Punkt um Punkt

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Schreiber: Skiferien, die Zeit der Spieleabende. Wir sitzen zu viert am Tisch und mischen die Karten. «Gemschen» steht auf dem Programm. Ein affenartig rasantes Spiel, bei dem zwei Teams gegeneinander antreten und sich mit heimlichen Zeichen verständigen müssen.

Schneider und ich sind ein Team. Sobald einer von uns die Finger kreuzt, möglichst diskret natürlich, hat er vier gleiche Karten. Dann sollte der andere das mit dem Ruf «Gemsch!» bestätigen.

«

Ein heiktisches Spiel, mir wird der Kopf ganz wirr.»

Ein hektisches Spiel, mir wird der Kopf ganz wirr, weil auf dem Tisch alle gleichzeitig ihre Karten austauschen. Ich muss Schneiders Finger beobachten, die Mädels im Auge behalten, falls auch sie sich heimlich Zeichen geben, denn dann könnte ich «Nachbargemsch» rufen, zudem sollte ich meine eigenen Karten im Griff haben. Vor lauter Anspannung kichere ich nur noch. Schneider brüllt: «Gemsch!», der Sieg geht an uns!

Wir Grossen sind auf Trab, auch die drei folgenden Runden punkten wir. Schneider gerät in ein Hoch, klopft Sprüche, pfeift, grinst, während sich unsere Töchter enttäuscht anschauen und immer stiller werden. Als sich die beiden für eine Krisenbesprechung in den Gang begeben, flüstere ich Schneider zu: «Gell, wir lassen sie gewinnen.»

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Schneider: Es läuft wie geschmiert. Das Kartenglück ist unser, zudem haben wir ein Zeichen gefunden, das sowohl diskret und trotzdem klar erkennbar ist. Wir holen Punkt um Punkt.
Ausnahmsweise ist auch Schreiber als Spiel-Partnerin gut, taktiert richtig, reagiert schnell. Ich zwinkere ihr zu, denn bei mir bahnt sich schon wieder ein Gemsch an.

Ihre Entgegnung ist allerdings seltsam: Sie schüttelt den Kopf und guckt streng.

Ein neues Zeichen?

Egal, schon nach wenigen Sekunden ist mein Viererblatt komplettiert, ich kreuze meine Finger und warte auf Schreibers «Gemsch!». Doch obschon sie meine gekreuzten Finger sieht, bleibt sie stumm.

«

Es läuft wie geschmiert, das Glück ist unser.»

Das macht sie absichtlich, ganz klar. Ihr tun die Kinder leid. Die «Kinder»: Immerhin schon 16 und 12 Jahre alt, ziemlich clever und knallhart beim Spielen. Ihnen würde es nie einfallen, uns einen Sieg zu schenken. Gute Einstellung!

Schliesslich kommt es, wie es kommen muss: Sie holen sich den Punkt. Aber sie sind nicht auf den Kopf gefallen: «Ihr lasst uns nicht etwa extra gewinnen, oder?», argwöhnt die
Grössere. Ich lächle. Da doppelt die Jüngere nach: «Mensch Mama, so macht das Spielen doch gar keinen Spass!»

Tja, dieser Punkt geht dann wohl an mich.

Die Kolumnisten live mit ihrem neuen Programm «Mein Leben als Paar»: 23. Februar 2017, Hauptprobe in der Buchhandlung Haupt in Bern; Premiere am 2. März Bronschhofen; Infos auf der Website von Schreiber und Schneider.

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 13.02.2017, 15:00 Uhr

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