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Ein gutes Jahr für die Walliser Aprikosen: Anibal Ramalho erntet die ersten Primagusto-Früchte.

Neue Sorte: Die «Lilly Cot» ist hell orange und kann ab Anfang Juni gepflückt werden.

Süss und saftig: Das Erröten der «Magic Cot» zeigt schon Ende Mai, dass sie erntereif ist.

Gut lagerfähig: Die Sorte «Perle Cot» kommt bei der Ernte ab Mitte Juni an die Reihe.

Eine der ersten: Die länglichen Früchte der «Wonder Cot» werden bereits ab Mitte Mai reif.

Traditionell: Aus der klassischen Walliser Sorte «Luizet» wird auch der «Abricotine» gebrannt.

Aphrodisierend: «Hüpft, wo er geht, und gaukelt um ihn her, sucht Aprikos' ihm auf und Stachelbeer'…» – so lässt in Shakespeares «Sommernachtstraum» Titania den eselsköpfigen Zettel von ihren Elfen umgarnen.

Primagusto-Aprikosen: Der Goldschatz aus dem Wallis

Einheimische Aprikosen aus dem Rhonetal sind hierzulande begehrt. Um zu den besten zu gehören, brauchen sie aber nicht nur die Sonne des Südens, sondern grosse Sorgfalt bei der Ernte.

Handarbeit: Beim Pflücken der vollreifen Früchte braucht es viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

Handarbeit: Beim Pflücken der vollreifen Früchte braucht es viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl.
Handarbeit: Beim Pflücken der vollreifen Früchte braucht es viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

Mühsam windet sich die Strasse von Sion hinauf nach Nendaz, den steilen Hang entlang, Kurve um Kurve steigt sie in die Höhe. Etwas über 700 m ü. M. ist dann unser Ziel erreicht. Vom Talgrund aus war dort oben bloss sattes Grün zu sehen, doch jetzt leuchtet es ringsum aus dem Blattwerk hervor. In allen erdenklichen Schattierungen, von Zartgelb bis Tiefrot, wetteifern die Aprikosen hier um die Gunst der Sonne.

Bei diesem Anblick läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Und der Hüter des paradiesischen Obstgartens, Anibal Ramalho, hat mit uns Erbarmen: Er bietet einige der reifen Früchte zum Probieren an. Frisch vom Baum und noch warm von der Sonne – so schmecken sie am besten. «Ausgereift sind die Aprikosen erst, wenn die Ameisen kommen», erklärt uns Ramalho lachend. Der Mann, der in Portugal geboren ist und seit bald einmal 30 Jahren in der Schweiz lebt, kennt jeden einzelnen Baum hier oben im 48 Hektar grossen Obstgarten seines Arbeitgebers, der Pitteloud-Fruits SA. Er zeigt einen winzigen Punkt an der Spitze der Frucht. «Wenn die Aprikose ganz reif ist, tritt dort ein klein wenig Saft aus, und das lockt die Ameisen an.» Doch Ramalho und seine Erntehelfer – jetzt Ende Juni sind es etwa zwei Dutzend, im Juli zum Höhepunkt der Erntezeit dann bis zu 90 Saisonniers – sind schneller.

Hightech: Lisa Mendes bestimmt mit einem Spektrometer den Reifegrad der Aprikosen.

Hightech: Lisa Mendes bestimmt mit einem Spektrometer den Reifegrad der Aprikosen.
Hightech: Lisa Mendes bestimmt mit einem Spektrometer den Reifegrad der Aprikosen.

Ganz vorsichtig pflücken sie dann jede einzelne Aprikose von Hand. Nur schon ein etwas festerer Griff könnte sich auf den empfindlichen Früchten später im Supermarkt als Druckstelle abzeichnen. Bei den Primagusto-Aprikosen braucht es noch mehr Sorgfalt, da sie so lange wie möglich am Baum bleiben und erst im letzten Augenblick vollreif gepflückt werden, ganz unabhängig davon, welche Sorte gerade zur Ernte ansteht.

Die Vielfalt im Obstgarten hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Heute werden neben der «Luizet», die als Klassiker unter den Walliser Aprikosensorten gilt, sehr viele Neuzüchtungen angebaut. Diese sind zum Teil robuster und ertragreicher, doch vor allem werden sie zu verschiedenen Zeiten reif. Dadurch hat sich auch bei einheimischen Aprikosen die Saison verlängert.

Da Primagusto-Früchte voll ausgereift in den Verkauf kommen, isst man sie am besten sofort.

Da Primagusto-Früchte voll ausgereift in den Verkauf kommen, isst man sie am besten sofort.
Da Primagusto-Früchte voll ausgereift in den Verkauf kommen, isst man sie am besten sofort.

Nach der Ernte müssen die Früchte so schnell wie möglich ins Kühle. Gut, ist es bis zur Firmenzentrale nicht weit. Zusammen mit den frischen Aprikosen fahren wir hinunter ins Tal nach Sion. Dort ist der Empfang recht kühl, was aber nach dem ausgiebigen Sonnenbad im Obstgarten recht angenehm ist: Bei 18 Grad werden die Früchte zwischengelagert und aussortiert. Die Aprikosen, welche zum Verkauf in Primagusto-Qualität vorgesehen sind, müssen nun noch eine ganz besondere Prüfung bestehen. Lisa Mendes nimmt von jeder Lieferung aus dem Obstgarten 20 Früchte als Stichprobe. Jede einzelne legt sie vorsichtig auf ein Gerät, das zum Arsenal von James Bond gehören könnte. Die Aprikose wird durchleuchtet und durch das reflektierte Lichtspektrum lässt sich der Reifegrad der Frucht exakt bestimmen.

Bei bestandener Prüfung dürfen die Früchte in die Primagusto-Körbli und zwei bis drei Tage später in die Coop-Läden – als die frischsten und reifsten Walliser Aprikosen, fast wie eben vom Baum gepflückt.

Weitere Informationen dazu unter: www.coop.ch/primagusto
www.pitteloud-fruits.ch

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Martin Winkel

Redaktor

Foto:
Thomas Andermatten
Veröffentlicht:
Montag 07.07.2014, 18:50 Uhr

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