Er:

Ich kann sehr wohl liebevoll an jemanden denken, ohne deshalb gleich dem Impuls zu erliegen, dieser Person auch noch etwas zu schenken. Denn bei diesem gross angelegten Warentausch gibt es noch immer unterschwellig die Erwartung, dass man nicht einfach so schenkt, sondern wenn schon, denn schon, möglichst originell schenkt. Würde ich mich daran halten, wäre das eine Vollzeitbeschäftigung für mich; ich käme zu gar nichts anderem mehr. Wie sehr sehne ich deshalb die alten Zeiten zurück, als ich wusste, von der Grossmutter gibt’s zweimal im Jahr eine Tafel Schokolade und eine Zehnernote dazu – jahrein, jahraus. Nicht originell, aber gut. Auch ich würde gern so schenken.

Sie:

Schneider hat ein Orangentrauma, eindeutig. Wer als Kind so etwas wie er erlebt, baut wohl in der Tat ein gestörtes Verhältnis zum Schenken auf. Aber das ist gar nicht das Thema. Viel mehr glaube ich, dass Schneider gegen die Schenkerei ist, weil es ihm keinen Spass macht, darüber nachzudenken, was zu jemandem passen könnte. Und deshalb wettert er einfach pauschal gegen alles, was von Geschenkepapier umwickelt ist. Lieber verzichtet er darauf, beschenkt zu werden, als sich selbst überlegen zu müssen, was er zurückschenken könnte. Dabei finde ich Orangen nicht mal so unoriginell – wenn man mit Filzstift ein lächelndes Gesicht draufmalt …

Wer konnte Sie überzeugen?

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