Familie Jakaj bei Tisch: Kürbissuppe selbst gemacht oder Fast Food? Für die Jungs keine Frage!

Schnäderfrässigkeit am Familientisch

Bei jedem Essen das gleiche Szenario: motzende Kinder und frustrierte Eltern. Das erfordert viel Geduld, wie auch Familie Jakaj derzeit lernen muss.

Leart verzieht sein Gesicht. Suppe? Iiiiih! Der Dreijährige mag vieles nicht, was ihm seine Eltern vorsetzen. Hamdi (in wenigen Tagen 11 Jahre) boykottiert Gemüse, könnte aber ständig Pizza verdrücken. Der 12-jährige Valtine isst zum Glück alles. Die drei Söhne von Liridon (34) und Fatmire (32) Jakaj aus dem waadtländischen Renens bringen ihre Eltern oft zur Verzweiflung, wenn es ums gemeinsame Essen geht. «Ich verbringe viel Zeit in der Küche, weil mir eine gesunde Ernährung wichtig ist», sagt die Mutter. «Doch wenn ich feststelle, dass die Kinder es nicht mögen, ist das manchmal entmutigend. Man muss Geduld haben. Es hat keinen Sinn, sie zum Essen zu zwingen.»

Damit bei den Mahlzeiten keine schlechte Stimmung aufkommt, kriegt  Hamdi nicht selten ein eigenes Gericht – ohne Gemüse. «Das ist eine Phase. Irgendwann wird er wieder vernünftiger essen. Doch zum Glück mag er Früchte», erzählt der Familienvater. Da er im Coop Prilly arbeitet, macht er die Besorgungen. «Wir haben zwei Gefriertruhen, daher erledige ich zwei Mal pro Woche einen Grosseinkauf.»

Zu Tisch, ihr Lieben!

Mittags kommt fast die ganze Familie zusammen. Nur der Älteste isst bei seinen Grosseltern, die in der Nähe seiner Schule wohnen. «Ich freue mich, dass ich in der Mittagspause nach Hause kommen und meine Lieben sehen kann», sagt Vater Liridon. «Man muss gut organisiert sein, aber es lohnt sich.» Nudeln, Reis und Poulet kommen zum Glück bei allen gut an. Dazu macht Mama Fatmire gerne Saucen auf Gemüsebasis.

Abends essen die Kinder gegen 18 Uhr, die Eltern erst gegen acht. «So gibt es für alle am wenigsten Stress», sind sie sich einig. Liridon ist der Nimmersatt der Familie. «Ich brauche vier bis fünf Mahlzeiten pro Tag», erzählt er und fasst sich an den Bauch. «Doch ich nehme niemals zu!»

Multikulti auf dem Teller

Einmal pro Woche gibt es Spezialitäten aus dem Kosovo, dem Heimatland der Familie Jakaj. Fatmire nimmt sich die Zeit, Bureks (Blätterteigtaschen) mit Frischkäse und Fleisch sowie Pite (gefüllte Teigschnecken) mit Spinat und Feta zuzubereiten. «Doch wir essen auch oft Raclette», erzählt der Vater. «Wir haben uns in der Schweiz, wo unsere drei Kinder geboren sind, sehr schnell integriert. Ich liebe die Mentalität und die Gastfreundschaft in diesem Land.»

Und was gibt es morgen?

An diesem Abend gibts jedoch keinen geschmolzenen Käse, sondern verschiedene Sorten Aufschnitt, mehrere Salate und Früchte. Nesthäkchen Leart, der an diesem Tag Geburtstag feiert, möchte lieber Kuchen. Oder Chicken Nuggets. Und sein Bruder Hamdi natürlich Pizza. Daher wird sich Mutter Fatmire später beim Zubettgehen bestimmt die Haare raufen – und sich die gleiche, immer wiederkehrende Frage stellen: «Was soll ich morgen bloss kochen?»

  • Erstellen Sie einen Essensplan für die gesamte Woche. Und bloss keine Schuldgefühle, wenn ein Gericht öfter auftaucht: Kinder lieben Rituale.
  • Schälen und schneiden Sie Gemüse und Kartoffeln am frühen Morgen und legen Sie sie ins Wasser. Vor dem Mittag- oder Abendessen müssen Sie diese dann nur noch kochen. Wenn möglich, sollte man das Gemüse natürlich so frisch wie möglich zubereiten. Denn pro Stunde Stehenlassen in Wasser gehen laut einer Studie der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung tatsächlich rund 5 Prozent Vitamine verloren. Wenn es aus zeitlichen Gründen nicht anders möglich ist, ist es dennoch besser, Gemüse bereits am Morgen zu rüsten als ganz darauf zu verzichten.
  • Lassen Sie die Kinder bei der Zubereitung der Mahlzeiten mitmachen: Schon von klein auf haben sie Spass daran, Zutaten anzufassen, an ihnen zu riechen und sie zu vermischen.
  • Kochen Sie am Wochenende ein Gericht in grosser Menge und frieren Sie es portionsweise ein.
  • Stellen Sie einen Rohkostteller mit auf den Tisch. So kann jedes Familienmitglied noch ein paar zusätzliche Vitamine naschen.

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Text:
Joëlle Challandes
Foto:
Nicolas de Neve
Veröffentlicht:
Montag 09.10.2017, 11:00 Uhr

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