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«Der Schnitt gefällt mir». Sina mit der neuen Frisur. Bald auch auf der Bühne zu bewundern.


Sina: «Ich mag keine halben Sachen»

Die langen Haare sind ab. Und auch ihre neuen Lieder sind auf das Wesentliche reduziert, wie ein guter Film. Es geht um die Suche nach dem Glück.

Erst lernte sie etwas Normales. Doch statt als Bankkauffrau das Geld zu mehren, machte sie lieber Musik. Mit Erfolg: Seit über 20 Jahren ist Sina (48) eine feste Grösse im Schweizer Mundart-Pop, nun kommt ihre neue CD. Wir trafen Sina noch im Zürcher Kino «Houdini», wenige Tage bevor es ein Raub der Flammen wurde.

Jugenderinnerungen: «Nachdem ich mit meiner Tante am Samstag die Wocheneinkäufe erledigt hatte, lud sie mich zu einem grossen Kaffee mit viel Schaum und einem Millionenlos ein. Bevor wir es gemeinsam aufrubbelten, malten wir uns aus, was wir uns leisten würden, falls wir die Million gewinnen sollten.»

Jugenderinnerungen: «Nachdem ich mit meiner Tante am Samstag die Wocheneinkäufe erledigt hatte, lud sie mich zu einem grossen Kaffee mit viel Schaum und einem Millionenlos ein. Bevor wir es gemeinsam aufrubbelten, malten wir uns aus, was wir uns leisten würden, falls wir die Million gewinnen sollten.»
Jugenderinnerungen: «Nachdem ich mit meiner Tante am Samstag die Wocheneinkäufe erledigt hatte, lud sie mich zu einem grossen Kaffee mit viel Schaum und einem Millionenlos ein. Bevor wir es gemeinsam aufrubbelten, malten wir uns aus, was wir uns leisten würden, falls wir die Million gewinnen sollten.»

Was ist an einem Kinobesuch so speziell?
Es beginnt schon mit der Vorfreude auf dem Weg ins Kino. Dann finde ich es schön, wenn es im Saal langsam dunkel wird – so bin ich für mich, spüre aber doch die Stimmung rundherum. Zum Erlebnis gehört auch die Pause mit Gesprächen und der unverzichtbaren Glace! Und anders als zu Hause, wo man meist nach dem Film gleich zu Bett geht, bleibt auf dem Heimweg Zeit, langsam wieder in die Realität zurückzufinden. 

War das schon in Ihrer Jugend so?
Gampel ist zwar ein kleines Dorf, aber es hatte ein Kino. Da mir der Gitarrenunterricht, meine Band und der Blauring wichtiger waren, ging ich jedoch kaum hin. Später hat mich das gefuchst, und seit ich in der «Üsserschwiiz» lebe, ist das Kino für mich extrem wichtig – es gibt mir die Möglichkeit, in vollkommen andere Welten einzutauchen.

Wen oder was sehen Sie gerne?
Filme mit Isabelle Huppert oder Juliette Binoche finde ich grossartig! Je älter diese Schauspielerinnen werden und je mehr Zerbrechlichkeit sie zulassen, desto faszinierender finde ich sie. Ich mag europäisches Kino, auch skandinavische und englische Filme. US-Blockbuster sind nicht mein Ding. Ich achte natürlich auch auf die Filmmusik, und da war es sehr schön zu erleben, wie «Ich schwöru» – mein Duett mit Büne Huber – im TV-Film «Dinu» die Aussage der Bilder verstärkt. Auf «Tiger & Reh» ist es genau umgekehrt: Zu den Alltagsgeschichten, die ich in meinen Liedern erzähle, soll die Musik in den Köpfen der Zuhörer Bilder entstehen lassen.

Eines dieser neuen Lieder heisst «Wartu uf ds Glick» – was hat Sie dazu inspiriert?
Unter dem Druck der Wertvorstellungen unserer Gesellschaft setzen sich viele Menschen im Beruf und privat enorm hohe Ziele – sie warten auf den Traumjob, den perfekten Partner, das ultimative Glück … Derart überhöhte Vorstellungen kann niemand erfüllen. Man muss dem Glück manchmal einen Schubs geben. Bei weniger hohen Erwartungen gäbe es vielleicht nicht mehr 50 Prozent Singles in unserem Land. 

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Man muss dem Glück manchmal einen Schubs geben.»

Wer hat bei Ihnen die Initiative ergriffen – Sie oder Ihr Ehemann Markus Kühne, dem das Liebeslied «Ja» gewidmet sein dürfte?
Wir gingen beide langsam aufeinander zu, aber erst nach ein paar Jahren musikalischer Zusammenarbeit. Beim ersten Zusammentreffen gerieten wir so aneinander, dass die Leute meiner Plattenfirma den Konferenzraum verliessen und wir beide rote Köpfe hatten (lacht)!

Worum ging es bei dem Streit?
Es handelte sich zwar «nur» um Demoaufnahmen für mein Debütalbum, das er produzieren sollte, aber es ging doch ans Eingemachte – die Entscheidung, wie genau die neue Platte klingen sollte. Diskussionen gibt es übrigens heute noch – wir argumentieren beide mit viel Feuer –, aber inzwischen haben sie eine ganz andere Qualität.

«Der Ring, auf dessen Innenseite man das darin verarbeitete Goldvreneli erkennt, ist ein Erbstück der Familie. Er begleitet mich seit meiner Teenager-Zeit und bedeutet mir sehr viel.»

«Der Ring, auf dessen Innenseite man das darin verarbeitete Goldvreneli erkennt, ist ein Erbstück der Familie. Er begleitet mich seit meiner Teenager-Zeit und bedeutet mir sehr viel.»
«Der Ring, auf dessen Innenseite man das darin verarbeitete Goldvreneli erkennt, ist ein Erbstück der Familie. Er begleitet mich seit meiner Teenager-Zeit und bedeutet mir sehr viel.»

Welchen Anteil hatte Ihr Ehemann am Entstehen des neuen Albums?
Aus der Produzentenrolle hat er sich bewusst zurückgezogen. Er war aber als Arrangeur und Flötist dabei und hat mir im regelmässigen Gedankenaustausch geholfen, 25 Song-Ideen zu entwickeln. Diese zu Drei-Minuten-Stücken zu kondensieren ist eine schweisstreibende Aufgabe. Wahrscheinlich kostet mich das Komprimieren auf das Wesentliche mehr Energie, als wenn ich eine Oper schreiben müsste! Umso mehr freue ich mich, wenn es mir gelingt, den Inhalt auf den Punkt zu bringen.

In vielen Songs geht es um Sehnsüchte. Wonach sehnten Sie sich bei diesem Album?
Nach Durchsichtigkeit - und zwar der musikalischen Art! Zwischendurch fürchtete ich, dass die Arrangements langweilig werden könnten, wenn wir abspecken. Schliesslich war es richtig, nur mit wenigen Elementen zu arbeiten – dafür aber die Passenden zu finden. Ob Alphorn, Klarinette oder Ukulele, sie können gut eingesetzt sowohl Spannung wie auch Atmosphäre erzeugen.

Sie haben eine neue Frisur – wenn kein neuer Mann dahinter steckt, was dann?
Mein Bündner Coiffeur, dem ich seit meinem Umzug nach Zürich vertraue, empfing mich jahrelang mit der Schere und dem Spruch: «Wämmer sie emol abschniide?». Und ich antwortete stets: «Värgiss sus, die Haar keerunt eifach z’miär!». Letztes Mal sagte ich aus einer spontanen Laune heraus «So, jetz chasch d’Scheri bringu!» Er hatte Hemmungen, wollte die Haare nur stufenweise kürzen, aber ich mag keine halben Sachen.

Und nun sind Sie glücklich?
Der Schnitt gefällt mir. Aber was ich mir erhofft hatte – weniger Aufwand – trat leider nicht ein. Statt zweimal im Jahr wie vorher müsste ich jetzt alle sechs Wochen zum Coiffeur und zwischendurch färben. Da ich mit 25 die ersten grauen Strähnen bekam, wäre ich sonst inzwischen wohl schon komplett weiss (lacht)! Ich will aber nicht klagen: Meine Mutter hat mir Volumen und mein Vater Locken vererbt.

Vier Daten im Leben von Sina

1966 Sie kommt am 28. Mai in Gampel VS zur Welt.

1995 Ihr Album «Wiiblich» erreicht Platz 1 – wie «Ich schwöru» 16 Jahre später.

2004 Heirat mit dem Musiker und Produzenten Markus Kühne.

2015 Mit der neuen CD «Tiger & Reh» ist sie ab dem 13. März auf Tournee.

Hier finden Sie eine detaillierte Biographie von Sina

Sina Live

  • FR, 13.03.2015 Luzern Stadtkeller
  • SA, 14.03.2015 Luzern Stadtkeller
  • FR, 20.03.2015 Zürich Moods
  • SA, 21.03.2015 Brugg Salzhaus
  • SA, 28.03.2015 Hotel Murten Murten
  • DI, 14.04.2015 Zermatt Zermatt Unplugged
  • FR, 17.04.2015 Schaffhausen Kammgarn
  • MI, 29.04.2015 Altdorf Theater Uri
  • DO, 30.04.2015 Basel Kuppel
  • SA, 02.05.2015 Mels Altes Kino
  • DO, 07.05.2015 Zug Chollerhalle
  • FR, 08.05.2015 Burgdorf Theater Casino
  • SA, 09.05.2015 Wetzikon Scala
  • SA, 16.05.2015 Kirchberg Eintracht
  • FR, 22.05.2015 Gelterkinden Marabu
  • DO, 28.05.2015 Winterthur Casino Theater
  • SA, 30.05.2015 Rubigen Mühle Hunziken
Ticketkauf und weitere Informationen auf der Webseite von Sina

Wir verlosen exklusiv 10 signierte CDs von Sinas Album: «Tiger & Reh»

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Besuchen Sie die Webseite von Sina

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Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Christoph Kaminski
Veröffentlicht:
Freitag 20.02.2015, 14:49 Uhr

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