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Stefanie Anderegg
schreibt am 08.03.2012


Peter Baumgartners Nairobi

An unserem letzten Reisetag hatten wir das Privileg, mit dem ehemaligen Afrika-Korrespondenten des Tagesanzeiger sein persönliches Nairobi kennenzulernen.

Der Besuch in der kleinen Gentiana Primary School am Rand des Slums von Kawangware in Nairobi war für uns ein schöner und fruchtbarer und sehr herzlicher Abschluss unserer Reise. Von einer prachtvollen Kayawa-Hecke umgeben, in freundlichem Gelb gehalten und mit ihren hellen Klassenzimmern ist sie wie eine Oase für die 225 Kinder der ersten bis achten Primarklassen und für die 30 Jugendlichen, die in der Gentiana eine Elektrikerlehre absolvieren. Die Schule folgt dem kenianischen Lehrplan, unterrichtet aber nach europäischen Methoden, mit Gruppenunterricht etwa.

Die Gentiana, wie sie die Kinder nennen, nimmt ausschliesslich lernschwache Kinder aus ärmsten Familien auf. Klar, dass aus unserem Kreis sofort die Frage auftauchte: Warum nicht die klugen Kinder fördern? „Kluge Kinder auch aus ärmsten Familien machen ihren Weg“, erklärte die Direktorin, Theodora Awuor. „Aber niemand kümmert sich um die Lernschwachen aus den ärmsten Familien, die in den staatlichen Schulen mit 50 Kindern pro  Klasse durch jeden Raster fallen“. Und der Schulvorsteher Joseph Alongo fügte bei: „Was heisst schon lernschwach! Die meisten unserer Kinder leben mit ihren Familien in einem einzigen Raum in Blechhütten, da haben sie wenig Möglichkeiten, sich zu entfalten. Wir gehen auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder ein“. Die Gentiana Primary School gehört zu den zehn besten der rund 80 Primarschulen des Distrikts.

Auch beim spontanen Zusammensitzen mit den Lehrerinnen und Lehrern zeigte sich, dass die Gentiana eine etwas andere Schule ist: Sie ermöglicht den Lehrkräften durch ein zinsloses, rückzahlbares Darlehen ein berufsbegleitendes Universitätsstudium; Kinder mit besonderen Fähigkeiten etwa im Sport oder in der Musik werden besonders gefördert; Umwelt- und Sexualerziehung gehören genauso zum Schulfach wie die Erziehung zur Gewaltlosigkeit. Als wir uns nach dem zweistündigen Besuch verabschiedeten, versammelten sich die Kinder der 5. und 6. Klasse gerade auf dem Schulplatz zum Schulfach „Friedenserziehung“: Die Kinder lernen, Konflikte mit Worten und Argumenten auszutragen statt mit den Fäusten.

Und beiläufig hörten wir ein Gespräch mit zwischen Theodora und unserem  Reiseführer für diesen letzten Reisetag, Peter Baumgartner, der hinter der Schule steht. Theodora bat, in den Klassenzimmern der siebten und achten Klasse Neonlampen zu montieren. „Die Schüler kommen bereits um 6 Uhr früh in die Schule, das ist es noch dunkel“. So früh schon? fragten wir.  Theodora lachte herzhaft. „Ja, und abends um 6 Uhr müssen wir sie aus dem Schulareal scheuchen. Die Kinder kommen gerne in die Schule“.

Mehr Informationen unter: www.gentiananairobi.org

Nebst der Gentiana Schule kümmert sich Peter Baumgartner mit Leidenschaft um die Bauern in Kenia und unterstützt sie unter anderem mit seiner kostenlosen Bauernzeitung „The Organic Farmer“ (TOF) und einem eigenen Radiosender, wo die Kleinbauern praxisbezogene Infos erhalten. www.biovision.ch/projekte/kenia/farmer-communication/
www.organicfarmermagazine.org

Wir danken Peter Baumgartner herzlich für seinen Empfang und den Einblick hinter die Kulissen seiner grossartigen Projekte und wünschen weiterhin „all the best!“

 

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