Wenn Geräusche zu sehr stören, hilft ein Gehörschutz.

Schutz fürs Gehör

Unsere Augen schützen wir mit Sonnenbrillen, Ohrstöpsel sind weit weniger attraktiv. Dabei gibt es sie auch als Hightech-Variante.

Das Quietschen eines  Zuges kann ohrenbetäubend sein. Im Vergleich dazu sind Fingernägel oder Kreide auf einer Wandtafel weniger laut, jedoch nicht weniger nervig. Auch ein Messer, das auf dem Teller kratzt, der Zahnarztbohrer oder die Rückkopplung eines Mikrofons sind für viele Menschen unerträglich. Sogar eine einzelne Mücke, die mit gerade einmal zehn Dezibel summt, kann Ruhesuchende in den Wahnsinn treiben. Dem Gehör schadet es aber nicht – anders als Laubbläser und Durchfahrtsstrassen.

Nach der Luftverschmutzung ist Lärm die zweithäufigste Umweltursache für Gesundheitsprobleme. Als grösste Belastung gilt Nachtfluglärm, am schädlichsten für das Ohr ist dauerhaft laute Musik per Kopfhörer. Dabei spielt es keine Rolle, ob dem Zuhörer das Geräusch gefällt – laut ist laut. Dank strenger Regulierungen sind Autos, Flugzeuge und Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren leiser geworden. Insgesamt hat der Verkehrslärm dennoch zugenommen, die Häufigkeit von Lärmspitzen ist gestiegen. Jede davon löst einen Alarm im Körper aus, der mit der Ausschüttung von Stresshormonen reagiert. Wer Dauerlärm ausgesetzt ist, fühlt sich unter Umständen wie betrunken: Das Kurzzeitgedächtnis leidet, die räumliche Orientierung nimmt ab.

Schutzmassnahmen

Daher ist es wichtig, sich zu schützen, etwa mit Gehörschutzkapseln (wie auf einer Baustelle) oder Ohrstöpseln (wie beim Rock-Konzert). Sie senken den Geräuschpegel um mindestens zehn Dezibel. Je nach Funktion braucht es einen speziell ausgelegten Gehörschutz – zum Schlafen soll er eher tiefe Frequenzen abblocken wie etwa Verkehrslärm oder Schnarchen.

Heimwerker dagegen müssen sich vor hohen Frequenzen ihrer Maschinen schützen, aber Stimmen dennoch hören können. Musiker wählen einen Gehörschutz, der über die ganze Bandbreite gleichmässig dämpft. Kinder kommen besser mit Kapselgehörschutz zurecht, weil ihnen Stöpsel oft nicht passen. Zudem hören sie mehr: Die Wahrnehmung hoher Frequenzen nimmt mit zunehmendem Alter ab.

Praktische Physik

Spezielle Anti-Lärm-Kopfhörer arbeiten mit einem physikalischen Trick: Zu den Schallwellen, die sie mit einem eingebauten Mikrofon «hören», erzeugen sie Gegenwellen derselben Frequenz, aber um 180 Grad phasenverschoben. Auf diese Weise wird das Störgeräusch ausgelöscht – ideal zum ungestörten Arbeiten oder Musikhören. Je nach Geräuschprofil und Qualität des Kopfhörers funktioniert das mehr oder weniger gut.

Wer häufig einen Gehörschutz braucht, kann diesen den eigenen Bedürfnissen entsprechend anfertigen lassen. Das hat nicht nur den Vorteil, dass er dann perfekt passt, sondern auch, dass man nur das hört, was man auch wirklich hören will.

Ohrenschmeichler

Wer viel Ruhe hat, kann auch mehr Lärm ertragen. Ruhe bedeutet allerdings nicht Stille, sondern eine angenehme Klangkulisse. Das, was wir in einer natürlichen Umgebung hören, etwa in einem Park, kommt dem recht nahe. Ist gerade kein Park in der Nähe, helfen Apps wie «Weisses Rauschen»: Sie spielen verschiedene beruhigende Geräusche ab wie zum Beispiel Feuerknistern, Regen oder fliessende Gewässer, die sich zudem noch mischen lassen.

«Weisses Rauschen», gratis (mit Werbung) für iOS, ab 3 J.

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Text:
Daniela Gschweng
Foto:
iStock, ZVG
Veröffentlicht:
Montag 23.10.2017, 13:42 Uhr

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