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Sabines Garten: Petunien und Partner

Sabine Reber bepflanzt Kistchen und Körbe mit Petunien, dekorativem Gemüse und Grünzeug für den Sommer.

Über Petunien kann man natürlich die Nase rümpfen. Wem käme bei ihrem Anblick nicht die böse Tante Petunia aus den Harry-Potter-Büchern in den Sinn! Wahrlich keine schmeichelhafte Referenz. Aber die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nachtschattengewächse können selber nichts für ihren schlechten Ruf, und es verhält sich damit ähnlich wie mit den ebenfalls viel verspotteten Pe-largonien: Wenn sie langweilig aussehen, liegt es meist daran, dass sie lieblos in die erstbesten Kistchen gestopft und sich selber überlassen wurden. Dabei kann man mit Petunien wirklich hübsche Sommerstimmungen herbeizaubern, und ihre Blühfreudigkeit ist unübertroffen. Das Geheimnis ist, sie zu kombinieren: Erst mit den richtigen Partnern werden Petunien interessant, ja, dann trumpfen sie richtig auf.

Prima Partner sind Gemüse mit schönem Laub, insbesondere Süsskartoffeln (Ipomoea batata), farbige Krautstiele, Randen oder bunte Salate. Auch sonnenliebende Kräuter eignen sich bestens zum Kombinieren. Besonders dekorativ sehen die neuen Züchtungen von Chilis, Peperonis und kompakten Cherry-Tomaten für den Balkon aus. Sie alle gedeihen in normalen Kistchen und sehen mit Petunien unterpflanzt ganz hübsch aus.

Und wer grössere Gefässe zur Verfügung hat – umso besser! Damit lässt sich ein komplettes Bauerngärtchen auf die Terrasse holen. In einem alten Ölfass habe ich weisse Petunien, Balkontomaten, Peperoni und Chili sowie silbrigen Thymian, Salbei und Rosmarin kombiniert. Die Petunien werden bis im Sommer weit über den Fassrand hinunterwachsen und das Ganze in ihren weissen Blütenschleier hüllen. Ich freue mich schon darauf und giesse sie wöchentlich mit Flüssigdünger, damit es dann auch sicher klappt mit der Blütenpracht. Auch zwei, drei aufeinandergestapelte Autoreifen eignen sich gut für wärmeliebende Pflanzen wie Petunien und mediterrane Kräuter. In England habe ich grosse Waschzuber voller Petunien gesehen, in deren Mitte dramatische Dahlien tanzten. Abgerundet wurden diese sommerlichen Blütenkunstwerke durch Fuchsien und Begonien, die ihre zarten Blüten im Schatten des Dahlienlaubes wiegten. Der Trick mit Dahlien in Gefässen ist, die unteren Blätter wegzuschneiden, sobald die Dahlien grösser werden. So haben auch die Pflanzen darunter noch etwas Licht und Platz.

Auch in kleineren Gefässen ist es wichtig, die Petunien zu kombinieren. Schon nur ein paar Seggen oder andere Gräser dazwischengepflanzt, und sie machen gleich einen frischeren, moderneren Eindruck. Klassische Blattschmuckpflanzen wie Buntnesseln (Solenostemon), Mottenkönig (Plectranthus), Zieroregano, Gundermann oder die silberfarbenen Dichondra passen ebenfalls zu Petunien. Die Petunien selber wirken am besten in Gruppen, wo sie eine fantastische Fernwirkung entfalten, insbesondere für Balkone in den oberen Etagen ein wichtiges Kriterium. Was die Sorten und Farben betrifft, wird die Auswahl mit jedem Jahr grösser. Die schönsten Petunien gibt es nun als Konfetti-Mischung farblich abgestimmt und mit passenden Partnern kombiniert zu kaufen. Besonders hübsch sind die Konfetti-Mischungen kleinblütiger Petunien (Calibrachoa). Und bei den grossblütigen Sorten fallen diejenigen mit Sternmustern in den Blüten auf. Von Weitem gesehen machen aber immer noch die einfarbigen Petunien am meisten her. Die Gefässe sehen jeweils besser aus, wenn sie grosszügig bepflanzt werden.

In England lautet die Regel für die legendären Hanging Baskets: so viele Pflanzen, wie Platz haben, und dann noch eine mehr. Je mehr Pflanzen jedoch in einem Gefäss wachsen, desto mehr Wasser und Nahrung brauchen sie. An heissen Tagen müssen sie dann unbedingt am Morgen und am Abend gründlich gewässert werden.

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Für den Mai

• Stauden aufbinden, bevor der Wind sie knickt.
• Zweijährige Blumen säen.
• Balkonkästen und Hängekörbe bepflanzen.
• Rosen und Stauden auf Schädlinge und Krankheiten kontrollieren.
• Schnecken im Auge behalten, falls nötig einsammeln oder Bio-Körner streuen.
• Bohnen aussäen.
• Sommergemüse pflanzen.
• Erste Schnittsalate und Kräuter ernten.
• Kübelpflanzen schneiden, umtopfen, düngen und langsam an die Freilandbedingungen gewöhnen.
• Jäten, jäten, jäten!
• Wenn nötig, gründlich wässern. Lieber einmal viel Wasser geben als immer wieder ein wenig. Gefässe müssen aber stets regelmässig gegossen werden.

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Sabine Reber

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Foto:
Stöh Grünig
Veröffentlicht:
Montag 30.04.2012, 18:56 Uhr

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