Schauspieler James Dean gilt noch heute als eine der Kultfiguren der 50er-Jahre.

Schäbig schön: Kaputt ist kostbar

Shabby Chic» bedeutet übersetzt «Schäbiger Schick». Das heisst: Holzmöbel im bäuerlichen Stil mit viel Weiss, Pastell und einem Schuss Romantik.

Kaputt ist nicht gleich kaputt. Die einen entsorgen ihre Hose, wenn der Stoff gerissen ist. Und die anderen kaufen ihre Jeans grundsätzlich nur verwaschen, abgetragen und mit raffiniert platzierten Löchern. Etwas, das ganz neu aussieht und unversehrt ist? Geht gar nicht!

Bei der Einrichtung ist es ganz ähnlich. Nicht alle mögen den Glanz des Neuen. Eine schöne Patina verleiht den Möbeln einen gewissen Charme. Sie scheinen Geschichten zu erzählen, sind alte Freunde, erinnern an gute, alte Zeiten. Doch wie bei allen originellen Trends gibt es einiges zu beachten. Damit aus kaputt nicht schmuddelig wird.

Viel Weiss und Massivholz

Nein, die alte Schrankkombi aus Spanplatten aus der Brockenstube ist eben kein schäbiger Schick. So praktisch sie auch sein mögen, Spanplatten altern nicht wirklich schön. Ist das Furnier erst einmal am Bröckeln und die Farbe stellenweise ausgebleicht, muss ein neues Möbel her. Denn der Stil spielt eine Rolle. Shabby hat mit Antiquitäten zu tun. Doch ein teures, echtes Louis-Philippe-Teil ist damit nicht gemeint. Eher Bauernmöbel, es kann genauso der schlichte Shaker-Stil sein. Beim Shabby Chic gehört auch immer Romantik dazu. Holz ist ein Muss, genauso wie verspielte Sofas oder Ohrensessel.

Und damit die bestossene Oberfläche von Möbeln so richtig schön zur Geltung kommt, wird das Holz bemalt. Weiss ist die dominierende Farbe. Es suggeriert Reinheit, Leichtigkeit und Frische. Und Weiss ist praktisch. Es funktioniert ideal als verbindendes Element von verschiedenen Möbelstilen. Grau hat den gleichen Effekt. Dazu werden pastellige und gedeckte Töne kombiniert. Blütenmuster, Strickstrukturen, Gehäkeltes und Leinenstoffe ergänzen den gebrauchten Look perfekt. Karomuster erinnern an Hüttenromantik. In der kälteren Jahreszeit kann man gut Felle dazulegen.

Ran an den Hammer!

Und jetzt wird es ein wenig brutal: Was nämlich, wenn man einfach keine Möbel oder Dekorationen findet, die schäbig genug sind? Dann kann man rund 20 Jahre warten, sich eine alles zerkratzende Katze zulegen, häufig Feste für die Kinder organisieren oder bewusst ungeschickt mit der Einrichtung umgehen. Es geht natürlich auch schneller: Greifen Sie zu Schleifpapier und Hammer und bearbeiten Sie ein wenig die Oberfläche der Möbel. Es gibt auch Reisslack, der eine krakelierte, abblätternde Oberfläche erzeugt. Auf jeden Fall lässt es sich – sind die Möbel erst einmal schön shabby – ganz entspannt wohnen. Wenn mal was kaputtgehen sollte, weil man aus Versehen über Katzen und Kissen stolpert, wird alles nur noch schöner schäbig!

Eine ganz unkomplizierte Möglichkeit, um ein wenig in die 50er zu reisen, sind Accessoires. Dafür eignen sich Lampen ganz besonders gut. In den Fifties kamen Pendelleuchten aus Glas in Mode. Bunte Farben und eingeritzte Netzstrukturen oder Strichmuster waren der letzte Schrei. Die Formen: je verrückter, desto besser. Denken Sie nur an die grossen amerikanischen Schlitten aus dieser Zeit, die eher an Raumschiffe erinnerten. Und so manche Lampe der 50er ähnelte den berühmten Petticoats, die weit ausladenden Tüll-Unterröcke, die aus jedem Kleidchen ein bauschiges Ereignis machten.

Bei TopTip

Rosa und Helblau gehören zum Shabby-Stil.

Rosa und Helblau gehören zum Shabby-Stil.
Rosa und Helblau gehören zum Shabby-Stil.

Die Kollektion Nantes aus Massivholz erinnert an den ländlichen Charme der Bretagne. Inspiriert vom südlichen Spanien, strahlen diese Massivholzmöbel warme Gemütlichkeit aus (grosses Bild). Tisch: Fr. 999.–, Sideboard: Fr. 1399.–. Dazu gibt es passende Accessoires, etwa die Uhr im Shabby-Stil für Fr. 39.90 oder das Geschirr Silverline (Tasse: Fr. 7.90, Unterteller: Fr. 6.50). Alles erhältlich bei Toptip.

Preise Stand 10. Oktober 2014

Schäbiges zum Selbermachen

Weisse Körbchen
Alte Körbe werden schick, wenn Sie diese mit verdünnter Acrylfarbe streichen. Am besten in einem Weisston.

Neues Leben für Koffer
Stapeln Sie schöne, alte Koffer übereinander. So entsteht eine originelle Ab-lagefläche mit viel Stauraum.

Von Ast zu Ast
Bemalen Sie Äste mit Acrylfarbe in Pastell oder Weiss, und hängen Sie zum Beispiel selbst gehäkelte Herzen dran.

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Katalin Vereb

Redaktorin, Kolumnistin

Foto:
Heiner H.Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 13.10.2014, 17:59 Uhr

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