Sicherheit für den Nachwuchs

Sie sind Pflicht – aus gutem Grund: Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt oder getötet zu werden, ist für die Kleinen ohne Kindersitz dreimal höher.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung begann vor 65 Jahren auch in der Schweiz die Massenmotorisierung, und die gestiegene Mobilität führte zugleich zu einem rapiden Anstieg der Unfälle. Sicherheitsgurte und Kopfstützen waren erst ab den 1970er- Jahren bei Neuwagen selbstverständlich. Schon früher kamen Kindersitze auf den Markt. Einer der ersten in Europa, das Modell «Nicki» von Storchenmühle, war allerdings aus heutiger Sicht ein eher spartanischer Sitz, der dem Kleinkind zwar mehr Aussicht, jedoch nur wenig Halt zu geben vermochte. Die Hersteller entwickelten die Sicherheitstechnik aber stetig weiter. So war Storchenmühle vor 15 Jahren massgeblich an der Entwicklung der Isofi x-Befestigung für Kindersitze beteiligt, die heute in den
meisten Autos zur Standardausrüstung gehört. Dennoch sind immer noch viele Kinder im Auto mit Risiko unterwegs: Nach Angaben des Automobilclubs TCS ist nur die Hälfte richtig gesichert; sieben Prozent werden überhaupt nicht angeschnallt. Dabei kann ein Kindersitz bei einem Unfall die Gefahr für Leib und Leben deutlich senken. Aus gutem Grund wurde daher 2010 die gesetzliche Kindersitzpflicht um fünf Jahre ausgeweitet: Seither müssen junge Passagiere unter 1,5 Meter Grösse bis zu ihrem 12. Geburtstag mit einer «geeigneten Rückhaltevorrichtung» gesichert sein. Um diese Norm zu erfüllen, genügt zwar eine einfache Sitzerhöhung. Diese bietet jedoch keinen Schutz bei einem seitlichen Aufprall.

Viel Sicherheit, aber …

Einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik bieten die Kindersitz-Tests, welche der TCS gemeinsam mit anderen europäischen Automobilclubs jedes Jahr durchführt. 2015 wurden die Anforderungen erhöht und die Sitze zusätzlich auf Schadsto elastung geprüft. Insgesamt waren die Resultate der Testreihen des vergangenen Jahres beruhigend: 34 von 48 getesteten Modellen aller Gewichtsklassen wurden mindestens als «empfehlenswert» eingestuft – diese Kindersitze übertreff en die gesetzlichen Vorschriften meist deutlich.

… meist zu wenig Platz

Es gibt aber noch ein anderes Problem: Ist man mit dem Nachwuchs unterwegs, wird es in den meisten Autos schon bei zwei Kindersitzen auf den Rücksitzen eng. Das zeigten auch die Praxis-Tests, die der TCS in den vergangenen Jahren mit insgesamt 100 Neufahrzeugen durchgeführt hat. Dabei stellte sich heraus, dass gute Ergebnisse im Bereich Kindersicherheit bei den Euro-NCAP-Crashtests nicht viel über die Praxistauglichkeit aussagen – etwa darüber, ob in dem Auto mehrere Kindersitze Platz haben oder wie einfach deren Einbau ist. Der aktuelle TCS-Test ergab, dass in allen 13 Modellen mindestens zwei Kinder vorschriftsgemäss untergebracht werden können. Die Bestnote von fünf Sternen gab es für die Siebenplätzer Peugeot Partner Tepee, Renault Espace und VW T5 Multivan, in denen sich vier bis fünf Kinder vorschriftsgemäss unterbringen lassen. Auf vier Sterne kam der VW Passat Variant, der im Fond genug Platz für drei Kindersitze bietet. Die Empfehlung des TCS: Machen Sie vor dem Kauf des Familienautos eine Probefahrt mit dem Nachwuchs und den Kindersitzen, damit
es hinterher keine Überraschung gibt. 

Ältere Modelle:

3 verschiedene Modelle des ersten Kindersitzes «Nicki».


TCS-Kindersitztests

So sichern Sie die Kinder richtig:

Bis 1.5 Jahre

1.5 bis 4 Jahre

4 bis 12 Jahre

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Martin Winkel

Redaktor

Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 18.01.2016, 17:00 Uhr

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