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Sabines Garten: Winzige Künstler und Duftboten

Gartenautorin Sabine Reber geht auf die Knie – und heisst schnuppernd und staunend den Frühling willkommen.

Über die Primeli habe ich immer gelacht – diese bunten Clowns im Frühlingsrasen, diese unkoordinierten Farbkleckse auf den Fenstersimsen landauf, landab. Wie grell und naiv sie vor sich hinblühen, sich um jegliche Gesetze des guten Geschmacks foutierend! Aber letzte Woche hat sich meine vierjährige Tochter ein paar Miniprimeln ausgesucht, die nun bei uns auf dem Küchentisch stehen. Jeden Tag knipsen wir Verblühtes aus, schauen zu, wie neue Blüten aufgehen, schnuppern daran. Die Gelben riechen eindeutig am besten! Und dann reicht mir meine Tochter die Töpfchen, eins ums andere, damit ich sie unter den Wasserhahn halten kann, trocknet sie sorgfältig ab, stellt sie auf den Tisch zurück. Das Bestaunen und Pflegen der Primeli ist zu unserem täglichen Ritual geworden. Und so sind mir diese Frühlingsboten inzwischen richtig ans Herz gewachsen.

Auch im Garten blühen sie nun, mit etwas Schadenfreude stelle ich jeweils fest, dass auch die bunten Sorten, einmal in den Rasen ausgepflanzt, mit der Zeit zu einem durchaus akzeptablen Rosa oder Hellgelb verblassen. Und wie zart sie duften! Derzeit sollte man sowieso mit der Nase voran durch den Garten gehen. Nie sehnen sich unsere Sinne so sehr nach Blumendüften wie im Frühling. Schneeglöckchen zum Beispiel! Unglaublich, wie intensiv die aus der Nähe nach Honig riechen. Auch wenn der Rasen noch feucht und kalt ist, knie ich mich hin, um sie zu würdigen. Die Kinder sind da natürlich im Vorteil. Die Geheimnisse des Frühlings liegen im Kleinen, Zarten.

Wer sich nicht gerne bückt, arrangiere die Frühlingsblumen in Töpfchen auf einem alten Gartentisch. Frühlingsblumen in Töpfe pflanzen ist auch für kleinere Kinder ganz dankbar. Man kann da nicht viel falsch machen. Einfach sorgfältig aus den Töpfchen lösen, in gutes Substrat pflanzen (billiger Kompost mit Torf trocknet schneller aus! Lieber die bessere Qualität kaufen). Und dann alles gut angiessen, damit die Wurzeln richtig an der Erde kleben, so wachsen sie rasch an. Und wo wir schon dabei sind, säen wir gleich noch ein paar Ringelblumen (Calendula), die dann übernehmen, wenn die Frühlingsblumen sich verabschieden.

Auf den Fenstersimsen kombiniere ich grössere Primeln mit frühen Narzissen und pflanze ein paar Büschel Gräser dazwischen, damit das Ganze nicht allzu spiessig aussieht. Narzissen mag ich sowieso, in allen Formen und Farben, wobei ich stets die duftenden Sorten wie Jonquillen oder Dichternarzissen vorziehe. Zu grösseren Narzissen sehen Euphorbien gut aus, die sich später in den Garten auspflanzen lassen. Nur für Kinderhände sind die nicht geeignet, da ihr milchiger Saft an der Sonne zu schlimmen Verbrennungen führen kann. Auch Goldlack gedeiht übrigens ganz gut in Fensterkästen und Töpfen auf dem Balkon. Ich lasse ihn jedoch lieber im Garten verwildern, wo er manchmal schon im Herbst oder während einer milden Winterwoche die ersten Blüten öffnet. Auch Duftveilchen sind eine prima Frühlingspflanze, zumal sie jedes Jahr wieder blühen, und sich mit der Zeit zu einem dichten Teppich ausbreiten. Sie passen prima zu weissen Bellis. Auch auf dem Balkon oder bei der Haustüre machen sie sich gut. Aus-serdem fühlen sie sich auch im Halbschatten wohl und sind vollkommen anspruchslos – einmal gepflanzt, immer geblüht!

Garten: März

  • Kräuter, Gemüse und einjährige Blumen in Schalen oder Jogurt- becher säen;
  • Boden lockern und Gemüsebeete vorbereiten; •Im Frühbeetkasten Salate und erste Radieschen säen;
  • Rosen schneiden und düngen. Wurzelnackte Rosen pflanzen;
  • Beerenobststräucher schneiden;
  • Sträucher, Hecken und Bäume pflanzen;
  • Winterschutz an den Stauden allmählich entfernen, Gräser zurückschneiden, alles, was verfault ist entfernen, da sich sonst Schnecken ansammeln;
  • Kübelpflanzen umtopfen, Geranien aus dem Keller langsam ans Licht gewöhnen;
  • Gemüse und einjährige Sommerblumen auf der Fensterbank oder im hellen Treppenhaus vorziehen;
  • Erste gut abgehärtete Salat- und Gemüsesetzlin- ge ins Beet pflanzen, in kalten Nächten mit Vlies abdecken;
  • Kräuter in Töpfe pflanzen, in kalten Nächten noch reinnehmen oder abdecken;
  • Fensterkästen und Töpfe beim Eingang bepflanzen. Narzissen und andere Zwiebelblumen kaufen, mit zweijährigen Blumen wie Stiefmütterchen oder Bellis kombinieren.

 

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Sabine Reber

Bloggerin

Foto:
Stöh Grünig
Veröffentlicht:
Montag 18.07.2011, 12:48 Uhr

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