Nicht nichts …

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Schreiber: Es ist schön auf der Terrasse von Freunden, ich geniesse den weiten Blick über die Hügel, in der Ferne leuchten die Berge, die Abendsonne tunkt sie in Lila. Wir trinken würziges Bier aus der Flasche, schlemmen orientalische Häppchen, lachen – und wir plaudern dummes Zeug. Tut das gut, einfach so herumzualbern! Wir sind richtig in Quatschlaune, geben uns gegenseitig aufs Dach, was in dieser Runde herrlich Spass macht. «Blödeln hat viel mit Selbstironie zu tun», sage ich und proste dem Frühlingshimmel zu. Der Gastgeber nickt, dann grinst er: «Kennt ihr den? Männer können stundenlang über ein und dasselbe Thema reden. Frauen brauchen dazu nicht mal ein Thema.»

«

Es tut gut, einfach herumzualbern.»

«Das soll selbstironisch sein! Das ist eher bescheuert!», spotte ich. Die Gastgeberin, nicht auf den Mund gefallen, kontert: «Apropos Männer. Fragt man Männer, was sie denken, und sie sagen: nichts – dann ist das tatsächlich so.»

Ich pruste vor Lachen. Wie oft habe ich das selbst erlebt, wenn ich Schneider spontan fragte, was ihm grad so durch den Kopf gehe? «Ach, nichts», sagte er dann jeweils.

Was mich nicht beunruhigt. Selbst wenn er selten denkt, das Wichtigste in seinem Kopf ist meist vorhanden: Humor.

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Schneider: Nach dem Essen schlendern der Hausherr und ich mit je einem Bier durch den Garten. Ich frage ihn: «Was denkst du denn, wenn du sagst, du würdest nichts denken?» Er lacht. «Vor dem Einschlafen denke ich zum Beispiel daran, wie ich mit einer Million Franken unser Haus umbauen könnte. Und du?» «Ich lege eine Rennstrecke durch unseren Ort.» «Für Rennautos?» «Ja. Es können auch mal Go-Karts sein. So was wie ein kleines Monaco. Ich flagge übrigens auch Riesenslaloms aus. Oder baue Sprung- schanzen, von denen ich dann selber springe.» «Cool», sagt der Hausherr. «Ich weiss von einem befreundeten Physiker, dass er vor dem Schlafen im Kopf einen Lift zum Mond plant. Ein anderer hat mir erzählt, dass er auf der Bühne als Schlagzeuger von AC/DC trommelt.»

«

Sie würde sich sicher Sorgen machen.»

«Ich war auch schon Gitarrist bei denen», sagt der Hausherr. Ich gönne mir einen Schluck. «Wenn mich Schreiber in so einem Moment fragt, was ich denken würde, soll ich dann sagen, ich plante grad eine Boxengasse auf der Hauptstrasse oder spränge von der Schanze? Nein, da sage ich logischerweise: ‹Nichts!›»

Der Hausherr nickt. «Klar.»

«Denn sonst», sage ich, «da bin ich sicher, würde sie sich grosse Sorgen um mich machen.»

Schreiber vs. Schneider live auf der Bühne: Hier finden Sie die Daten.

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 23.04.2018, 09:00 Uhr

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