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Grosse Gala: Mélanie René in der österreichischen Botschaft Bern.

Botschafter Jürgen Meindl begrüsst die Gäste (rechts: Mélanies Mutter Doraine).

Gelungener Auftritt auf dem diplomatischen Parkett: Applaus für «Time to Shine».

Im Publikum: Berns Stapi Alexander Tschäppät (l.), Mélanies Eltern und Freund Guillaume.

Mélanie René: «Wir haben zu Hause immer gesungen»

Hoffnung Als Kind bewunderte sie Céline Dion, die 1988 den Eurovision Song Contest gewann. Nun vertritt sie selber die Schweiz im Wettbewerb.

Seit Ende Januar steht fest, dass sie in der kommenden Woche die Schweiz beim 60. Eurovision Song Contest in Wien vertreten wird. Diesseits des Röstigrabens war die Genferin zuvor kaum bekannt. Doch nun drückt wohl die ganze Schweiz die Daumen. Und wenn Mélanie René (24) den Halbfinal übersteht, werden nicht nur ihre Fans vom Sieg träumen. Wir trafen die Sängerin bei einem Auftritt in Bern – der österreichische Botschafter hatte die Kandidatin eingeladen.

Worum geht es in «Time To Shine», Ihrem Beitrag für den Eurovision Song Contest?
Ich habe das Lied geschrieben, als ich in England studierte. Ich war früher eher ein wenig zurückgezogen, reserviert und nach innen gekehrt, bis mir eines Tages klar wurde, dass ich das alles überwinden und voranschreiten kann. Es ist eine Art therapeutisches Lied, eine positive Botschaft. Ich will damit den Zuhörern sagen, dass sie an sich selber glauben sollen. Denn wenn man an sich selber glaubt, ist alles möglich.

Sie haben auch schon einmal ein Lied über Ihren Grossvater geschrieben, «Il chante avec les anges».
Ja, und es war zudem das erste Lied überhaupt, mit dem ich öffentlich aufgetreten bin. Mein Grossvater, der vor sieben Jahren gestorben ist, hat viel gesungen und es gibt ein Chanson, das uns besonders stark an ihn erinnert, «Le plus beau tango du monde» von Tino Rossi.

Dann kommen Sie also aus einer musikalischen Familie?
Das ist wirklich so. Auch meine Mutter singt, und mein Vater spielt Ravanne, eine Trommel aus Mauritius, sowie die afrikanische Djembé-Trommel. Ich bin zusammen mit meinen Cousinen aufgewachsen und wir haben zu Hause immer gesungen, wobei uns mein Onkel auf der Gitarre begleitete. Dann haben wir oft richtige kleine Konzerte für die Eltern veranstaltet!

Von welcher Musik lassen Sie sich ansonsten inspirieren?
Das ist ganz unterschiedlich. Als Kind hörte ich die Musik, die auch meiner Mutter gefiel, wie zum Beispiel Charles Aznavour, Michel Sardou oder Mireille Mathieu, aber ebenso Elvis oder Tina Turner. Ich selber war ein grosser Fan der tunesisch-französischen Sängerin Lââm, von Britney Spears und Céline Dion. Heute bewundere ich neben Interpretinnen wie Jessie J und Sia auch Jazzlegenden wie Billie Holiday und Nina Simone.

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Wenn man an sich selber glaubt, ist alles möglich.»

Geschenk der Grossmutter: rot für die Liebe, blau für Fröhlichkeit.

Geschenk der Grossmutter: rot für die Liebe, blau für Fröhlichkeit.
Geschenk der Grossmutter: rot für die Liebe, blau für Fröhlichkeit.

Gibt es für Sie so etwas wie ein Vorbild?
Ganz sicher meine Mutter Doraine. Das klingt vielleicht abgedroschen, aber als Frau bewundere ich ihre Kraft, was sie alles bewegt und vollbringt. In der Musik ist es Céline Dion, mit deren Liedern ich aufgewachsen bin. Als Kind hatte ich grosse Freude daran, ihre Stimme und ihre Mimik zu imitieren. Daneben bewundere ich Menschen wie Nelson Mandela, Mutter Teresa oder Rosa Parks, die Afroamerikanerin, die sich 1955 in den USA weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weissen Fahrgast zu räumen.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Neugierig, leidenschaftlich, beharrlich, grosszügig und im Grunde eher zurückhaltend. Aber im Umgang mit den Menschen, die ich gut kenne, kann ich auch sehr extrovertiert sein. Ich bin Perfektionist, verfolge konsequent meine Ziele.

Was ist Ihr Lieblingsessen?
Derzeit ist es Boeuf Stroganoff – das gab es, als ich einen Auftritt in Litauen hatte. Und ich liebe Sauerkraut! Das habe ich bei meiner Managerin Eliane kennengelernt, und auch als ich in Wien war, hatte ich davon, es war köstlich! Ansonsten liebe ich natürlich das Poulet-Curry, das mein Vater kocht.

Ist ein Klavier in der Nähe, ist sie glücklich.

Ist ein Klavier in der Nähe, ist sie glücklich.
Ist ein Klavier in der Nähe, ist sie glücklich.

Gibt es bei Ihnen auch noch andere Leidenschaften neben der Musik?
Lesen, und auch Schreiben. Ich habe mir immer gesagt: Wenn ich es nicht mit der Musik schaffe, versuche ich mein Glück als Schriftstellerin. Diese Leidenschaft hatte ich schon von klein auf. Was ich auch sehr gern mache, ist reisen und neue Kulturen entdecken.

Welche Lektüre würde man bei Ihnen auf dem Nachttisch finden?
Zuletzt habe ich die «Hunger Games»-Trilogie von Suzanne Collins gelesen. Ein Buch, das mich auch sehr beeindruckt hat, ist «Der Talisman» von Stephen King und Peter Straub.

Was sicher viele Fans interessiert: Haben Sie einen festen Freund?
Ja, mein Herz ist nicht mehr frei. Er ist Musiker.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Nichts geschieht zufällig, alles hat einen Grund, auch wenn man den nicht immer gleich erkennen kann.

Vier Daten im Leben von Mélanie René

1990 Am 1. September kommt sie in Genf zur Welt. Ihre Eltern stammen aus Mauritius.

2003 Sie erhält an den «Ateliers du Funambule» in Nyon Unterricht in Gesang und Komposition, bis 2010.

2010 In England studiert sie Musik und schliesst 2014 mit einem Bachelor in «Performance Music» ab.

2015 Sie vertritt die Schweiz an der 60. Ausgabe des «Eurovision Song Contest» in Wien.

Gala-Soirée in der Botschaft Österreichs in Bern

Das offizielle Video:«Time to Shine»

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Text:
Alain Wey
Foto:
Charly Rappo/Arkive.ch
Veröffentlicht:
Montag 11.05.2015, 15:45 Uhr

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