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Romeos neue Giulia

Weg mit der Verkleidung: Endlich darf Alfa Romeo wieder Alfa Romeo sein.

Julias Geschichte hat alles, was zu einem klassischen Drama gehört. Die begehrte Tochter, für ihre Schönheit gerühmt, für ihre inneren Werte geschätzt, aber glücklos in der Liebe. Die berechnende Mutter, immer auf ihren Vorteil bedacht und schonungslos zu ihrem Kind, wenn es nur etwas einbringt. Und dazu die sehnsüchtigen Liebhaber, begierig auf Neuigkeiten von der Angebeteten, aber voller Furcht vor der Mutter.

Alfa Romeo Giulia. Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist.

Alfa Romeo Giulia. Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist.
Alfa Romeo Giulia. Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist.

Nun hat Julia – oder eben Giulia – auch mich am Wickel, obwohl ich mir nicht grosse Hoffnungen gemacht habe – und schon gar keine Illusionen über die Absichten ihrer Mutter. Zu lange hatte Fiat seine Marke Alfa Romeo vernachlässigt und die zahlreichen Freunde der Marke hingehalten mit verkleideten Fiat-Modellen, die den hohen Ansprüchen nie wirklich standhalten konnten. Aber das neue Mittelklasse-Modell Giulia ist tatsächlich so hinreissend hübsch geraten, wie sie es sich erhofft hatten. Und statt die Technik aus den Kleiderschränken von Mutter Fiat oder der Schwestern Chrysler oder Jeep zu stibitzen, durfte es einen eigenen Charakter entwickeln. Mit Heckantrieb und in Leichtbauweise, wie früher. Mit neuen Motoren, speziell für sie entwickelt. Und mit einem Innenleben, das endlich so unkompliziert ist, wie es manche Nebenbuhlerinnen nur versprechen.

Hierzulande werden wohl nur 30 Prozent der Kunden zur Sportversion Quadrifoglio mit 510 PS greifen, aber auch wer sich eine Basisvariante leistet, profitiert – weil die stärkste zuerst entwickelt wurde. Deshalb tragen alle Giulias Alu-Hauben und -türen, in ihrem Mitteltunnel rotiert eine Antriebswelle aus Karbon, und das Sechsganggetriebe ist so leicht zu schalten wie in einem Sportwagen.
Zunächst sind neben dem Quadrifoglio zwei Turbodiesel lieferbar. Schon der kleinste liefert mehr als genug Kraft und bleibt dabei, zumindest auf dem Papier, auch recht sparsam. Weitere Motorisierungen und auch Allradantrieb werden bis Jahresende folgen – allerdings zu deutlich höheren Preisen.
Giulias Innenraum schaut angenehm puristisch aus und ihre Funktionen werden genau so angesteuert. Navi, Klimaanlage und Radio lassen sich über nur zwei Drehräder bedienen; dazu eine Taste für die Fahrprogramme und ein Monitor ohne Touch-Funktion – fertig. Für mich das beste Bedienkonzept, weil man nicht während der Fahrt auf dem Monitor herumtasten und auch noch hinschauen muss. Und weil es keine Fingerabdrücke gibt.

Nur eines könnte Giulias Glück in der Schweiz noch tragisch im Wege stehen: Eine Kombiversion ist leider nicht im Programm. Dafür ist ein hübsches SUV-Schwesterchen geplant.

Alfa Romeo Giulia

Motor und Antrieb
4-Zylinder-Turbodiesel, 110 kW/150 PS, manuelles Sechsgang-Getriebe, Heckantrieb

Verbrauch und CO2
4,2 l/100 km, 109 g/km CO2 Euro 6, Energieetikette A

Preis: ab 34 600 Franken

Platzangebot    ****
Komfort ****
Kosten/Nutzen    
***

   
           
    

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Text:
Andreas Faust
Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 01.08.2016, 10:00 Uhr

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