Rohstoffe: Nachhaltigkeit mit System

Von Kakao über Kaffee und Milch zum Palmöl: Coop hat 14 kritische Rohstoffe definiert, bei denen in Sachen Nachhaltigkeit noch mehr gehen soll als bisher.

Beim Begriff «kritischer Rohstoff» denken die meisten wohl an Erdöl und Kupfer, vielleicht an Wasser. Aber Milch? Haselnüsse? Reis? «Für uns als Detailhändlerin, die ihre Verantwortung als nachhaltig handelndes Unternehmen wahrnimmt, sind das tatsächlich kritische Rohstoffe», erklärt Raphael Schilling von der Coop-Nachhaltigkeitsabteilung. «Kritisch» seien diese Rohstoffe, weil sie grosse Auswirkung auf soziale oder ökologische Aspekte bei der Produktion oder aufs Tierwohl haben.

Zum Beispiel Kakao: Der Basisrohstoff für Schokolade wird meist von Kleinproduzenten hergestellt. Sie sind dem Preisdruck des Marktes ausgeliefert. Dieser Druck verschlechtert ihre Arbeitsbedingungen und fördert Abholzung und Kinderarbeit. Bis dato konnte Coop den Anteil an nachhaltig produziertem Kakao in den eigenen Produkten auf 85 Prozent steigern. Bis 2020 soll diese Quote bei 100 Prozent liegen, sagt Schilling. Nachhaltig heisst, dass Coop nur Kakao mit Gütesiegel beschafft.

14 Rohstoffe definiert 

Coop setzt dabei auf Fair Trade Max Havelaar und Bio Suisse. Sie garantieren, dass der Kakao ökologisch verträglich angebaut wird und die Kleinbauern faire Preise erhalten. Zur Abdeckung der Nachhaltigkeits-Mindestanforderungen vor allem bei den Markenartikeln akzeptiert Coop zudem UTZ Certified und Rainforest Alliance.

In den nächsten Jahren geht Coop die Nachhaltigkeitsbemühungen noch konsequenter an. «Wir haben das ganze Sortiment nach kritischen Rohstoffen abgesucht», erklärt Schilling. Entstanden ist so eine Liste mit 14 Rohstoffen, auf die Coop ein besonderes Augenmerk legt. Konkret geht es um Fleisch, Milch, Eier, Früchte und Gemüse, Blumen und Pflanzen, Fisch und Seafood, Kaffee, Kakao, Palmöl, Reis, Soja, Haselnüsse, Holz- und Papierprodukte und Baumwolle. Nicht überall ist das Problem für Laien ersichtlich. Die in der Schweiz erhältliche Milch ist nämlich absolut in Ordnung und entspricht immer mindestens den Anforderungen der Schweizer Tierschutzgesetzgebung, erklärt Schilling. Verbesserungen seien hingegen beim Importkäse möglich. Die Milch, die dafür verwendet wird, entspreche noch nicht zu 100 Prozent den Tierwohl-Vorgaben, die Coop anstrebt.
Früchte und Gemüse seien heikel, weil es zum einen um die Einhaltung von Sozialstandards für die Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Feldern gehe, zum anderen um Wassereinsatz, gerade in trockenen Ländern. «Die grösste Umweltbelastung entsteht häufig nicht durch die Verarbeitung, sondern durch die Rohstoffe. Dass sich Coop umfassende Umweltziele zu vielen kritischen Rohstoffen gesetzt hat, ist daher wichtig und vorbildlich», so Christian Som vom WWF.

Kritische Rohstoffe: Coop lässt nachhaltig produzieren

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Thomas Compagno

Redaktor

Foto:
Remo Nägeli, Yannick Andrea; Infografik: Niki von Almen, Loris Succo
Veröffentlicht:
Montag 25.01.2016, 11:59 Uhr

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