Stets zu Diensten: Sprachgesteuerte digitale Helfer. 

Sprachsteuerung

Werden «Siri», «Alexa» und Co. die digitale Welt revolutionieren? Derzeit stecken die jungen Damen noch in den Flegeljahren.

Bald reden wir also mit Küchengeräten und Lichtschaltern: 2017 werde das Jahr der Sprachsteuerung, sagen die Technik-Prognosen. In einigen Bereichen haben wir uns schon an die samtigen Frauenstimmen gewöhnt, zum Beispiel beim Autofahren, wo das Tippen auf dem Display lebensgefährlich sein kann. Praktisch ist die Fernbedienung von Swisscom-TV 2.0, die sogar Mundart versteht. Auch «Siri» (Apple) und «Ok Google» (Google Now) gehören fast schon zum Alltag.

Umfrage zur Nutzung der Sprachsteuerung bei Handys »

Noch nicht ganz so bekannt ist «Alexa», die digitale Assistentin von Amazon Echo. Seit Herbst 2016 sind ausgewählte Nutzer dabei, sich mit ihr auf Deutsch zu unterhalten. Die Tester sind von «Alexa» entzückt, auch wenn die junge Dame – wie ihre Gespänli – noch nicht viel zu bieten hat: «Alexa» kann Pizza bestellen, ein Taxi rufen, Apps bedienen und das Licht einschalten – aber nur, wenn sie die entsprechenden «Skills» hat, eine Art Add-In. In der Praxis hapert es bei diesen Schnittstellen noch. Die Steuerung von Beleuchtungssystemen (Philips-Hue) beispielsweise funktionierte nur bei etwa der Hälfte der Tests.

Eingeschränkt nutzbar

Lange Sätze und Kontext sind bislang nicht die starke Seite der jungen Damen von der Auskunft. «Wie viel wiegt Arnold Schwarzenegger?» wird richtig beantwortet, aber die Folgefrage «Wie gross ist er?» läuft bei vielen Geräten ins Leere. «Ok Google» erkennt den Zusammenhang, «Siri» schafft es im Test nicht. Oft lässt zudem die Aussprache zu wünschen übrig. Bei manchen Navigationssystemen klingen einheimische Ortsnamen wie chinesische Kleinstädte. Und richtig zuhören müssen die Programme auch noch lernen. Wenn man der künstlichen Intelligenz alles dreimal sagen muss, dann ist das Interesse am Gespräch schnell erlahmt – samtige Stimme hin oder her. 

Eingeschränkt sicher

Über den Umgang der digitalen Damen mit unseren Daten müssen wir auch noch reden – wer weiss, was diese Gören so alles ausplappern … Mikrofone lassen sich zwar abstellen. Sinn einer Sprachsteuerung ist es aber, dass sie jederzeit zuhört. «Alexa» zumindest löscht taktvoll alles, was nicht an sie gerichtet ist – das habe sie schon gelernt, sagt Amazon.

Test verschiedener Sprachsteuerungssysteme im Auto »

Fazit: Sprachsteuerung ist sinnvoll, wenn sie mehr bietet als das, was wir gewohnt sind. Um zu sehen, was noch im Kühlschrank ist, muss ich nur die Tür öffnen. «Licht aus!» zu sagen ist dagegen ein verlockender Gedanke, weil ich dann nicht nochmals aufstehen muss. «Buntwäsche, 60 Grad» liegt irgendwo dazwischen. Der Befehl «Alexa, schalte das Licht in der Küche ein» wirkt heute noch banal gegenüber Captain Picards Kommando «Earl Grey, heiss» an den Küchenroboter in der TV-Serie «Raumschiff Enterprise». Bei den vielversprechenden jungen Frauen kanns aber schnell gehen …

 Die Letzte Botschaft

Eine SMS liegt noch drin, bevor der Handyakku leer ist – dabei müssten Sie jetzt dringend noch jemandem schreiben … Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann ist «Last Message» einen Blick wert. Kurz vor dem Abschalten schickt die App eine Nachricht per E-Mail oder SMS an ausgewählte Kontakte oder veröffentlicht einen Tweet. Per Zusatzfunktion (kostenpflichtig) schickt die App auch die aktuellen Koordinaten mit. Facebook- oder WhatsApp-Nachrichten sowie Twitter-Direktnachrichten kann «Last Message» leider nicht.

«Last Message», gratis (mit Werbeeinblendungen und In-App-Käufen) für Android, ab 3 Jahren.

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Text:
Daniela Gschweng
Foto:
Alamy
Veröffentlicht:
Montag 13.03.2017, 15:00 Uhr

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