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Sabine Reber: «Der Garten ist wie ein Haustier»

Die Natur erwacht langsam aus dem Winterschlaf. Jetzt wird es Zeit, den Garten für den Frühling fit zu machen. Sabine Reber erklärt, was zu tun ist. Sie finden ab jetzt jeden Monat eine Gartenkolumne und viele Tipps von der Gartenspezialistin in der Coopzeitung.

Es grünt in der Küche – aber nur ein bisschen: Sabine Reber hat schon im Februar ein paar Kräuter in kleinen Töpfchen gesät, doch sie sehen eher mickrig aus. «Es war zu neblig hier in der letzten Zeit», erklärt sie. «Sie hatten zu wenig Sonne. Ich habe kein Gewächshaus, darum ziehe ich die Pflanzen in der Küche.» Dafür blühen schon Primeln auf den Fenstersimsen und auch die Schneeglöckchen strecken ihre Blüten zum noch spärlichen Licht. Sabine Rebers Garten neben dem Häuschen am Waldrand bei Biel erwacht langsam wieder zum Leben.

Es gibt noch einiges zu tun. Die Wintermonate hat die Gartenspezialistin vor allem mit Schreiben verbracht. Ihr neuestes Gartenbuch heisst «Endlich gärtnern». Doch sie schreibt auch Romane, jetzt entsteht wieder eine neue Geschichte, über die sie aber noch nicht sprechen will. Im Herbst kommt ein neuer Gedichtband von ihr heraus. Die verschiedenen Arbeiten macht sie parallel, alles fliesst ineinander über. Beim Gärtnern hat sie Ideen für ein neues Buch. Und wenn das Wetter schlecht ist für den Garten, inspiriert es für neue Gedichte. Mit dem Gärtnern hat sie in Irland angefangen, wohin sie sich zum Schreiben zurückgezogen hatte, Ende der 90er-Jahre. Aus dem Hobby wurde immer mehr und 2004 kehrte sie in die Schweiz zurück. Wie eine Pflanze ist das Thema Garten gewachsen und hat sich im Leben von Sabine Reber ausgebreitet. Inzwischen gestaltet sie Gärten, gibt Kurse, geht mit ihren Samenmischungen und floristischen Dekorationen an Pflanzenmärkte und Gartenfestivals, macht Lesungen.

Doch dabei darf der eigene Garten nicht zu kurz kommen. «Ich habe das Glück, dass ich viel von zu Hause aus arbeiten kann», erzählt Sabine Reber. «Ich habe keine festen Zeiten, wo ich im Garten arbeite. Aber ich gehe immer wieder hinaus und schaue nach den Pflanzen. Wenn ich etwas sehe, Unkraut zum Beispiel, dann reisse ich es aus und erledi-ge die anfallenden Arbeiten. Der Garten ist wie ein Haustier, darum muss man sich genauso kümmern.» Auch ihre vierjährige Tochter Jeanne Rose hilft kräftig mit. «Macht man zu lange nichts im Garten, dann hat man plötzlich sehr viel zu tun.» Manchmal redet Sabine Reber auch mit den Pflanzen. «Aber das sind keine stundenlangen Monologe oder so!», stellt sie lachend klar. «Wenn ich zum Beispiel eine Pflanze umsetze, dann sage ich vielleicht etwas wie: ‹Komm, wir probieren es mal hier drüben, da fühlst du dich wahrscheinlich wohler.› Doch die Pflanzen haben natürlich keine Ohren.» Es komme vielmehr darauf an, dass man sie liebevoll pflegt. «Das merken sie schon, und es ist klar, dass sie besser wachsen, wenn man sich um sie kümmert und auf ihre Bedürfnisse eingeht. Es sind auch die kleinen Sachen, dass man Raupen wegnimmt oder Läuse entfernt. Das ist es eigentlich, was man den grünen Daumen nennt.»

Ihr Garten ist für Sabine Reber auch ein Experimentierfeld, sie probiert neue Dekorationen und Pflanzungen aus. Doch er ist nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch ein Wohnzimmer. «Wir machen viele Feste hier, laden Freunde und Nachbarn ein. Das soll ein Garten auch sein, ein Lebensraum, gerade, wenn man Kinder hat.» Ferien macht sie nie. «Ich muss nirgendwohin fahren. Mir gefällt es hier in meinem Garten.»

 

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Katalin Vereb

Redaktorin, Kolumnistin

Foto:
Stöh Grünig
Veröffentlicht:
Montag 18.07.2011, 12:48 Uhr

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