«Soll man Dreck von anderen aufheben?»

Sie:

Es ist ja nicht so, dass ich es nicht gewohnt bin, Dinge vom Boden aufzuheben. Etwa Schneiders Socken. Die liegen manchmal unterm Bett, manchmal hinterm Sofa, sie lagen auch schon auf dem Schreibtisch. Seine Socken sind zwar kein Müll, aber ärgerlich ist es trotzdem. Andererseits ist auch nichts dabei, sich zu bücken. Gilt auch für herumliegenden Abfall in der Natur. Mir fällt da kein Stein aus der Krone. Und wenn das jeder täte, sähe es schon überall besser aus. Es braucht allerdings noch mehr Abfallkübel in der Natur. Wenn die schlecht Erzogenen diese nicht nutzen, dann tun es wir gut Erzogenen halt, und sammeln fremden Müll. 

Er:

Es ist ja weder eine grosse intellektuelle noch physische Leistung, ein zerknülltes Wurstpapier in den Abfallkübel oder eine Tonne, die neben der Feuerstelle steht, zu schmeissen. Und auch wenn Schreiber meint, es sei keine Sache, sich für ein fremdes Papierchen zu bücken, so sage ich: Das ist nicht das Thema. Klar, kann ich mich bücken, aber dann gebe ich demjenigen Recht, der das Papierchen weggeschmissen hat. Und das will ich nicht. Ich will, dass er kapiert, dass man selber für seinen Abfall verantwortlich ist. Dieses Verantwortungsgefühl gehört deshalb als Fach in den Kindergarten und in die Primarschule. Und bis das greift, bleibt der Dreck halt noch ein wenig liegen.

Was ist Ihre Meinung dazu?

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Sie:

Schneider liesse also den Dreck liegen, bis der Staat das Schulfach «Abfall auflesen» einführt. Männer denken zu einfach. Er delegiert die Suche nach einer Lösung an jemand anderen und meint, damit sei er fein raus. Aber selber kapiert er nicht, dass er eigentlich einen Volkshochschule-Kurs: «Wie hebe ich meine Socken vom Boden auf» besuchen müsste. Verantwortung übernehmen heisst auch, Dinge zu tun, die andere versäumt haben. So muss es sein, sonst funktioniert in unserer Gesellschaft auf einmal vieles nicht mehr.

Er:

Was soll jetzt die Geschichte mit den Socken? Manchmal lagere ich die Socken zwischen, weil ich sie noch einmal anziehen könnte, aber schon hat sie Schreiber aufgelesen und in die Waschmaschine gesteckt. Und es stimmt nicht, dass es mehr Abfallkübel braucht. Die müssen ja auch wieder von jemandem geleert werden. Nein: Wer bräteln geht, hat ja sowieso eine Tüte dabei. Die nimmt er nachher mit den Abfällen wieder mit nach Hause. Das muss er an der Schule so lernen. Punkt, fertig. Und an die Volkshochschule muss ich wegen meiner Socken sicher nicht! 

Wer konnte Sie überzeugen?

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Fazit:

Das Duell ist beendet. Obwohl Steven Schneider bei der ersten Runde mit seiner Meinung, den Dreck von anderen nicht aufzuheben, hinten lag, hat er auf der Zielgeraden aufgeholt und Sybil Schreiber überholt. Das knappe Fazit der Internetgemeinde ist also: Nein, den Dreck, den andere einfach so wegwerfen, müssen und sollen wir nicht aufheben.



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