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Nina Corti: Gemüse selber pflanzen

«Der Garten gibt mir Kraft»
Im Garten fühlt sich Nina Corti mit der Natur verbunden. Für die Flamenco-Tänzerin bedeutet Pflanzen nicht nur grosses Glück, sondern auch Kreativität. Ihren Gemüsegarten pflegt sie mit viel Liebe.

Coopzeitung: Wie viel Gemüse essen Sie?
Nina Corti: Verhältnismässig viel, und wenn ich Gemüse aus meinem Garten habe, dann geniesse ich das Gemüseessen doppelt.

Ihr Lieblingsgemüse?

Frische, eigene Tomaten aus alten Tomatensorten gezogen und Bohnen. Etwas vom Feinsten ist ein Tomatensalat mit geschälten Tomaten, Olivenöl, Balsamico-Essig, frischem Basilikum, Salz und Pfeffer.

Welche Sorten wachsen zurzeit in Ihrem Garten?
Da ich immer ein paar Feldsalatpflanzen sich versamen lasse, habe ich davon einen schönen Vorrat an grossen Büscheln. Genauso verfahre ich mit Rucola, der aber erst bei wärmeren Temperaturen austreibt. Der Rhabarber wächst gut. Letztjähriger Krautstiel ist auch noch da. Rettich und Radieschen habe ich im März ausgesät und Kefensamen gesteckt. Anfang April habe ich in kleinen Töpfchen Zucchini, Kürbis und Gurkensamen gesteckt und die jungen Pflänzchen nach den Eisheiligen im Mai an eine sehr sonnige Stelle ausgepflanzt. Meine Tomaten-Setzlinge, die ich Anfang Februar auf der Fensterbank ausgesät habe, wachsen in unserem Tomatenhaus. Dann habe ich noch Stangenbohnen und Brokkoli, Sellerie, Auberginen, Paprika und Lauch. Wenn ich noch Lust habe, dann säe ich zwischendurch auch noch mal Karotten aus.

Wie viel Zeit verbringen Sie im Garten?

Bei sonnigem Wetter bin ich bestimmt wöchentlich ein- bis dreimal im Garten. Wenn ich aus beruflichen Gründen weg bin, habe ich liebe Freunde, die für mich die Pflanzen giessen und den Garten etwas pflegen.
Mit welchen Werkzeugen arbeiten Sie hauptsächlich?
Mit der Gartenschere, der Harke und manchmal mit grosser Schaufel und Gabel.

Haben diese Werkzeuge auch einen emotionellen Wert für Sie?
Die Harke erleichtertmir das Ausreissen von Unkraut samt Wurzeln zwischen dem Gemüse und den Blumenrabatten. Mit der Gartenschere schneide ich im Winter kleinere Obstbäume, sämtliche Rosen, alte Himbeer- und Brombeerranken, nach der Johannisbeer- und Cassisernte zu lange oder ältere Triebe, im Herbst gibt es viel Verblühtes, das abgeschnitten werden will. Diesen Schnitt wiederum schneide ich in fingerlange Stücke und mische sie unter die restlichen Gartengrünabfälle im Kompost. Natürlich liebe ich meine eigenen guten Gartenwerkzeuge. Die Schere muss scharf sein, sonst macht das Schneiden keinen Spass.

Was machen Sie, wenn viele Pflanzen gleichzeitig reif werden?
Dann verschenke ich einen Teil des Gemüses, den anderen Teil koche ich für uns zum Essen und fülle den Rest der gekochten Tomatensauce heiss in Gläser ab oder friere Bohnen und Brokkoli oder auch ganze Tomaten ein. Das Kürbis-Fruchtfleisch kann man leicht kochen und in Portionen einfrieren. Dann wird eine Kürbissuppe sehr schnell mit frischen Kartoffeln gekocht und püriert zu einer leckeren Speise.

Wie hat das überhaupt angefangen, mit Ihnen und dem Garten?
Ich habe beinahe 30 Jahre auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofes gelebt. Nach 10 Jahren etwa, von einem Tag auf den anderen, wollte ich einen Gemüsegarten anlegen und fing an, ein Stück Wiese umzugraben und ein paar Gemüsesetzlinge anzupflanzen, die ich mir auf dem Markt besorgt hatte. Ich steckte Kefen und Bohnen, Radieschen- und Rettichsamen in vorbereitete Beete. Bei allem, was ich tat im Garten, entdeckte ich das wunderbare Gefühl des Einsseins mit der Natur, das mich mit grossem Glück erfüllte und mir auch viel Kraft zurück- gab, wenn ich müde von Vorstellungen nach Hause kam. Von unzähligen Orten, die ich durch meinen Beruf bereist hatte, nahm ich verschiedene Zweiglein von Stauden, Büschen und Bäumen mit. Vor der Heimreise wickelte ich die Stielansätze in ein nasses Taschentuch und umhüllte sie mit einem kleinen Mini-Plastiksack. Zu Hause steckte ich alle diese vielen Zweiglein in ein speziell vorbereitetes Beet und begoss die Stecklinge regelmässig, bis sie wurzelten. Ein paar Monate später pflanzte ich sie jeweils an andere Orte im Garten aus. Heute sind es starke und gesunde Büsche, Stauden und Bäume. Das ist eine sehr kreative Erfahrung und macht Spass.

Tanzen Sie auch manchmal im Garten?
Nein, das mache ich vielleicht mal in der Küche.

Gartentipps von Nina Corti

So wächst das Gemüse

Das Anlegen eines Gemüsegartens ist gar nicht so schwer – und man wird für die Mühen reich mit Früchten belohnt.

  • Man wählt am besten einen Gartenplatz mit viel Sonneneinstrahlung. Dann sticht man den Boden mit einer Stechgabel um. Die ausgestochenen Grasnarben, die Grassoden, werden an einem schattigen Ort als Kompostanlage aufgehäuft. Dabei wird man erkennen, ob es sich um einen eher lehmigen oder sandigen Boden handelt und je nachdem das fehlende Element einarbeiten. Ein gut vorbereiteter Boden ist schon die halbe Miete.
  • Über verschiedenste Garten-Themen und das Pflanzen von Gemüse kann man einiges in Fachbüchern herausfinden. Dabei erfährt man die Bedürfnisse der ausgewachsenen Pflanzen und weiss um Abstände und das Zusammensetzen der Setzlinge. So zum Beispiel begünstigen sich Karotten und Zwiebeln.
  • Zucchini, Stangenbohnen, Kürbis, Feldsalat, Zwiebeln, Gurken, Krautstiel, Brokkoli, Auberginen und Paprika sind pflegeleicht.
  • Tomaten sind aufwendiger in der Pflege. Es gilt, die Seitentriebe aus den Blattachseln laufend auszugeizen und ein bis zwei Haupttriebe an einen zwei Meter langen Pflock aufzubinden. Bei kaltem und nassem Wetter im Sommer können die Tomatenpflanzen die Braunfäule bekommen. Darum ist es besser, eine geschützte Lage zu wählen, zum Beispiel unter einem Hausdach.
  • Man sollte die Erde mit Grünab-fällen bedecken, das heisst, mulchen, sodass der Boden nie austrocknet und sich die Bodenlebe- wesen demzufolge zurückziehen müssen. Auch sollte man kein Gift verwenden. Das natürliche Gleichgewicht von Lebewesen und Pflanzen wird dadurch gestört.


Richtig Gärtnern: Noch mehr Tipps
Wie man den Garten in Schuss hält, dazu geben zwei Broschüren von Bau + Hobby wertvolle Tipps. Zum Thema Erde: «Pflanzenerde. Die praktische Fibel für die richtige Erde im Garten und Haus». Und viel Wissenswertes über Schädlinge gibts in «Pflanzenschutz. In 3 Schritten zum idealen Pflanzenschutzmittel». Beide Broschüren enthalten auch wertvolle Ratschläge zum biologischen Gärtnern. Sie sind gratis bei Coop Bau + Hobby erhältlich.

 

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Katalin Vereb

Redaktorin, Kolumnistin

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 18.07.2011, 12:05 Uhr

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