Sammelfieber: Sein Herz schlägt nur für BMW

Modellautos Seit seinem ersten eigenen Auto ist Bruno Pini der Marke mit dem Flügelrad treu geblieben – im Original und im Massstab 1:43.

Auch an der Int. Automobilausstellung in Frankfurt können Sammler ihrem Hobby frönen.

Auch an der Int. Automobilausstellung in Frankfurt können Sammler ihrem Hobby frönen.
Auch an der Int. Automobilausstellung in Frankfurt können Sammler ihrem Hobby frönen.

Mit insgesamt 372 Modellen sind in der Vitrine von Bruno Pini fast alle Typen versammelt, die BMW seit 1928 auf den Markt gebracht hat. «Sechs fehlen mir noch, darunter der 320 als Viertürer und der 850CSi», sagt der 56-Jährige mit leichtem Bedauern. Seit über 30 Jahren ist der Zollangestellte aus Gambarogno von BMW fasziniert – und dies nicht nur im Massstab 1:43. Die Leidenschaft begann 1979: Kaum hatte er den Fahrausweis in der Tasche, kaufte er zu einem symbolischen Preis den BMW 2000 seines Vaters. Es war eine Liebe auf das erste Reifenquietschen – seither ist er der Marke stets treu geblieben.

Tauschgeschäft am Sandkasten
Vier Jahre später kam die Leidenschaft für die Miniaturversionen der Autos aus Bayern hinzu. «Ich wollte alle, aber für eine Sammlung im Massstab 1:1 fehlte mir einfach der Platz», schmunzelt Pini. «Also musste ich mich mit 1:43 zufriedengeben.» Aber auch im Kleinen sind nicht alle Modelle leicht zu bekommen. Es sei manchmal wie eine Jagd, die viel Zeit, Geduld und auch Verhandlungsgeschick erfordert, erzählt Pini. «Einmal sah ich ein Kind, das im Sand mit einem Modell spielte, das mir noch fehlte, dem 700 Coupé. Es war zwar stark abgenutzt, aber ich bot dem Kleinen ein Modell an, das ich doppelt hatte. Er freute sich über das neue Auto und überliess mir gern das kaputte.»

Bruno Pini: «Meine Top 5»

  • BMW 2000 «Eine Herzenssache – das war auch mein erstes ‹richtiges› Auto.»
  • BMW 700 Coupé «Eine recht ramponierte Rarität, entdeckt in einem Sandkasten.»
  • BMW Nazca «Ein Prototyp, der nie in Serie ging. Aber für mich ein fantastisches Auto».
  • Brabham-BMW F1 «1983 holte Nelson Piquet den WM-Titel, das Modell ist sehr rar.»
  • Tessiner Polizei-BMW «Als Polizeichef war mein Vater an der Beschaffung beteiligt.»
 
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Ich wollte alle, aber für eine Sammlung im Massstab 1:1 fehlte mir einfach der Platz.»

Bruno Pini

Handarbeit hat ihren Preis
Pini war auch schon oft an Fachmessen, etwa in Bern, Luzern und München. «Im deutschsprachigen Raum ist BMW die gefragteste Marke», weiss der Sammler. «Südlich der Alpen werden eher Porsche gesammelt oder Ferrari – die sind hier leichter zu bekommen.» Die Preise für ein Modellauto bewegen sich zwischen 20 und 500 Franken. Für seltene und in Handarbeit gefertigte Modelle werden aber auch mehrere Tausend Franken bezahlt. Daran ist Pini nicht interessiert: «Das Höchste, das ich je bezahlt habe, waren 200 Franken.»

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«Supermodell des Jahres 2015»: Alfa Romeo 8C 2900B von CMC.

Detailgetreu: Verkabelung im Motorraum. Teppichboden und Leder-Türverkleidung.

Historische Schönheiten
Modellautos werden übrigens schon fast ebenso lange hergestellt wie die grossen Vorbilder, und auch bei den Miniaturen sind Oldtimer sehr gefragt. Kein Zufall also, dass bei der jüngsten Leserwahl der Fachzeitschrift «Modell Fahrzeug» ein grosser Klassiker von 1938 als «Supermodell des Jahres 2015» über alle Kategorien hinweg ausgezeichnet wurde: der Alfa Romeo 8C 2900B. Im Original einer der teuersten Oldtimer, kostet er als Modell in limitierter Auflage immer noch etwas mehr als 400 Franken. Nichts für den Sandkasten …

Mehr Modellautos gibt es an der Luzerner Spielzeug-Börse im Verkehrshaus der Schweiz, Sonntag, 20. Dezember 2015, 11 bis 16 Uhr.

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Text: Giorgia von Niederhäusern

Foto:
Pino Covino, zVg
Veröffentlicht:
Montag 14.12.2015, 20:43 Uhr

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