Sicher ist sicher

Sie:  Langsam werde ich nervös, denn seit 24 Stunden ist mein Portemonnaie unauffindbar. In der Schweiz bliebe ich noch ruhig, in Italien aber nicht. Alle IDs sind drin, zwei Kreditkarten, der Fahrausweis. Kauft jemand mit meinen Karten ein, würde das für mich teuer werden. Doch sperre ich jetzt sofort alle Karten, und just dann finde ich mein Portemonnaie – das wäre ja auch rausgeschmissenes Geld.

 
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Ich klappere deshalb die Cafés von Grosseto ab, in denen ich gestern etwas getrunken habe. Keine Spur. Es muss also im Ferienhaus sein. Aber wo? Ich habe doch alles schon abgesucht, und nicht mal Schreiber weiss etwas. Mit letzter Verzweiflung nehme ich mir in der Stube noch einmal das Ungetüm von Wohnwand vor. Vielleicht ist das Portemonnaie ja hinten runtergerutscht. Aber dort liegt nur eine Menge Staub. Mehr aus Verzweiflung ziehe ich dann einen Stuhl heran, steige hoch und schaue in die oberen Schäfte. Was keinen Sinn macht, denn wer von uns würde dort oben etwas versorgen? Doch schon im ersten Schaft finde ich unsere gelbe Luftpumpe. Hä? Ich greife danach – und drunter kommt mein Portemonnaie zum Vorschein! Aha! Diebstahlsicherung à la Schreiber mit Sofort-Vergess-Garantie!

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Ich scheine etwas zerstreut zu sein.»

Nützt es, Wertsachen zu Hause kreativ zu verstecken? Weil Diebe ja überall suchen. Oder nützt es doch nichts, denn Profis sind ihren Opfern eh immer eine Nasenlänge voraus. Wer hat die besseren Argumente? Stimmen Sie unter neben stehendem Link ab.

Er: Ich ahnte, dass ich etwas mit dem Verschwinden von Schneiders Geldbeutel zu tun habe. Nur fiel mir grad nicht ein, was. Naja, mein Trost ist, dass auch ein Einbrecher das Portemonnaie nie gefunden hätte, genauso wenig wie die Luftpumpe. Aber ich muss vorsichtiger werden. Nicht, was meine Vorsichtsmassnahmen gegen Diebstahl betrifft, die sind nach wie vor top. Nein, ich scheine etwas zerstreut zu sein.

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Ich hab alles abgesucht. Auch Schreiber weiss nichts.»

Als wir vor einem Jahr in die Sommerferien fuhren, versteckte ich vorher die Dinge, die mir wertvoll sind, aber nicht teuer. Der Taufbecher meiner Grossmutter, ein Armreif meiner lieben Tante Lissy, die kleine Taschenuhr meines Vaters, die immer noch tickt. Ich tat das so gut, dass ich keine Ahnung mehr habe, wo die Sachen sind. Ich fürchte, ich habe sie im Schopf verborgen, was knifflig wäre, denn der ist ziemlich gross und chaotisch. Die Vorsicht liegt in meinen Genen. Auch meine Mutter benutzt immer sehr kreative Verstecke für ihre Wertsachen. Mir hat sie kürzlich eine Liste gegeben, auf der sie alle Verstecke der wichtigen Dinge notiert hat. Diese Liste habe ich natürlich gut versteckt.  Und ich bin sehr zuversichtlich, dass sie eines Tages auch wieder auftaucht.

 (Coopzeitung Nr. 33/2015) 

Mehr zu den Kolumnisten unter: www.schreiber-schneider.ch

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 10.08.2015, 17:48 Uhr

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