Soll man Wut unterdrücken?

Sie:

Die Antwort ist eindeutig: Wut muss entweichen oder noch besser, sie sollte umgewandelt werden. Wie soll ich sonst zum Seelenfrieden finden? Dass Wut, Ärger oder gar Zorn unter Menschen entstehen, lässt sich nicht vermeiden. Ist auch nicht so schlimm, finde ich. Wichtig ist, wie man damit umgeht. Vor allem, wenn man sich nach einer Auseinandersetzung verletzt oder gar übers Ohr gehauen fühlt. Wenn man nichts tut, sondern den Frust nur schluckt, sich klein und mies fühlt, dann ist das definitiv nicht gesund. So ein Schrei – und wenn es auch ein stilles Ritual wie das Verbrennen von Wut ist – ist da schon viel besser. Wut loszuwerden, ohne jemanden dabei zu kränken, das tut gut.

Er:

„Die Freude flieht auf allen Wegen, der Ärger kommt uns gern entgegen“, dichtete Wilhelm Busch, und wie immer hat er Recht. Negative Gefühle haben es leichter, sich breitzumachen und sich dauernd zurück in die Gedanken zu schleichen, während positive Gefühle sich zunächst heftig zeigen, aber dann rasch und gründlich vergehen. Es scheint mir, dass es viel leichter ist, wütend zu werden, als sich heiter gelassen durch die teils komplizierte und knallharte Arbeitswelt zu bewegen, in der zuweilen auch getrickst und taktiert wird. Allerdings – und das ist das Entscheidende: Man kann nicht jedes Mal, wenn man frustriert oder verärgert ist, getäuscht oder benutzt wurde, einfach mal kurz rumschreien. Sonst ist man schnell weg vom Fenster.

Was ist Ihre Meinung dazu?

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Er:

Jaja, ich weiss schon, häufig unterdrückte Wut macht, das ist wissenschaftlich erwiesen, krank. Und wie! Erhöhter Cholesterinspiegel, Bluthochdruck, grösseres Herzinfarktrisiko und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Nur, der Witz ist eben, dass das ständige Ausleben von Aggressionen, und das ist auch wissenschaftlich bewiesen, das Krankheitsrisiko in keiner Weise senken. So gesehen ist Schreibers Idee, Wut einfach zu verbrennen, sicher nicht schlecht. Aber vielleicht ist das Rezept, Wut runterzuschlucken, zu verdrängen und am Besten sogar zu ignorieren, deshalb auch gar nicht so schlecht. 

Sie:

Ach, typisch Mann. Transferiert das Ganze auf die Ebene der Geschäftswelt. Natürlich macht es sich nicht gut, wenn man bei Kunden herumbrüllt. Wenn aber etwas aus dem Ruder läuft und schwierig wird, dann muss man reden. Redet man nicht, womöglich aus taktischen Gründen, ja dann schluckt man den Ärger unzerkaut runter. Und wenn Schneider Busch bemüht, so gebe ich gern Mark Twain das Wort, der sagt: «Bist du zornig, so zähle bis vier: Bist du sehr zornig, so fluche.» Das muss man ja nicht unbedingt vor Kunden oder Mitarbeitern tun. Anstand ist wichtig, in jeder Beziehung! Deshalb empfehle ich Wutbefreiungsrituale im Alleingang. Die tun niemandem weh, aber jemandem gut. Einem selbst nämlich.

Wer konnte Sie überzeugen?

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