Sabine Dahinden liebt es, sich in der Natur zu bewegen – ob auf zwei Beinen oder zwei Rädern.

Sabine Dahinden «Der Föhn macht mich übermütig»

Sie will am TV Freude bereiten und hat damit Erfolg. Die Urnerin über die Liebe zur Heimat, zu «Schweiz aktuell» und Star-Chirurg Thierry Carrel.

Von der scheuen, bodenständigen «Schweiz aktuell»-Moderatorin hat sie sich zum strahlenden TV-Star entwickelt. Ihr Talent im Umgang mit Menschen spielt Sabine Dahinden (47) vor allem in den SRF-Sommerserien aus. Nun präsentiert sie ab 15. Juli an drei Freitagen um 20.55 Uhr «Dahinden am Gotthard».

Wie haben Sie Ihre alte Heimat erlebt, als Sie für die Sendungen zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels dort waren?
Als ich beim grossen Volksfest vor die Kamera trat und um mich herum die Berge sah, die mich an meine Kindheit erinnerten, gab mir das Geborgenheit und zusätzliche Kraft. Und ich spürte noch mehr Freude, meine Sprache, den Urner Dialekt, zu sprechen.

Was sonst ist an Ihnen noch berglerisch?
Altdorf, wo ich aufgewachsen bin, liegt nur auf 450 Meter über dem Meer, und doch nehmen wir hier die Natur anders wahr als die Menschen im Flachland. Ich mochte die wildromantischen Stimmungen schon als Kind, speziell, wenn der Föhn bläst. Manche Menschen verfluchen ihn, weil sie Kopfweh und schlechte Laune bekommen. Andere – wie ich – werden übermütig.

2013 haben Sie für Ihre Sommerserie den Mönch erklommen – brauchten Sie auch für «Dahinden am Gotthard» etwas Mut?
Nein, überwinden musste sich diesmal nur das holländische Touristenpaar, das wir mit einem Kistenbähnchen auf eine Urner Alp schickten: Bei den Dreharbeiten schwebten sie neben einem 800 Meter tiefen Abgrund ...

Wie kommt es, dass Sie nicht früher zur Star-Moderatorin aufgestiegen sind?
Als ich vor 20 Jahren zum Fernsehen kam, wollten mich viele Leute verändern. Oft bekam ich zu hören: «Du musst anders sein, anders reden, anders auftreten!» Es hat mich am Anfang gebremst, dass ich mir zu oft überlegt habe, wie es meinem Chef gefallen würde oder dem Zuschauer, der gerade einen Brief geschrieben hatte. Jetzt bin ich viel mehr ich selbst und traue mich, auch frechere Dinge zu sagen. Mein Selbstvertrauen ist gewachsen, da ich bei «Schweiz aktuell» spürte, dass ich dem Publikum Freude machen kann. 

Uhr mit einem Stück Gotthard-Lokomotive: die Lünette der Ae6/6.

Uhr mit einem Stück Gotthard-Lokomotive: die Lünette der Ae6/6.
Uhr mit einem Stück Gotthard-Lokomotive: die Lünette der Ae6/6.

Und nun haben Sie sogar als erste News-Moderatorin überhaupt den Prix Walo als Publikumsliebling bekommen!
Ja, das hat mich riesig «gfreit»! Vielleicht haben die Zuschauer estimiert, dass ich mich in den Sommerserien auf die Leute einlasse und Dinge ausprobiere, auch wenn mir nicht alles gelingen kann. Wenn man dann für etwas ausgelacht wird, in dem so viel Herzblut steckt, ist es schon hart. Aber unser Job hat neben vielen schönen halt auch ein paar ziemlich brutale Seiten.

Warum haben Sie einst den Journalismus dem Sekundarlehrerberuf vorgezogen?
Ich wollte gar nie unterrichten. Beim Schnuppern in den Gymi-Sommerferien hatte mich der Chef des Regionalstudios Zentralschweiz fürs Radiomachen begeistert. Und nachdem er mir eingeschärft hatte, für guten Journalismus brauche es eine möglichst breite Vorbildung, machte ich dieses Diplom.

Symbol für Kraft und Einzigartigkeit: Gneis aus dem Gotthard-Massiv.

Symbol für Kraft und Einzigartigkeit: Gneis aus dem Gotthard-Massiv.
Symbol für Kraft und Einzigartigkeit: Gneis aus dem Gotthard-Massiv.

Was könnte Sie nach 18 Jahren noch von «Schweiz aktuell» weglocken? Wäre für Sie als Landammannstochter Bundesbern eine Option?
Ich habe zwar bei SRF zweimal eine Bundeshaus-Stage gemacht, aber je älter ich werde, desto mehr setze ich auf Infotainment. Darunter verstehe ich eine unterhaltsame, heitere, aber nicht unkritische Art der Information und eine spielerische Art, Menschen zu porträtieren.
 
Sie fahren Tag für Tag bei jedem Wind und Wetter immer mit dem Velo vom Zürcher Hauptbahnhof hinaus nach Leutschenbach – was treibt Sie dazu an?
Beim Pendeln, im Redaktionsalltag und auf Reportage sitze ich viel drinnen – im Zug, Büro oder Auto. Da mir dort ausser der Bewegung auch die frische Luft fehlt, wäre ein Fitnessstudio keine wirkliche Alternative. Ausserdem wüsste ich dann nicht, wofür ich schwitze, wenn ich trampe und nicht vom Fleck komme!

Haben Sie damit auch Ihren Ehemann Thierry Carrel zum Abnehmen motiviert?
Vielleicht hat es ein wenig geholfen, dass er manchmal etwas leiden musste, wenn ich ihn zum Wandern mitgeschleppt habe, obwohl er früher einmal ein ausgezeichneter Sportler war! Entscheidend war jedoch sicher seine Erkenntnis, dass er sich gesünder ernähren muss – bei dem Stress während und nach den vielen Stunden im Operationssaal. Aber inzwischen muss ich schon schauen, dass ich ihm zu Fuss und auf dem Velo noch folgen kann …

1999 Als Praktikantin und Redaktorin, ab 2002 auch Moderatorin, kam sie zu «Schweiz aktuell».
2004 Bei einer Reportage übers Berner Inselspital lernte sie Thierry Carrel kennen.
2011 Moderation ihrer ersten  «Schweiz aktuell»-Sommerserie: «Dahinden im Wald».

Zur TV-Vorschau «Dahinden am Gotthard» von SRF

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Christoph Kaminski
Veröffentlicht:
Montag 27.06.2016, 00:00 Uhr

Weiterempfehlen:



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?