Rosen: Fair Schenken macht mehr Freude

Zum Valentinstag Fairtrade-Max-Havelaar-Rosen zu verschenken bedeutet, für Partnerschaften einzustehen: hier und in Kenia.

Der Ursprung des Brauchs der Verliebten liegt am Hof des englischen Königs Richard des II. Am 14. Februar 1383 trug dort der Schriftsteller Geoffrey Chaucer ein herrliches Gedicht über die Paarung der Vögel vor und brachte so Liebeswerben dauerhaft mit dem heiligen Valentin in Verbindung. Wer seine Liebe am Valentinstag mit Rosen bekunden will, sollte heute allerdings Rosen wählen, die nicht mehr unter mittelalterlichen Bedingungen hergestellt werden.

Regeln definieren

Heute gibt es Rosen, die ein partnerschaftliches Verhältnis auch mit denen ausdrücken, welche sie anpflanzen. Dies ist auch dem Schweizer Bernhard Bürgisser zu verdanken. Der Gründer der Firma Agrotropic, die unter anderem Coop mit Schnittblumen aus tropischen Ländern beliefert, setzte sich schon in den 1990er-Jahren zum Ziel, den Rosenarbeitern in Kenia mithilfe der Kunden dabei zu helfen, Arbeitsbedingungen, Sicherheit und Lohn deutlich zu verbessern. So kam er mit der Max-Havelaar-Stiftung in Kontakt. «Mit der Fairtrade-Zertifizierung strebten wir neben den Verbesserungen für die Plantagenarbeiter auch ein wirksames Mittel an, um gute Produzenten durch ein international anerkanntes Label auszuzeichnen», sagt der heute 69-Jährige. Im Jahr 2000 vereinbarten Coop und Agrotropic, Blumen mit genau diesem Fairtrade- Max-Havelaar–Label in der Schweiz auf den Markt zu bringen. Die Zeit dafür war reif. Obwohl fair produzierte Rosen etwas teurer sind, übertraf das Echo der Kunden schon im Einführungsjahr 2001 alle Erwartungen.

Stärkung der Arbeitenden

Auf der Seite von Max Havelaar war damals der Tropenagronom und Gärtner Markus Staub (56) für die Einführung der Fairtrade-Blumen verantwortlich. Dieser blickt heute zufrieden auf die Entwicklung zurück. Die grösste Veränderung entstand aus dem Empowerment, also der Stärkung der Rosenarbeiterinnen: «Die Plantagenbesitzer oder die Verantwortlichen des Managements treffen sich regelmässig mit der Arbeiterschaft. So kommen deren Bedürfnisse ungeschönt auf den Tisch.» Heute sei zum Beispiel die Vollschutzmontur gegen Pestizide Standard, hält Markus Staub fest, und der Mutterschaftsurlaub sei auf 12 Wochen ausgedehnt worden. Grosse Wirkung entfaltet die Fairtrade-Prämie von zehn Prozent des Exportwerts. Die Plantagenangestellten entscheiden selbstständig, was mit diesem Geld passiert. Weiterbildung für sich selber und Schulbildung für die Kinder sind grosse Anliegen, aber auch eine verbesserte Wasser- oder Gesundheitsversorgung.

Guter CO2-Fussabdruck

Dass Fairtrade-Max-Have-laar-Rosen aus Kenia auf dem Luftweg in die Schweiz gelangen, heisst übrigens nicht, dass ihr CO2-Fussabdruck problematischer ist als derjenige von Blumen, die in europäischen Gewächshäusern gezogen werden. Diverse Studien, unter anderem der ETH und von Myclimate, belegen das Gegenteil: Rosen, die in geheizten europäischen Gewächshäusern produziert werden, benötigen vier Mal mehr Energie als solche aus Kenia. lOb als Arrangement, Strauss oder einzeln: Rosen schenken zielt aufs Herz.

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Eva Nydegger

Redaktorin der Coopzeitung

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 08.02.2016, 00:00 Uhr

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