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Schokoladenglück für alle

Ein Schokohase gehört zu Ostern wie gefärbte Eier. Dank Kakao aus fairem Handel freuen sich auch Bäuerinnen wie Mary Akosua, wenn in der Schweiz viel Schoggi vertilgt wird.

Mit der Machete löst Kakaobäuerin Mary Akosua die Bohnen aus der Kakaoschote. 

Mit der Machete löst Kakaobäuerin Mary Akosua die Bohnen aus der Kakaoschote. 
http://www.coopzeitung.ch/Schokoladenglueck+fuer+alle Mit der Machete löst Kakaobäuerin Mary Akosua die Bohnen aus der Kakaoschote. 

Wir verlassen das Dorf voller lebhafter Kinderstimmen und dringen in den stillen und grünen Wald ein. Der Pfad führt uns durch hohes Gras bis zu den ersten Bäumen und zur nur zwei Hektaren grossen Kakaopflanzung von Mary Akosua (58). Wie fünf Millionen Kakaobauern auf der ganzen Welt, besitzt auch sie eine kleine Farm, die von ihrer Familie geführt wird und deren Kakao-Ernte ihre Lebensgrundlage bildet. Wir befinden uns in Ghana in der Nähe von Kumasi, dem Geburtsort des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan, zwei Flugstunden von der Hauptstadt Accra entfernt. Kumasi liegt im Herzen der Region Ashanti, deren wirtschaftliche Tätigkeit sich stark um den Anbau der Kakaobohne dreht.
Die Kakaobäuerin Mary Akosua ist Mitglied von Kuapa Kokoo, der grössten Fairtrade-zertifizierten Kakao-Kooperative auf dem afrikanischen Kontinent. Diese zählt über 80 000 Mitglieder. Durch die Fairtrade-Zertifizierung haben die Bauern faire Handelsbedingungen; sie profitieren unter anderem von Preisstabilität und der Fairtrade-Prämie, die sie zusätzlich zum Verkaufspreis erhalten. Zudem gibt es für den Anbau klare ökologische Kriterien. Der Name Kuapa Kokoo stammt aus der Lokalsprache Twi und bedeutet «gute Kakaoproduzenten». Ghana ist der zweitgrösste Kakao-Exporteur weltweit, nach der Elfenbeinküste.

Umdenken war gefragt

Vorbereitung für die Fermentierung: Die Kakaobohnen werden auf Bananenblättern ausgelegt und dann mit einer weiteren Schicht Blätter bedeckt.

Vorbereitung für die Fermentierung: Die Kakaobohnen werden auf Bananenblättern ausgelegt und dann mit einer weiteren Schicht Blätter bedeckt.
http://www.coopzeitung.ch/Schokoladenglueck+fuer+alle Vorbereitung für die Fermentierung: Die Kakaobohnen werden auf Bananenblättern ausgelegt und dann mit einer weiteren Schicht Blätter bedeckt.

Die Produktion der Bohnen, aus denen Schokolade hergestellt wird, hat es in sich. «Einst hatten wir zwei verschiedene Jahreszeiten: die Regenzeit, die von April bis September dauerte, und die Trockenzeit», erzählt Mary. «In letzter Zeit aber hat es im November übermässig viel geregnet und dafür nur zwei, drei Mal in der Zeit, als es dies hätte tun sollen. Zum Glück hat uns Kuapa Kokoo die Agroforstwirtschaft nähergebracht.» Dabei werden weitere landwirtschaftliche Nutzpflanzen auf der gleichen Fläche zusammen mit Kakaobäumen angebaut – so gedeihen daneben mehrjährige Pflanzen wie Edel- und Fruchtbäume, Palmen und verschiedene Sträucher oder Bambus. Dadurch, so Mary Akosua, hätten die Bauern gemerkt, dass der Kakaobaum im Schatten anderer Bäume besser gedeiht; sonst ist er den Launen des Wetters stärker ausgesetzt und bringt deutlich weniger Ertrag. «Wenn man bedenkt, dass wir vorher seit Generationen glaubten, die tropischen Bäume mitten in den Kakaoplantagen würden Krankheiten übertragen …»

Die fermentierten und getrockneten Kakaobohnen sind nicht mehr weiss, sondern braun. Sie werden nun weiterverarbeitet.

Die fermentierten und getrockneten Kakaobohnen sind nicht mehr weiss, sondern braun. Sie werden nun weiterverarbeitet.
http://www.coopzeitung.ch/Schokoladenglueck+fuer+alle Die fermentierten und getrockneten Kakaobohnen sind nicht mehr weiss, sondern braun. Sie werden nun weiterverarbeitet.

Sensibelchen Kakao

Frank Okyere (37), Umweltverantwortlicher bei der Kooperative Kuapa Kokoo, weiss um die Sensibilität der immergrünen Kakaopflanze: «Sie liebt es heiss und feucht, mag aber keine direkte Sonne; sie mag es luftig, aber nicht windig ... Alles in allem eine Pflanze, die man hätscheln muss, damit sie gut gedeiht und lange lebt.» 

«

Je mehr Kakao wir verkaufen, desto besser für den Kampf gegen die Armut.»

Mary Akosua (58), Kakaobäuerin

Viel Schokolade essen

Kurz bevor wir den Rückweg ins Dorf antreten, sagt Mary Akosua nachdrücklich: «Sagen Sie Ihren Lesern, sie sollen Schokolade essen – je mehr Kakao wir verkaufen, desto besser können wir die Armut bei uns bekämpfen.» Da hat sie recht, denn die von Chocolats Halba produzierte Coop-Schoggi trägt das Fairtrade-Max-Havelaar-Label. Halba, führender Lieferant von «fairer» Schokolade in der Schweiz, bezieht schon seit Jahren Fairtrade-Kakao von der ghanaischen Kooperative. Mit der Fairtrade-Prämie, die Mary Akosua und ihre Berufskollegen bekommen, können sie eigene Projekte realisieren, wie etwa Weiterbildungen für sich selber oder Schulbildung für ihre Kinder. Darum dürfen wir herzhaft und ohne schlechtes Gewissen in einen Osterhasen der Coop-Eigenmarke Qualité & Prix beissen – sie alle sind mit dem Fairtrade-Max-Havelaar-Gütesiegel ausgezeichnet.

Hier finden Sie die Tat Nr. 188
Hier finden Sie alle Taten auf einen Blick

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Text: Natalia Ferroni

Foto:
Remo Nägeli, Alain Intraina
Veröffentlicht:
Donnerstag 17.03.2016, 10:30 Uhr

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