Zu wenig Sonne? Auch künstliches Licht hilft gegen «Winterblues».

Sonnenersatz: Erleuchtung statt Winterdepression

Eine Lichttherapie zu Hause gegen den Blues – das kostet nicht die Welt und hilft über die trüben Wintermonate hinweg.

Kurze Tage mit wenig Sonne und nur gelegentlichem Aufenthalt im Freien – im Winter bekommt unser Körper nur noch wenig Licht ab. Das verwirrt die innere Uhr, denn das Licht wirkt über die Augen wie ein Zeitgeber, der die biologischen Rhythmen im Körper synchronisiert. Als Reaktion darauf schleicht sich schnell einmal der «Winterblues» ein oder gar eine Winterdepression: Die Stimmung kippt, der Hunger auf Kohlenhydrate nimmt zu und tagsüber häufen sich Phasen der Müdigkeit.

Licht ersetzt Tabletten

Die innere Uhr lässt sich aber auch wieder in Takt bringen. Häufig reicht schon ein täglicher, halbstündiger Spaziergang draussen in den Morgenstunden. Allerdings hat nicht jeder die Zeit dazu. Mittlerweile ist gut belegt, dass sich dieses Lichtdefizit ebenso durch tägliche Sitzungen vor einer künstlichen Lichtquelle ausgleichen lässt. Symptome besserten sich in Studien durch eine solche Lichttherapie rascher als mit Antidepressiva. Jeder Zweite mit Winterdepressionen konnte auf die Einnahme von Tabletten ganz verzichten.

7000 bis 10 000 Lux

Erforderlich sind eine dazu geeignete Lampe und die richtige Anwendung. Geräte gibt es von Philips, Beurer, Medisana oder Lumie (etwa Beurer TL 40 für Fr. 69.05 bei nettoshop.ch). Experten des fachkundigen und unabhängigen «Center for Environmental Therapeutics» (CET) empfehlen eine Lichtstärke von mindestens 7000, besser aber 10 000 Lux und Lampen mit einem grösseren Lichtschirm. Sie produzieren die gewünschte Lichtstärke auch noch in einigem Abstand.

Praktisch ist es zudem, wenn die Lampe so einstellbar ist, dass das Licht von schräg oben kommt: So kann der Patient in kurzer Distanz von der Lichtquelle entfernt sitzen und trotzdem während der Therapie lesen, schreiben oder frühstücken, ohne geblendet zu werden.

Online-Test

Kleinere Lampen sind leichter zu transportieren und produzieren je nach Modell auch 10 000 Lux. Dass man sich näher davorsetzen muss, ist unpraktisch. Zudem kann es zu Schwindel, Benommenheit oder Kopfschmerzen führen.

Auf der Website von CET gibt es einen Online-Test, um die persönliche ideale Tageszeit und Länge der Lichttherapie herauszufinden. Die Wirkung setzt meist schon nach wenigen Tagen ein. Ist ein guter Zustand erreicht, kann die Lichttherapie ausgesetzt werden. Oft reicht es dann sogar für den Rest der Saison. Nur bei einer Winterdepression sollte die Lichttherapie, in Absprache mit dem Arzt,  täglich über die ganze Saison durchgeführt werden.

Bei richtiger Anwendung sind Nebenwirkungen eher selten. Um sicher zu gehen, sollte man in jedem Fall vorher den Arzt fragen.

Weiter zu den Onine-Tests des CET »

Depressions-Screening

Unruhe, keinen richtigen Appetit, ständiges Grübeln? Um herauszufinden, ob dies Anzeichen einer vorübergehenden Verstimmung sind oder einer Depression, hilft diese App, die unter anderem mit Wissenschaftlern der Berliner Charité entwickelt wurde. Sie dokumentiert über 14 Tage das psychische Befinden, indem sie dem Nutzer morgens, mittags und abends jeweils drei Fragen stellt. Anschliessend gibts eine Auswertung und allenfalls einen Arztbrief für den Erstbesuch.

«Moodpath: Depression & Burnout», gratis für iOS und Android, ab 3 J.

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Text:
Andreas Grote
Foto:
Getty Images, zvg
Veröffentlicht:
Montag 18.12.2017, 10:58 Uhr

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