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Mit dem Bauch hören? Den Händen sehen? Das und noch viel mehr Sinnliches gibts im Sensorium Rüttihubelbad.

Nur die Balance nicht verlieren.

Unglaublich, wie wenig es braucht, um einen Gong zum Singen zu bringen.

Töne erzeugen auf der Eisenplatte Figuren.

Nach wenigen Berührungen beginnt der Topf zu «sieden».

Sensorium: Phänomenal!

Mit dem Bauch hören? Den Händen sehen? Das und noch viel mehr Sinnliches gibts im Sensorium Rüttihubelbad.

Keine Angst. Es ist ja nicht so, dass man nach einem halben Tag Sensorium seine Sinne nicht mehr beisammen hat. Aber ein bisschen durcheinander, doch, das wird man schon, und auf einmal ist nicht mehr ganz sicher, ob der Tastsinn wirklich nur der Tastsinn ist. Oder beispielsweise der Bauch hören kann. Wie das? «Das Verrückteste für mich war die Dunkelkammer», sagt Martin Schwab. «Als ich dort eine kalte Kugel anfasste, sah ich reflexartig die Farbe Blau. Bei der warmen Kugel kam automatisch Rot.» Und wie hört man jetzt mit dem Bauch? Das geht so: «Anstatt den schweren Gong mit einem noch schwereren Schlag zu malträtieren, nur fein darüber fahren: Auf einmal dringen die Schwingungen durch den Bauch und den ganzen Körper, dass einem ganz anders wird.»

Nun muss man wissen, dass Schwab nicht irgendwie esoterisch angehaucht, sondern der bodenständige Vater von Kim, Gian und Tatjana ist. Die Familie Schwab, zu der natürlich Mutter Manuela gehört, zieht es immer mal wieder ins Sensorium im Rüttihubelbad bei Walkringen in Emmental. «Das Schönste an dieser Ausstellung ist, dass die Kinder – und wir natürlich auch – aktiv ins Geschehen eingreifen können», sagt Mutter Manuela. Das geht dann etwa so, dass Tatjana mit einem gewöhnlichen Rosshaarbogen über eine sandbestreute Eisenplatte streicht. Wie von Zauberhand entstehen dort Muster: Je schräger der Ton, je schräger die Sandbilder. Und umgekehrt. Unerklärlich, fast unheimlich wird es, als auf der Stahlplatte bei einem ganz besonders reinen Ton exakt der Panzer einer Schildkröte entsteht. Mit allen Formen und Schattierungen, die so ein Hornpanzer in der Natur auch aufweist. Irgendwie erschreckend ist auch die Lichtkabine: Der 9-jährige Gian sieht auf einmal aus wie um 10 Jahre gealtert – alleine durch die Art und die Intensität des Lichts, mit der er ausgeleuchtet wird.

Aber das Sensorium bietet beileibe nicht nur schwer verständliche Kost, über weite Strecken gehts spielerisch zu und her: Im Zerrspiegel kann jeder mal schauen, wie er allenfalls nach einigen Jahren Junk-Food um den Bauch herum aussieht. Und wenn wir schon beim Essen sind: Das Sensorium ist ins Rüttihubelbad eingebettet – ein Bildungszentrum mit ausgezeichneter Küche. Junk-Food gibts dort definitiv nicht. Spass machen auch die Balancierscheiben oder der Barfussweg, der aus unterschiedlichsten Materialien besteht. Dann macht sich Kim an einem Klangbecken im Freien zu schaffen, reibt mit seinen Händen das Eisen und alsbald beginnt nicht nur das Wasser zu sprudeln wie in einem Kochtopf: Auf einmal gerät die nähere Umgebung – eine Mauer, der Boden – ins Schwingen und Vibrieren. Einfach nur, weil ein kleiner Junge ein bisschen mit seinen Händen eine Metallschale gerieben hat. Solche und ähnliche Phänomene entdecken die Besucher an rund 60 Stationen.

Das Sensorium ist wunderschön in den Hügeln des Emmentals gelegen. Dieses Kleinod mit all seinen sinnlichen Angeboten, seinen optischen Verwirrspielen, Wasserwirbeln, Klängen, Dun- kelräumen und seinen er- und unerklärbaren Phänomenen fordert und fördert alle Sinne. So lange, bis auch der abenteuerlustigste Vater müde ist. Martin Schwab auf jeden Fall legt sich ins «Allum». Dieses Allum ist eine riesige, an nur einem einzigen Punkt aufgehängte Korbschaukel. Die schwingt vor und zurück, rund um sich selber, auf und ab. Nach einer Viertelstunde taucht Vater Schwab wieder frisch und ausgeruht auf und meint: «Ich weiss zwar nicht genau, wie es sich im Mutterbauch angefühlt hat – aber irgendwie so muss es gewesen sein.»

Kurz-Info

Region: Mittelland 
Ort: Walkringen im Emmental
Dauer: 3 - 4 Stunden
Natur: ****** 
Kultur: *****
Abenteuer: ***** 

Sensorium: Nur ein Steinwurf von Bern

Das Sensorium Rüttihubelbad liegt idyllisch im Emmental, und doch nur eine halbe Stunde mit dem ÖV von Bern entfernt. Es ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet. Familien, Gruppen, ÖV-Benützer haben vergünstigte Eintrittspreise. Ein besonderes Vergnügen ist eine geführte Reise der Sinne durchs Sensorium. Dabei erfahren die Teilnehmer viel über die Geheimnisse der scheinbaren Wunder.

Das Sensorium im Web

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Franz Bamert

Redaktor

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Dienstag 01.11.2011, 00:00 Uhr

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