Legehennen und Mastpoulets von Naturaplan bekommen nur noch Soja aus europäischem Anbau.

Pick-Nick: Tierfutter aus Europa

Der Hunger nach Soja wächst – und mit ihm die Kritik am Raubbau an der Natur. Coop setzt bei Naturafarm-Geflügel deshalb auf Tierfutter mit europäischer Soja.

Ein Huhn braucht, wie der Mensch auch, Energie und Eiweiss zum Leben. Energie holt es sich aus den Körnern, die es findet, das Eiweiss aus dem Würmchen, das es erwischt. In der professionellen Tierhaltung reichen die Würmer im Boden nicht für alle Hühner. Deshalb kaufen Geflügelzüchter Futter, das die richtige Menge Energie und Eiweiss enthält. Dieses Tierfutter besteht vor allem aus Mais, Weizen und Soja. Sie machen etwa drei Viertel des Futters aus. Mais und Weizen liefern den Hühnern vor allem Energie, mit Soja decken sie ihren Eiweissbedarf. Die Sojabohne ersetzt dem Huhn sozusagen den Wurm. Dazu enthält das Futter auch Eiweisserbsen, Raps- und Sonnenblumenprodukte, Fett, Öl, Salz, Vitamine und Mineralstoffe. Soja sei in der Tierfutterproduktion in den letzten 20 Jahren enorm wichtig geworden, sagt Jakob Werder, Verkaufsleiter Geflügel der UFA (Union des Fédérations Agricoles), der grössten Futtermittelproduzentin der Schweiz.

Folge der BSE-Krise

Seit den 90er-Jahren hat sich der Import von Soja vervielfacht. Die Hälfte dieses Zuwachses geht auf den Ausbau der Produktion zurück, die andere Hälfte ist eine direkte Folge der BSE-Krise und des Verbots, tierisches Eiweiss in der Tierfütterung zu verwenden. Es wird durch Soja ersetzt, das reichhaltiger an pflanzlichem Eiweiss ist als andere Pflanzen, und zudem viel von der wichtigsten Aminosäure, dem Lysin, enthält. So müssen auch die Schweizer Tierfutterproduzenten Soja auf dem Weltmarkt beschaffen – und setzen sich damit der Kritik aus, an der Abholzung der Regenwälder mitschuldig zu sein. Coop initiierte deshalb schon 2004 die Basler Kriterien für einen verantwortungsbewussten Sojaanbau und setzt in Futtermitteln für Naturafarm-Legehennen und -Poulets nur noch zertifizierte Soja aus Europa ein.

Dutzende Rezepturen

Die UFA betreibt vier Werke, in St. Margrethen, Sursee, Herzogenbuchsee und Puidoux. In Sursee wird vor allem Geflügelfutter hergestellt. Dazu werden bis zu 20 Zutaten gemahlen, vermischt und unter hohen Temperaturen hygienisiert. Dieser Prozess dient dazu, dass keine krankmachenden Keime wie Salmonellen über das Futter in die Ställe gelangen. Rund 50 bis 60 Rezepturen von Tierfutter werden in Sursee hergestellt, erklärt Werder. Es sind Mischungen für Masthühner und Legehühner. Ein junges Masthuhn braucht viel mehr Eiweiss als Energie. Mit zunehmendem Alter ändert sich das, und wenn das Huhn die Schlachtreife erreicht, wird seinem Futter mehr Energie als Eiweiss beigemischt. Legehühner wiederum bekommen mehr Kalzium ins Futter, damit ihre Eier genügend harte Schalen bekommen.

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Thomas Compagno

Redaktor

Foto:
Fabian Henzmann, Yannick Andrea
Veröffentlicht:
Montag 04.07.2016, 00:00 Uhr

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