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Mit seinem Oldtimer AC Ace Bristol D2 ist Peter Kraus oft unterwegs: «Richtig Spass macht das aber nur, wenn es wenig Verkehr hat – und das wird immer seltener.»



Peter Kraus: «Motoren-Sound ist Rock’n’Roll»

Persönlich.  Sänger und Schauspieler Peter Kraus (74) über die Liebe zu seiner Frau, zum Tessin, zum Rock’n’Roll und zu gut klingenden Motoren.

Coopzeitung: Sind Sie eigentlich ins Tessin gezogen, um möglichst oft mit Ihren offenen Oldtimern ausfahren zu können?
Peter Kraus: Das schöne Wetter ist auf jeden Fall einer der Gründe. Ich habe das Tessin 1960 bei den Dreharbeiten zum Film «Conny und Peter machen Musik» kennengelernt und war auf Anhieb begeistert – von den Bergen, dem italienischen Flair und dem Wasserskifahren, das ich heute noch leidenschaftlich betreibe. 

Seit wann leben Sie hier am Luganersee?
Mit 19 mietete ich mir eine kleine Wohnung, kaufte mir ein Bösch-Motorboot und genoss im Urlaub das Wasserskifahren auf dem Luganersee, das auf dem Starnberger See schon längst verboten war. Später erwarb ich mit meinem Vater ein Ferienhaus und seit 42 Jahren lebe ich mit meiner Frau ständig im Tessin. Unser Sohn Mike ging auch hier zur Schule.

Welche Erlebnisse verbinden Sie mit Ihrem Oldtimer AC Ace Bristol D2?
Ich nehme mit ihm an Oldtimer-Rallyes und Bergrennen wie dem Arosa ClassicCar teil oder ich fahre gerne mit meiner Frau und Freunden aus. Nach St. Moritz und über Italien zurück ins Tessin oder über Domodossola an den Genfersee. Richtig Spass macht das aber nur, wenn es wenig Verkehr hat – und das wird immer seltener.

Wo liegt für Sie die Faszination Oldtimer?
Es ist die Liebe zum alten Auto als Kulturgut und zum schönen Design. Ausserdem habe ich Freude an der Technik und am Herumschrauben. Es bereitet mir eine gewisse Befriedigung, Teile auseinandernehmen und nach der Reinigung wieder zusammensetzen zu können. Wäre ich nicht Schauspieler und Sänger geworden, hätte ich Autodesigner werden wollen. Und: Der Motoren-Sound ist Rock’n’Roll! Der Motor muss nicht laut, aber gut klingen – das gilt übrigens auch für die Musik bei meinen Konzerten.

Eine Ihrer letzten CDs hiess «Vollgas». So fit wie Sie noch wirken, kann das jedoch kaum Ihr Lebensmotto sein.
Nein, sonst wird man nicht alt. Mit «Vollgas» wollte ich ausdrücken, dass ich weitermache, obwohl ich mir den Ruhestand schon verdient hätte. Nur im Oldtimer um den See zu tuckern oder Golf zu spielen wäre mir zu langweilig. 

Als Teenageridol haben Sie vor allem deutsche Versionen von amerikanischen Hits gesungen. Was ist anders, seit Sie Ihre eigenen Texte schreiben?
«Vollgas», für die ich alle Lieder geschrieben habe, ist viel persönlicher. Zudem hat es den Vorteil, dass ich die Texte vom Schreiben her auswendig kann und nicht mehr lernen muss!

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Das Zielpublikum zwischen 15 und 25 Jahren wäre mir sehr willkommen»

Würde es Sie reizen, mit einem aktuellen Hitproduzenten nochmals einen Charterfolg anzupeilen?
Ich bin schon dran! Im Frühjahr wird zu meinem 75. Geburtstag die neue CD erscheinen, an der ich gerade mit zwei jungen Erfolgsproduzenten arbeite. Ich kann nur so viel verraten: Wir verstehen uns sehr gut und ich bin sehr gespannt, was dabei herauskommen wird.

Fürchten Sie nicht, bei Ihren Konzerten plötzlich wieder von kreischenden Mädchen übertönt zu werden?
In Deutschland ist in den Kinos gerade «Systemfehler – Wenn Inge tanzt» angelaufen, in dem ich einen Ex-Schlagersänger spiele, der seinen Enkel bei seiner Karriere als Punkmusiker berät. Das Zielpublikum zwischen 15 und 25 Jahren wäre mir sehr willkommen! Weil ich allen Generationen zeigen möchte, dass Rock’n’Roll tolle, immer noch aktuelle Musik ist, bin ich auf der Bühne auch nicht nostalgisch im Stil der 50er-Jahre gekleidet, sondern trage trendige Mode.

Sie waren kein Punk, sondern galten als «der deutsche Elvis». Wie rebellisch fühlten Sie sich?
Wir waren die erste Generation, die ihre eigene Musik hatte, weshalb der Rock’n’Roll bei den Eltern auf Verunsicherung oder Ablehnung stiess. Ich hatte die schwierige Aufgabe, für die Jungen der Rebell und für die Eltern der sympathische Schwiegersohn zu sein. Diese Gratwanderung ist mir offenbar gelungen – nicht zuletzt, weil ich vom Typ her kein wirklicher Rebell war. Ich wollte singen und schauspielern, aber Massanzug, gutes Benehmen und ein gepflegter Auftritt waren mir nicht fremd.

Umschwärmte Künstler wie Sie sind in Ihrem Alter nur selten noch mit Ihrer ersten Frau verheiratet. Wie haben Sie das geschafft? 
Ich weiss es nicht. Es hat eben funktioniert. Ich könnte mir niemand anderen an meiner Seite vorstellen. Wir sind beide dazu erzogen worden, sich intensiv um die Beziehung zu bemühen. Und wir führen eine klassische, altmodische Ehe: Meine Frau kümmert sich um mich und den Haushalt.

Besitzen Sie eigentlich einen Schweizer Pass?
Nein, bislang bestand keine Notwendigkeit, mich einbürgern zu lassen, aber mein Sohn hat es getan. Ich wurde in München geboren, bekam aber durch meinen Vater, der Salzburger war, automatisch den österreichischen Pass. 

Peter Kraus

Beruf: Sänger, Schauspieler, Entertainer. 
Geburtsdatum: 18. März 1939 in München als Sohn des österreichischen Regisseurs und Kabarettisten Fred Kraus. 
Zivilstand: verheiratet mit Ex-Fotomodell Ingrid, Sohn Mike (40)
Wohnort: am Luganersee
Laufbahn: Bekannteste Filme: «Das fliegende Klassenzimmer», «Die Frühreifen», «Der Pauker», «Wenn die Conny mit dem Peter». Grösste Hits: «Sugar Baby», «Mit 17», «Schwarze Rose, Rosemarie».
Aktuell: CD «Für immer in Jeans». Live: 20. Juli im Kongresszentrum Davos (www.actnews.ch) 

Zur persönlichen Webseite von Peter Kraus

Welches Buch liegt grad auf Ihrem Nachttisch?
Tipps und Tricks für Oldtimerfahrer

Welches ist Ihr Lieblings-Romanheld?
Robin Hood

Und welche Vorbilder haben Sie in der Wirklichkeit?
Tom Jones

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
Systemfehler

Und welchen Film würden Sie gerne wieder einmal sehen?
Vera Cruz

Ihr Lieblings-Filmheld?
Indiana Jones

Was für Musik hören Sie gerade?
Gute

Welche CD würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?
Keine - oder gibt es Strom?

Mit welchem Musiker würden Sie gerne einmal einen trinken?
Mick Jagger

Was kochen Sie selbst?
Nur Eier

Ihre Lieblingsspeise?
Hühnereintopf

Ihr Lieblingsgetränk?
Rotwein

Mit wem essen Sie am liebsten?
Mit meiner Frau

Und wo essen Sie am liebsten?
Zu Hause

Mac oder PC?
Mac

Auto oder Zug?
Auto

Wein oder Bier?
Wein

Pasta oder Fondue?
Pasta

Joggen oder Walken?
Walken

Berge oder Meer?
Berge

Wann haben Sie zuletzt geweint?
An der Hochzeit meines Sohnes

Wie bringt man Sie zum Lachen?
Mit klugem Humor

Welches Tier wären Sie am liebsten?
Delphin

Wovon träumen Sie?
Ein Leben ohne Interviews

Was ist für Sie das grösste Glück?
Das ich noch interviewt werde

Diese 25 Fragen haben wir auch anderen prominenten Persönlichkeiten gestellt. Lesen Sie, was diese geantwortet haben!

Hits von Peter Kraus: (Quelle: YouTube):











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Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Claudio Bader
Veröffentlicht:
Montag 15.07.2013, 00:00 Uhr

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