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Das Display in der Mittelkonsole stellt die Funktion des Antriebs schematisch dar.

Das Tanken geht ebenso schnell wie bei einem herkömmlichen Auto.

Brennstoffzellenantrieb

Abgasfrei  Das Prinzip ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. 100 Jahre später lieferte sie die Energie für Raumfahrzeuge, und nun erobert die Brennstoffzelle auch das Auto.  

Die Idee ist faszinierend: Ein Antrieb fürs Auto, der in der Umwelt statt Abgasen nichts als Wasserdampf hinterlässt. Genau dies leistet die Brennstoffzelle, und die ersten Autos mit einem solchen Antrieb sind bereits in der Schweiz auf dem Markt. Vor drei Jahren lancierte der koreanische Hersteller Hyundai den ix35 Fuel Cell (englisch für Brennstoffzelle), inzwischen ist Toyota mit dem Mirai gefolgt. Beide Modelle fahren elektrisch, den Strom erzeugen die Brennstoffzellen: Wasserstoff (H2), mit dem die Fahrzeuge betankt werden, verbindet sich darin mit Sauerstoff (O2) aus der Umgebungsluft zu Wasser (H2O). Der so gewonnene Strom treibt den Elektromotor an. Zudem wird die beim Bremsen und Bergabfahren zurückgewonnene Energie in einer Batterie gespeichert und bei Bedarf an den Elektromotor weitergeleitet.

Auspuff? Fehlanzeige: Der Hyundai ix35 Fuel Cell produziert keine Abgase, sondern nur Wasserdampf.

Auspuff? Fehlanzeige: Der Hyundai ix35 Fuel Cell produziert keine Abgase, sondern nur Wasserdampf.
Auspuff? Fehlanzeige: Der Hyundai ix35 Fuel Cell produziert keine Abgase, sondern nur Wasserdampf.

Bewährte Technik

Davon ist beim Fahren nichts zu merken, abgesehen von der im Vergleich zum Verbrennungsmotor stärkeren Beschleunigung beim Anfahren und beim Überholen. Das ist typisch für den Elektromotor. Anders als Elektroautos mit Batterie, die man an der Steckdose aufladen kann, sind Brennstoffzellenmodelle auf Wasserstoffzapfsäulen angewiesen. Die sind zwar noch rar, doch bald wird bei Coop Pronto in Hunzenschwil die erste öffentliche Wasserstofftankstelle eröffnet. Dort tanken dann auch die Brennstoffzellen-Camions, die von der benachbarten Coop-Verteilzentrale Schafisheim aus im Testbetrieb unterwegs sein werden.

Dass die Brennstoffzellen funktionieren und die Wasserstofftanks sicher sind, haben zahlreiche Tests bereits erwiesen. Auch die Kosten für die Herstellung sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, und die Serienproduktion von Brennstoffzellenautos wird diese Entwicklung verstärken. Ein Kostenvorteil gegenüber Elektroautos mit Batterie liegt im kleineren Akku – beim Brennstoffzellenantrieb dient er nur der Energierückgewinnung und braucht darum weniger Kapazität. Weitere Vorteile sind die kurze Tankzeit – etwa drei Minuten – und die vergleichsweise hohe Reichweite: Der Hyundai ix35 Fuell Cell fährt mit einer Tankfüllung mehr als 600 Kilometer, wenn die Zapfsäule Wasserstoff mit 700 bar Druck anbietet.

Der Wasserstofftank liegt unter dem Kofferraumboden.

Der Wasserstofftank liegt unter dem Kofferraumboden.
Der Wasserstofftank liegt unter dem Kofferraumboden.

Sauberer Strom

Das entscheidende Kriterium dafür, ob Brennstoffzellenfahrzeuge tatsächlich umweltfreundlich sind, ist aber die Wasserstofferzeugung. Die Umweltbilanz zeigt: Brennstoffzellen für Autos sind nur dann ökologisch sinnvoll, wenn sie mit Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Dieses Ziel verfolgt unter anderem das Projekt einer Wasserstoff-Elektrolyseanlage direkt am Wasserkraftwerk in Aarau. Bei der Vorstellung im Juni hiess es seitens der Projektpartner IBAarau und H2 Energy, dass damit die Jahresnachfrage von etwa 170 Personenwagen mit Brennstoffzellenantrieb gedeckt werden kann. Dieser ausschliesslich mit erneuerbarer Energie erzeugte Wasserstoff wird dann an der Coop-Tankstelle in Hunzenschwil erhältlich sein.

Diego Battiston, General Manager Hyundai Suisse

Diego Battiston, General Manager Hyundai Suisse
Diego Battiston, General Manager Hyundai Suisse

Benzin/Diesel belastet die Luft, Biosprit ist knapp – ist Wasserstoff die Lösung?
Diego Battiston, Hyundai Suisse: Die Zukunft fährt mit Wasserstoff, und sie hat bereits begonnen: Vom ix35 Fuel Cell sind in Europa 300 Fahrzeuge im Einsatz, mehr als von allen anderen Konkurrenz-Modellen zusammen.
Wie soll diese Technik über die Kleinserie hinauskommen?
Nur visionäre Ideen und Taten machen Veränderungen möglich. Hier fehlt uns noch das Umfeld zur technologischen Weiterentwicklung. Und es braucht ein dichtes Tankstellennetz.
Was bedeutet das Engagement von Coop?
Es ist ein wichtiger Schritt, diese Technologie allen verfügbar zu machen und beweist, dass die Brennstoffzelle alltagstauglich ist.

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Martin Winkel

Redaktor

Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Mittwoch 31.08.2016, 13:00 Uhr

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