Ratgeber: Kein Geschäft mit der Murmel

Der Labrador hat eine Glasmurmel verschluckt. Muss sich die Besitzerin Sorgen machen?

Liebe Frau Major

Unser Familienhund, ein Labrador, hat beim Spielen vor einigen Tagen eine Glasmurmel gefressen. Im Kot habe ich die Murmel bis heute nicht gefunden. Was soll ich tun?

Chiara N., Rüschlikon

  

Andrea Major, Dr. med. vet. Dipl. ACVIM - Andrea Major ist Spezialistin für Innere Medizin an der Überweisungsklinik VET Zentrum in Pfungen ZH.

Andrea Major, Dr. med. vet. Dipl. ACVIM - Andrea Major ist Spezialistin für Innere Medizin an der Überweisungsklinik VET Zentrum in Pfungen ZH.
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Liebe Frau N.

Bei einem Labrador, der eine normale Glasmurmel verschluckt, handelt es sich generell um eine ungefährliche Situation. Die Murmel ist glatt, reizt nicht und setzt keine schädlichen Stoffe frei. Die Grösse ist verhältnismässig klein, weshalb keine Gefahr eines Darmverschlusses besteht.

Ein unverdaubarer Gegenstand kann längere Zeit im Magen liegen bleiben und erst stark verzögert in den Darm befördert und ausgeschieden werden. Falls die Murmel nicht im Kot auftaucht, der Hund aber keine Symptome im Sinne von Erbrechen oder Unwohlsein zeigt, kann davon ausgegangen werden, dass der Fremdkörper unbeobachtet ausgeschieden wurde.

Falls ihr Hund Symptome zeigt, empfiehlt sich eine Vorstellung bei Ihrem Tierarzt. Typischerweise zeigt ein Tier nach Aufnahme eines Fremdkörpers Zeichen von Unwohlsein, Brechreiz, Appetitlosigkeit, Würgen, Erbrechen und – weniger häufig – Durchfall. Bei Auftreten von Magen-Darm-Symptomen nach beobachteter Aufnahme von Fremdmaterial, in diesem Fall auch von relativ kleinen Gegenständen, sollte ein möglicher Darmverschluss mittels Röntgenuntersuchung ausgeschlossen werden. Die Glasmurmel selber ist im Röntgenbild nicht ersichtlich, da Glas nicht röntgendicht ist.

Bei Auftreten eines Darmverschlusses gibt es aber hierfür typische Hinweise auf dem Röntgenbild. Bei unklaren Befunden gibt eine Ultraschalluntersuchung diesbezüglich mehr Klarheit. Falls Sie beobachten, wie Ihr Hund einen grossen Fremdkörper oder anderes potenziell schädliches oder giftiges Material zu sich nimmt, sollte er möglichst rasch dem Tierarzt vorgestellt werden, um ihn erbrechen zu lassen. Dies ist zwar für das Tier im ersten Moment unangenehm, birgt jedoch den Vorteil, dass das aufgenommene Material erbrochen und somit aus dem Körper möglichst bald ausgeschieden wird. Das Auslösen von Erbrechen ist nicht bei allen Gegenständen geeignet, wie beispielsweise bei spitzigen oder scharfen Gegenständen. Bei raschem Handeln, das heisst, noch bevor das Fremdmaterial in den Darm befördert wurde, kann ein solcher Gegenstand aber mittels Magenspiegelung entfernt und eine Operation so umgangen werden.

  

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Text:
Andrea Major
Foto:
Illustraion: Jens Bonnke
Veröffentlicht:
Montag 12.03.2018, 09:39 Uhr

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