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Sabines Garten: Im Namen der Rose

Sabine Reber schwelgt in ihren blühenden Rosenbeeten, und wundert sich über die eine oder andere namenlose Schönheit.

Da sind sie wieder, meine geliebten Rosen! Ich streife durch den Garten, bewundere die grossen Blüten, schnuppere, streiche auch mal mit dem Finger über samtene Petalen. Dann trete ich ein paar Schritte zurück, um die Beete als Ganzes zu geniessen, wie die zarten Pastelltöne ineinander-spielen, einfach zauberhaft. Einige meiner Rosen sind mir inzwischen ans Herz gewachsen wie alte Freunde, Graham Thomas, Gertrude Jeckyll und Constance Spry zu Beispiel. Oder die immer etwas kränkelnde, aber mit ihren fast schwarzvioletten Blüten unverzichtbare Souvenir du Dr Jamain. Sie begleiten mich seit vielen Jahren durchs Leben. Auch auf die alte persische Sorte Rose de Resht könnte ich nicht verzichten. Oder Schneewittchen, also ein Schneewittchen gehört natürlich in jeden Garten, auch wenn man keine sieben Zwerge dazustellen mag.

Rosen pflanzt man ja eigentlich im Herbst oder zeitig im Frühjahr, und aus gärtnerischer Hinsicht spricht vieles dafür, sie in wurzelnackter Form zu setzen, wenn sie schlafen. Aber jedes Jahr im Früh-sommer passiert es mir, dass ich dann doch diese oder jene blühende Rose dazukaufe, manchmal sogar Sorten, die nicht einmal ein Namensschild haben, und ich mag eigentlich keine namenlosen Rosen. Aber Regeln sind ja bekanntlich dazu da, um Ausnahmen zu machen. Und wenn ich dann eben so ein wunderschön blühendes Hochstämmchen sehe, lachsrosa, duftend, perfekt geformte Blüten, dann kann es schon vorkommen, dass es im Einkaufswagen landet. Und ich freue mich wie ein kleines Kind über die neue Anschaffung, obwohl ich genau weiss, dass ich mich später drüber ärgern werde, spätestens wenn mich die ersten Besucherinnen fragen, wie sie denn heisse. Anderseits weiss ich ja auch nicht, wie die rote Kletterrose am Haus heisst, sie war lange vor mir da. Ich könnte natürlich rätseln und nachschlagen, oder behaupten, es sei eine Danse du Feu, eine beliebte Züchtung aus den 50er-Jahren. Wenn ich in Büchern und Katalogen stöbere, staune ich aber immer wieder, wie schwierig es ist, eine Rose so abzubilden, dass man sie auch tatsächlich erkennt. Das liegt natürlich zur Hauptsache daran, dass sich der Duft im Bild nicht einfangen lässt.

Viele Rosen erkenne ich sowieso an ihrem Parfüm, die zitronige Frische von Ferdinand Pichard, der intensive Myrrhe-Duft der Constance Spry oder die orientalische Intensität der Rose de Resht sind einmalig. Eine Besonderheit ist die vor allem nachts duftende Blanc Double de Coubert, eine robuste weisse Rugosa-Hybride. Auch die Farben der einzelnen Sorten variieren. Und zwar nicht nur auf Fotos, nein, je länger ich gärtnere, desto überzeugter bin ich, dass die Farben auch je nach Garten und Standort ein wenig abweichen können. Meine Nevada zum Beispiel, die im Berner Jura kataloggetreu ihre handtellergrossen, strahlend weissen Blüten gebildet hatte, blüht nun in Biel etwas kleiner, und gelblich angehaucht. Das mag auch mit dem Umzug zusammenhängen.

Besonders schwierig abzubilden sind die leuchtenden magentafarbenen Blüten der Rose de Resht, zumal sie ja in der prallen Nachmittagssonne am intensivsten strahlt und duftet. Diese Rose muss man wirklich in Natura erleben, um ihrem Zauber zu erliegen. Ich kenne niemanden, der davon nicht begeistert gewesen wäre. Auch andere Klassiker sind nicht zufälligerweise zu Klassikern geworden. Die gelbe Graham Thomas, zusammen mit Storchenschnabel (beispielsweise Geranium magnificum oder Johnson Blue) oder einem prächtigen dunkelblauen Rittersporn daneben, das ist immer ein Hingucker, und solche Kombinationen sehen natürlich auch in der Vase gut aus.

Die rosaroten Rosen stelle ich am liebsten zusammen mit etwas Frauenmantel in kleine Glasvasen, romantisch verspielt und immer passend. Rosen und andere Blumen für die Vase schneiden macht auch Sinn, weil sich dann mehr neue Blüten bilden! Ich liebe es, frühmorgens durch den Garten zu gehen und Sträusse zu binden. Dabei kann man auch wunderbar mit Farben und Formen experimentieren, und oft kommen mir beim Blumenarrangieren die besten Ideen für neue Beetgestaltungen.

 

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Sabine Reber

Bloggerin

Foto:
Stöh Grünig
Veröffentlicht:
Montag 18.07.2011, 12:05 Uhr

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