Rosé ist gerade immer Sommer eine gute Wahl – aber nicht nur dann.

Rosé: Die Aussichten sind rosé

Von wegen altmodisch und verstaubt. Der Rosé ist ein wunderbarer Sommerwein – aber nicht nur. Geben Sie ihm mal wieder eine Chance!

Die Franzosen lieben Rosé. Sie lieben ihn so sehr, dass er in den heissen Sommermonaten oft schon zum Mittagessen aufgetischt wird. Und später zum Aperitif. Und zum Abendessen. Hierzulande geniessen die rosafarbenen Weine hingegen noch immer ein eher stiefmütterliches Dasein. Wer etwas auf sich hält, trinkt roten oder weissen Wein, aber doch nichts dazwischen! Rosés gelten vielen als altmodische «Frauenweine». Hinzu kommt, dass noch immer das Gerücht kursiert, Rosé sei lediglich eine Mischung der beiden. Und tatsächlich: In einigen Ländern ist das Mischen der beiden Weinsorten heute noch erlaubt. In der Schweiz und auch in der EU ist das allerdings schon lange ein No-Go. Zulässig ist es lediglich für Schaumweine.

Bei vielen Menschen sind Roséweine aber auch schlicht und einfach nicht auf dem Radar. Es kommt ihnen gar nicht erst in den Sinn, einen hellrosa Tropfen zu wählen. Eigentlich schade, denn Rosé ist gerade bei sommerlich leichten Gerichten der ideale Begleiter. Er passt zu grilliertem Fisch, Poulet, geräuchertem Lachs, einem griechischen Salat oder Melonen mit Rohschinken. Auch zu asiatischen oder sonstwie exotischen Speisen bietet er sich an. Und natürlich zum Aperitif. Heute machen die Winzer immer komplexere Rosés, die auch im Winter angenehme Essensbegleiter sind. Zahlen zum Konsum von Roséweinen in der Schweiz zu finden, ist gar nicht so einfach. Das Bundesamt für Statistik etwa kennt nur zwei Wein-Kategorien und zählt sie einfach zu den Rotweinen. Schliesslich werden Rosés ebenfalls aus roten Trauben hergestellt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Rosé herzustellen. Bei der ersten Variante wird der Saft von blauen Trauben ein paar Stunden mit der Schale eingemaischt. Und zwar gerade lange genug, bis die Beerenhaut ihre Pigmente abgibt und dem Wein eine hübsche helle rosa- oder lachsfarbene Tönung verleiht. Diese Zeitdauer ist aber zu kurz, als dass die Schalen ihre Gerbstoffe an den Wein abgeben würden. Weil Rosé also keine Tannine enthält, liegt er vom Geschmack her sehr viel näher bei Weiss- als bei Rotwein. Bei der zweiten Herstellungsart ist der Rosé sozusagen ein Nebenprodukt der Rotweinherstellung. Um die Aromen eines Rotweins zu konzentrieren, wird nach einigen Stunden von der Maische etwas Most abgelassen – Bonjour Rosé! Dies nennt sich «Saignée»-Methode – was sich mit Aderlass übersetzen lässt.

Viele gute Rosés stammen aus Frankreich. Etwa der Tavel aus dem Süden des Landes. Der bekannteste Rosé aus der Schweiz ist der Neuenburger Oeil de Perdrix. Er wird aus Pinot-Noir-Trauben hergestellt und ist nach dem lachsfarbenen Auge («Oeil») des Rebhuhns («Perdrix») benannt. Rosé sollte man übrigens so jung wie möglich trinken. Kippt die Farbe ins Bräunliche, überzeugt er auch im Gaumen nicht mehr. Na dann, ran an die Flaschen!

Schutz vor der Reblaus

Jan Schwarzenbach, Önologe

Jan Schwarzenbach, Önologe
Jan Schwarzenbach, Önologe

Die Reblaus wurde in den 1860er-Jahren unbemerkt von Amerika nach Europa importiert und hat in den nachfolgenden 20 Jahren Zehntausende Hektar Rebberge zerstört. Diese wurden wieder aufgebaut, nachdem die einheimischen Rebsorten auf amerikanische Unterlagsreben gepfropft wurden, die resistent sind gegen die Reblaus.

Die wichtigste Eigenschaft bei der Wahl der Unterlagsrebe ist also die Widerstandsfähigkeit gegen die Reb-laus. Zudem soll die Reben-Unterlage-Kombination ein gutes Mostgewicht und optimale, ausgeglichene Erträge bringen. Dazu muss von den Dutzenden erhältlichen Unterlagsreben sorgfältig ausgewählt werden. Dabei wird auf Wuchskraft, Winterfrosthärte, Salztoleranz, Trockenheitsresistenz und das Nährstoffaufnahmevermögen geachtet. Nur die optimale Kombination von Unterlage und Edelrebe wird gute Trauben liefern.

Mehr zum Thema auf der Weinplattform Mondovino.ch

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Franz Bamert

Redaktor

Foto:
Andreas Thommen, Getty Images, ZVG
Veröffentlicht:
Montag 23.06.2014, 00:00 Uhr

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