif für das finale Fotoshooting im Studio. Und siehe da, die Frauen blühten vor der Linse von Fotograf Tobias förmlich auf. Ist ja auch kein Wunder; sie sehen alle super aus.

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Stefan Fehlmann

Redaktor

Foto:
zVg
Videos:
Patric Bärtschi
Veröffentlicht:
Montag 25.05.2015, 16:59 Uhr


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