Sind Rituale wichtig?

Sie:

Rituale sind extrem wichtig. Das steht in jedem Psychologie- und Familienratgeber. Wie kann man das nur in Frage stellen? Rituale geben uns Sicherheit und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit. Das macht doch die Individualität einer Familie aus. Ich bin mit Ritualen gross geworden und seit wir selber Kinder haben, pflegen wir unsere eigenen. Bloss in kulinarischer Hinsicht fehlt etwas. Ich beneide Menschen, die an Weihnachten immer das gleiche essen. Mein Bruder macht Gans, meine Nachbarin Würstchen und Kartoffelsalat. Und wir? Mal dies, mal das. Dabei finden es unsere Kinder grossartig, wenn gewisse Dinge nach festen Regeln ablaufen: Geburtstage, Muttertag, Weihnachten, Ostern. Das schenkt Geborgenheit. Und die brauchen wir alle.

Er:

Damit das klar ist: Ich bin natürlich nicht gegen Rituale. Aber man kann es auch übertreiben. Präziser: Schreiber übertreibt. Ginge es nach ihr, würden wir Jahr für Jahr nach dem genau gleichen Schema Weihnachten feiern. Sie würde immer nur das eine, von ihr auserwählte Menü kochen, sie würde immer drei Nüsse für Aschenbrödel schauen, sie würde immer Vivaldi hören. Und wenn ich diesen Plan nicht exakt im Kopf habe und etwas durcheinanderbringe, denn betrachtet das Schreiber gleich als mutwillige Sabotage. Und auf einmal herrscht schlechte Stimmung, nur weil ich ein wenig spontan war.

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Er:

Kinder brauchen Rituale, ja, das sagt sie schon richtig. Aber Schreiber sucht zwanghaft nach Ritualen, auch für sich selber. Und das kann problematisch sein, denn ein Ritual muss allen Beteiligten Freude machen – also auch mir. Nur werde ich eigentlich gar nie gefragt. Es könnte doch ein Ritual sein, dass wir an Heiligabend mal alle gemeinsam kochen. Mir würde das Spass machen. Dass es aber immer das gleiche Gericht sein muss, ist mir ehrlich gesagt schon zu viel Zwang. Und zudem bin ich der Ansicht, dass das bewusste Ausbrechen aus einem bestehenden Ritual auch eine Bereicherung sein kann – vielleicht sogar ein wenig auch eine Befreiung.

Sie:

Spontan sein ist wunderbar. Nicht aber an Festtagen, wie etwa Heiligabend oder Ostersonntag. So will Schneider immer wieder mal das Eierverstecken an Ostern abschaffen. Geht’s noch? Warum? Das gehört doch einfach dazu. Er macht mit seinen Ideen nur alle unglücklich. Ist doch egal, ob jemand an den Samichlaus glaubt oder nicht, es geht um das gemeinsame Verständnis. Um die Faszination der Wiederholung. Rituale schweissen emotional zusammen, denn die Gleichzeitigkeit der Gefühle tut wohl. Doch wenn Schneider die Abläufe umkrempeln will oder gar etwas vergisst, dann vermittelt er mir, dass er Rituale nicht so wichtig nimmt. Und das würde ich jetzt ganz spontan und wortwörtlich als haltlos bezeichnen.

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