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Perlen, Freaks & Special Guests

Wo Ursus & Nadeschkin auftauchen, sorgen sie für Aufsehen – und feuchte Augen. Nun gehen sie mit «Perlen, Freaks & Special Guests» auf Tournee. Erstmals dabei: ihre Solowheels.

Man kennt sie: Ursus & Nadeschkin. Erst recht, wenn die zwei, wie beim Fototermin mit der Coopzeitung, in ihrem Bühnen-Look in freier Wildbahn unterwegs sind – und dies an der Zürcher Bahnhofstrasse: Nadja Sieger (46) alias Nadeschkin mit Wuschelfrisur und gelber Latzhose, Urs Wehrli (45) alias Ursus in seinem fein gestreiften braunen Anzug über dem blauen T-Shirt. Da ist ihnen die Aufmerksamkeit des flanierenden Fussvolkes sicher.

Zu sehen sind sie schon von Weitem. Ruhig und scheinbar leicht über dem Asphalt schwebend, nähern sie sich der Pavillon-Skulptur des Schweizer Künstlers Max Bill. Werden wir da Zeugen eines kabarettistischen Wunders? Haben die beiden die Bodenhaftung verloren? Sind sie, im wahrsten Sinne des Wortes, jetzt doch noch abgehoben? – Mitnichten! Des Rätsels Lösung ist ein kleines technisches Wunderwerk mit dem Namen Solowheel. Ein, wie die Werbung erläutert, «elektrisches, selbst balancierendes, umweltfreundliches Transportmittel». Einfach gesagt, ein kleines Rad mit Elektromotor und zwei Fusshaltern, auf die sich der Fahrer stellt, um durch Gewichtsverlagerung zu beschleunigen, zu bremsen und zu lenken. Nicht ganz einfach, denn das Gerät hat weder einen Sattel noch eine Haltemöglichkeit für die Hände. Und es bringt es auf 18 km/h. «Wir sind davon absolut fasziniert», sagt Urs Wehrli. Und auch Nadja Sieger kann vor lauter Begeisterung kaum an sich halten. So kommt es, dass das neuartige Elektrofahrzeug in der Ausgabe 2014 von «Perlen, Freaks & Special Guests» seinen wohl weltweit ersten Bühnenauftritt haben wird. Doch vorerst kurven die beiden damit für den Fotografen um die Steinquader der Max-Bill-Skulptur. Mal steif wie Statuen, mal Faxen schneidend, mal gebückt, mal auf nur einem Bein. Sehr zum Gaudi der stehen gebliebenen Passanten. Nadja fühlt sich in die Anfangszeit des Duos zurückgeworfen. «Da haben wir sehr oft auf öffentlichen Plätzen gespielt», erinnert sie sich, «heute wäre dies wegen des Publikumsaufmarsches etwas problematisch.»

Für einmal fallen Ursus & Nadeschkin (fast) nicht aus dem selbst vorgegebenen Rahmen.

Für einmal fallen Ursus & Nadeschkin (fast) nicht aus dem selbst vorgegebenen Rahmen.
Für einmal fallen Ursus & Nadeschkin (fast) nicht aus dem selbst vorgegebenen Rahmen.

Ende April gehen Ursus & Nadeschkin, in der amerikanischen Presse schon mal als «the German Marx Brothers» bezeichnet, wieder mit ihren «Perlen, Freaks & Special Guests» auf Tournee. Seit 1992 tun sie dies regelmässig. Das Konzept der Show basiert auf dem Gedanken des Varietés: Künstler aus verschiedenen Sparten treten zusammen auf. Die

Perlen: Darunter fallen in diesem Jahr das Diabolo-Duo Campagnie Filophile, die beiden Boden- und Luftakrobaten Baccalà Clown und das Einfrauorchester Frölein Da Capo.
Die Freaks: Das sind der Clown Tobias Wegner, der das logische Sehvermögen des Publikums auf eine harte Probe stellt, und «der hinkende Engel» Dergin Tokmak, der trotz Kinderlähmung mit Krücken die wildesten Tänze aufführt.
Als Special Guest sind die Trommler von Top Secret dabei.

Und welche Rolle spielen Ursus & Nadeschkin in diesem Programm? «Wir sind das ‹&›», sagen die beiden spontan und unisono. An der Zürcher Bahnhofstrasse zückt der eine oder andere Passant sein Smartphone und schiesst verstohlen ein Foto, eine japanische Touristengruppe hält sich mit dem gleichen Ziel kollektiv ihre iPads vor die Köpfe – bis Ursus & Nadeschkin eine kurze Pause einlegen. Um ein wenig zu schwatzen. Von ihrem aktuellen Programm «Sechsminuten», mit dem sie zurzeit fast ausschliesslich in Deutschland auftreten, von ihrem Projekt «Im Orchester graben», mit dem sie nächsten Winter wieder auf Tournee gehen werden, vom Unterschied zwischen Schauspiel und Kabarett, vom Auswendiglernen, von der stetigen Weiterentwicklung eines Programms im Verlaufe einer Tournee. Ursus & Nadeschkin – dauernd auf dem Sprung. Wer geglaubt hat, die Charakteren, die Urs Wehrli und Nadja Sieger auf der Bühne spielen, seien theatralische Kunstprodukte, wird eines Besseren belehrt. Nadeschkin, die quirlige, opponierende, von Ideen und Wörtern übersprudelnde Göre, Ursus, der bedächtigere, strukturiertere, zurückhaltendere und analysierendere Teil – die Rollen, die offenbar keine sind, schlagen auch in der Realität durch. Und so kommt es, dass die Rede nur kurz auf Urs Wehrlis Projekt «Kunst aufräumen» kommt. Max Bills Pavillon-Skulptur, sagt er, bestehend aus 63 identischen Steinblöcken, wäre für ihn jedenfalls keine grosse He-rausforderung: «Das wäre sehr einfach aufzuräumen», urteilt er.

«Entschuldigen Sie», flüstert da eine ältere Dame etwas schüchtern in Richtung Nadja Sieger, «dürfte ich wohl ein Erinnerungsbild von Ihnen schiessen?» Die Dame heisst Bettina Bornick und kommt aus Bern. Vor 24 Jahren, erzählt sie, habe sie Ursus & Nadeschkin erstmals live auf der Bühne gesehen. Und jetzt, jetzt treffe sie die beiden doch tatsächlich persönlich. «Das ist wunderbar!» Der Fotowunsch wird ihr erfüllt. Mehr noch, das Komiker-Duo posiert zusammen mit ihr. «Wunderbar, einfach wunderbar!», schwärmt Bornick, um ihre Fassung ringend – und wischt sie sich da nicht mit der Hand ein kleines Tränchen aus dem Augenwinkel? «Doch», sagt sie, «ich bin so gerührt …»

Besuchen Sie die Webseite von Ursus und Nadeschkin

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Martin Zimmerli

Redaktor

Foto:
Georgios Kefalas
Veröffentlicht:
Montag 17.03.2014, 12:00 Uhr

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