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Jerôme – der einzige Mann, auf den Joe immer wieder zurück kommt.  

Joe und ihre Freundin B veranstalteten ganz besondere Wettbewerbe und gründeten zusammen einen Club.

Der wichtigste Mann in Joes Leben: Ihr Vater 

Jerôme steht zwischen zwei Frauen: Seiner Verlobten und Joe. 

Joe bringt nicht nur Männer um den Verstand - auch deren Ehefrauen wie etwa Mrs. H.

Seligman und Joe - ein ungleiches Paar. 

Filmkritik: «Nymph()maniac»

Schon seit Monaten sorgt dieser Film immer wieder für Schlagzeilen. Seit gestern ist er nun im Kino - wir verraten Ihnen ob was taugt, oder nur viel Lärm um nichts ist.  

 

Die Story

Seligman, ein Mann im mittleren Alters, ist auf dem Weg nach Hause, als er eine Frau entdeckt, die geschundene und reglose in einem im Hinterhof auf dem Boden liegt. Nachdem er festgestellt hat, dass sie noch am Leben ist, will er die Ambulanz rufen. Doch die Frau, die in diesem Moment wieder zu sich kommt hält ihn davon ab. Statt ins Krankenhaus bringt Seligman sie zu sich nach Hause, um wieder zu Kräften zu kommen. Bei einer Tasse Tee beginnen sie sich zu unterhalten. Dabei kommt heraus, warum die Frau, die auf den Namen Joe hört, unter keinen Umständen ins Spital wollte: Sie glaubt, sie hätte die Schläge verdient, da sie ein böser Mensch sei. Seligman will dies nicht so akzeptieren, also beginnt Joe zu erzählen. Ihr einzige Sünde sei es, dass sie schon immer mehr vom Leben verlangte hätte. Ganz besonders was ihre sexuellen Erfahrungen angeht. Davon können sie nicht genug bekommen, denn sie sei Nymphomanin. Um herauszufinden, ob Joe nun wirklich schuldig sei und böse, schlägt Seligman vor, sie solle ihm ihr Leben erzählen und er würde das dann aus von einem neutralen Standpunkt aus bewerten. Und so beginnt Joe von Anfang an. Dem Entdecken ihrer Vagina als Kind, ihrem ersten Sex, ihren wilden Jahren als Teenager und junge Erwachsene und von ihrem schlimmsten Moment, als ihr der Orgasmus verloren ging. Hier endet der erste Teil von Joes Lebensgeschichte.

Die Kritik

Mit wunderschönen Kamera-Einstellungen, wohlüberlegten Schnitten und überzeugenden Schauspielern erzählt Lars von Trier die Geschichte von Joe, einer Nymphomanin. Doch Lars von Trier würde sich selbst nicht gerecht werden, wenn er dies nur so täte – nein, der für seine Provokationen berühmte Däne sorgte schon im Vorfeld dafür, dass dieser Film heftig diskutiert wird, noch bevor jemand ein Szene daraus zu sehen bekommen hätte. Unterstützt wurde er dabei von seinen Schauspielern, die in Vorab-Interviews von Vagina-Attrappen und Penis-Prothesen erzählten. Auch in Klatschforen und Online-Blogs wurde heftig spekuliert, etwa ob sich die Freundin von Hauptdarsteller Shia LeBoeuf von ihm getrennt hat, weil sie es nicht ausgehalten hat, dass er im Film richtigen Sex mit anderen Schauspielerinnen und Pornodarstellerinnen gehabt hätte. 

Die Gefahr bei einem solch «heissen» Vorspiel ist, dass der Hauptakt, also der Film, nicht die geschürten Erwartungen erfüllt. Dies hängt nun doch sehr vom Zuschauer ab: Derjenige, der gleich einem unerfahrenen Jüngling ins Kino hastet und einen Erwachsenenfilm erwartet, den könnte die Realität enttäuschen. Denn Sex steht zwar im Zentrum, doch Sex ist soviel mehr als nur ein körperlicher Akt. Er wird von der Gesellschaft für ganz verschiedene Zwecke instrumentalisiert: als Lust- genauso wie als Macht- und Druckmittel. Wer nun also weniger erregt in den Kinosaal schreitet und die entkleideten Körper als einen unter mehreren Aspekten erkennt, wird sich der gesellschaftlichen Diskussion um die weibliche Lust bewusst, die von Trier in diesem Film darstellt. Diese Diskussion wird durch die zwei verschiedenen Persönlichkeiten verkörpert: Joe, die siche selbst als krankhaft und sündig sieht, während Seligman sie als lustvoll, natürlich und erstrebenswert wahrnimmt. Oder ganz einfach: Ist sie Nymphe oder Maniac? 

Der erste Teil mag dies nicht abschliessend zu behandeln. Zum Glück gibt es noch einen zweiten Teil. Unbedingt hingehen, es lohnt sich. 


Credits:

Filmstart: Im Kino
Produktionsland: USA, 2013
Länge: 117 Minuten
Regie: Lars von Trier
Drehbuch: Lars von Trier

Die wichtigsten Darsteller:

Joe: Charlotte Gainsbourg 
Seligman: Stellan Skarsgård 
Joe: als junges Mädchen Stacy Martin 
Jerôme: Shia LaBeouf 
Joe‘s: Vater Christian Slater  
Mrs. H: Uma Thurma 

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Michaela Schlegel

Redaktorin

Foto:
Ascot Elite Entertainment Group
Veröffentlicht:
Freitag 28.02.2014, 00:00 Uhr

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