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Arbeit, die Früchte trägt: Im Herbst sind diverse Früchte reif, etwa Äpfel, Himbeeren und Baumnüsse.









Sabines Garten – Schlaraffenland Balkonien

Was für eine wunderbare Zeit vor dem Fenster und auf dem Dach: In Kübeln, Töpfen und Pflanzsäcken wird das eigene Obst reif. Und auch im Garten darf nun tüchtig zugelangt werden. Guten Appetit!

Der Biss in einen frisch vom Baum gepflückten Apfel ist der Inbegriff von Frische schlechthin. Auf dem Balkon ist die Ernte zwar nicht riesig, aber die kleinen Obstbäumchen in den Gefässen tragen doch eine Handvoll Früchte. Gerade genug, damit die Kinder erleben können, wie so ein selber gezogener Apfel heranreift, wie saftig er schmeckt und – vor allem – gerade genug, um uns Lust zu machen auf mehr. Meine Tochter hat ihrem Zwergbäumchen den ganzen Sommer über selber Wasser gegeben und nun ist sie natürlich sehr stolz auf die ersten eigenen Früchte. Ich würde jedem Kind einen kleinen Apfelbaum schenken, wenn sich das irgendwie machen liesse! Viel braucht man ja nicht: einen Kübel mit Abzugslöchern, einen Sack Substrat, einen Zwergapfelbaum, eine Giesskanne. Das ist schon alles. Dafür müsste sich doch überall ein Plätzchen finden lassen!

Wichtig ist, unbedingt ein Bäumchen zu kaufen, das auf zwergwüchsige Wurzeln veredelt ist, und nicht einfach einen grossen Baum, der noch klein ist. Leider funktioniert es auch nicht wirklich, wenn die Kinder Apfelkerne säen: Zwar wachsen eventuell kleine Bäumchen draus, aber es dauert ewig und sie werden riesig, bis sie dann eventuell mal Früchte tragen – falls überhaupt. Die Zwergapfelbäumchen aber werden aufgepfropft und mit der gewünschten Sorte veredelt, sodass sie schon im ersten Jahr nach dem Kauf Früchte tragen. Vor allem aber werden sie nicht grösser als zwei Meter, und man kann sie gut in Form schneiden, sodass sie jahrelang auch auf einen kleinen Balkon passen. Gut sind diesbezüglich auch Säulenbäumchen, die nur einen langen Trieb haben und noch weniger Platz brauchen.

Nebst den kleinen Apfelbäumchen, die sich dieses Jahr trotz des schlechten Frühlings gut entwickelt haben, ernten wir ein paar Pfirsiche (kleine Pfirsichbäumchen gedeihen auf einer sonnigen Terrasse auch ganz gut) und eine einzelne Kirsche, die den Hagel im Frühsommer überstanden hat. Immerhin, eine Kirsche ist besser als gar keine. Und vor allem ist diese eine Kirsche der Beweis, dass es funktionieren kann. Ja, man kann allerlei kleine Obstbäumchen in Kübeln, in Pflanzsäcken oder alten Mülltonnen auf dem Balkon oder auf der Dachterrasse ziehen. Man kann sie sogar jetzt noch pflanzen. An meine werde ich dann im Winter Lämpchen und lustige Deko hängen.

Besonders Freude habe ich an unserem recht stattlichen Feigenbaum, den ich diesen Frühling mithilfe einer Freundin erst ins Auto und dann in den Lift gequetscht und schliesslich die Estrichtreppe hochgeschleppt habe. Er fühlt sich äusserst wohl im warmen Mikroklima über den Dächern der Bieler Altstadt und trägt entsprechend Früchte. Einfach wunderbar! Feigenbäume sind übrigens sehr praktisch für faule Gärtner. Man muss sie nur in einen möglichst grossen Kübel mit gutem, wasserdurchlässigem Substrat pflanzen. Und wenn man mal übers Wochenende wegfährt und nicht jeden Tag giessen kann, vertragen sie das, ohne Schaden zu nehmen. Aber natürlich brauchen sie dann nachher wieder Wasser. Wie bei allen Obstgehölzen ist es so, dass sie nur grosse, saftige Früchte bilden können, wenn sie insgesamt genug Wasser kriegen. Ich gebe meinen Balkonbäumchen auch regelmässig Bio-Flüssigdünger. Denn in den Töpfen haben ihre Wurzeln ja nicht die Möglichkeit, in tieferen Erdschichten nach Nahrung zu suchen, sie sind absolut auf das angewiesen, was wir ihnen geben. Und von nichts kommt nun einmal nichts, das gilt im Garten genauso wie auf dem Balkon. Was auf dem Balkon auch erstaunlich gut gedeiht, sind Himbeeren im Kübel. Einfach eine einzelne Himbeere in einen grösseren Topf pflanzen, an einem Stock aufbinden, immer gut giessen – et voilà! Herbsthimbeeren mag ich besonders gern; sie werden erst jetzt reif. Ihre Früchte sind schön gross, und es gibt auch gelbe Sorten. Sehr lecker und auch für kleine Naschmäuler natürlich ein Vergnügen!

Da auf dem Balkon und der Terrasse der Platz knapp ist, gilt es, jedes Fleckchen zu bepflanzen. Sowieso mag ich nackte Erde nicht besonders, das sieht nicht sehr schön aus, und vor allem trocknet unbepflanzte Erde viel schneller aus und verhärtet, sodass dann auch das Giessen schwierig wird. Also unterpflanze ich meine Obstbäumchen, wo immer möglich.
Immertragende Erdbeeren wie beispielsweise die Sorte «Mara des Bois» haben sich dafür gut bewährt: Sie sehen jetzt auch hübsch aus mit ihren langen Trieben, die über die Topfränder herabhängen, und immer noch ab und zu ein paar Früchtchen bilden. Die neuen Triebe pflanzen wir separat ein, sobald sie Wurzeln zu bilden beginnen. So kann man aus einer einzelnen gekauften Erdbeerpflanze mit den Jahren einen ganzen Erdbeerteppich heranziehen.
Auch Salate eignen sich gut zum Unterpflanzen von grossen Kübeln. Jetzt, im September, kann man noch einige Setzlinge pflanzen. Die Sorte ist nicht so wichtig. Gegen das Ende der Saison hin nehme ich einfach das, was ich noch bekommen kann.

Einiges kann man auch jetzt noch gut selber säen: Rucola, Kresse, Barbarakresse, Schnittsalate, Asiasalate, aber auch Koriander und in einem warmen September sogar etwas Basilikum. Im Zweifelsfall einfach ausprobieren. Ende Saison hat man sowieso oft noch angebrauchte Samentüten übrig. Da säe ich dann lieber auch spät noch etwas auf gut Glück, als die Samen später wegwerfen zu müssen, weil sie abgelaufen sind. Viele grössere Gemüse kann man auch als Babygemüse ernten, beispielsweise Mangold oder Fenchel. Wenn sie im Herbst nicht mehr gross werden, ernte ich einfach die jungen Blättchen als Salatbeigabe.

Für den September

  • Auf abgeernteten Gemüsebeeten jetzt noch Winterspinat, Feldsalat, Barbarakresse und japanischen Senf säen.
  • Auf nicht verwendeten Beeten Gründünger säen, damit die Beete möglichst nicht brach liegen. Sonst wäscht die Erde über den Winter aus.
  • Alternative: Brach liegende Flächen gut mit Mulch und halb verrottetem Kompost zudecken.
  • Blumenzwiebeln besorgen und sie nach und nach pflanzen. Die grössten Zwiebeln wie Kaiserkronen und Narzissen kommen zuerst in den Boden, dann die Tulpen und am Schluss die kleinen Zwiebeln wie Krokusse oder Blausternchen.
  • Zweijährige Frühlingsblumen wie Stiefmütterchen, Hornveilchen und Vergissmeinnicht säen oder Ende Monat gekaufte Setzlinge auspflanzen. 
  • Hecken und Beerenobst schneiden.
  • Rosen bestellen, falls grössere Pflanzungen geplant sind. Jetzt ist die Auswahl noch gross. Sie werden dann im November oder im Frühling geliefert und gepflanzt.
  • Beetstauden pflanzen, zu dichte Stauden können im Herbst auch gut geteilt und neu eingepflanzt werden.
  • Winterquartier für Kübelpflanzen organisieren, Material zum Abdecken vorbereiten.
  • Jetzt nicht mehr düngen!
  • Clematis pflanzen.
  • Immergrüne Laub- und Nadelgehölze schneiden und pflanzen. Achtung: Bei Thujas nicht ins alte Holz schneiden, sie treiben dann nicht mehr aus. Bei Buchs und Eiben hingegen klappt das ganz gut und sie können nach Belieben geformt werden.

Veranstaltungen und Tipps

Samstag, 14. September, 14 Uhr, Coop Bau + Hobby Biel: Auftritt von Sabine Reberanlässlich der Naturaplan-Ausstellung. Thema: Balkonien im Herbst, was kann ich jetzt noch pflanzen? Praktische Tipps und Fragestunde.

Sonntag, 29. September, 11 Uhr, Gewächshaus Lubera Obst- und Beerenzüchter, Lagerstrasse, 9470 Buchs SG. Lesung und Fragestunde mit Sabine Reber.

Mehr über «Die Obstbäumchen auf dem Dachbalkon» von Sabine Reber und viele praktische Tipps dazu finden Sie auf Youtube. Auf Sabines Gartenkanal sind nun auch diverse neue Videos zu anderen praktischen Gartenthemen aufgeschaltet.

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Sabine Reber

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Foto:
Stöh Grünig
Veröffentlicht:
Freitag 30.08.2013, 17:46 Uhr

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