Die Zeit der vielen Piercings ist vorbei: «Irgendwann mal war es gut», sagt Heinzmann. «Tattoos aber wird es sicher noch ein paar geben.»

Stefanie Heinzmann: «Ich wäre gern Bestatterin geworden»

Im Animationsfilm «Pets» übernimmt die Sängerin eine Synchronstimme. Die Walliserin über Haustiere, Familiengründung und – den Tod.

Vor bald zehn Jahren wurde Stefanie Heinzmann (27) bei einem Songcasting vom deutschen Moderator Stefan Raab entdeckt. Was folgte, ist kaum zu toppen: Mit ihrer souligen Stimme räumte sie sämtliche Preise im Musik-Business wie den Swiss Music Award oder den deutschen Echo ab. 

Dass sie noch andere Qualitäten hat, zeigt sie als Synchronsprecherin im Animationsfilm «Pets», der ab 28. Juli in den Kinos läuft, wo sie neben so bekannten Namen wie  Jan Josef Liefers, Uwe Ochsenknecht oder Dietmar Bär spricht. Stefanie Heinzmann hat die Rolle der Katie übernommen. Diese ist das «Frauchen» von Max, dem kleinen tierischen «Hauptdarstellers».

Stefanie Heinzmann beim Synchronsprechen für den Animationsfilm «Pets»

Stefanie Heinzmann beim Synchronsprechen für den Animationsfilm «Pets»
Stefanie Heinzmann beim Synchronsprechen für den Animationsfilm «Pets»

In «Pets» gehts um die Abenteuer von Haustieren, wenn Herrchen oder Frauchen sie zu Hause lassen. Haben Sie ein Haustier?
Ich hatte früher zwei Ratten. Jetzt bin ich viel unterwegs und habe kaum Zeit. Meinen Eltern habe ich vor Kurzem drei Katzenbabys «aufgedrängt». Am Anfang waren sie skeptisch, mittlerweile bastelt mein Mami sogar Spielzeug für sie. Das ist schön: Wenn ich nach Hause komme, habe ich Tiere um mich herum.

Was ist schwierig beim Synchronisieren?
Das Timing! Ich fand es schwer, den Einsatz korrekt zu treffen. Und die Art zu sprechen ist anders. Man muss viel mehr mit Höhen und Tiefen spielen.

Im Film sprechen Sie Hochdeutsch, und zwar akzentfrei. Wo haben Sie das gelernt?
Als meine Karriere startete, war ich oft in Deutschland unterwegs, da habe ich es mir selbst beigebracht. Einen Sprachtrainer hatte ich nie. Dass es trotzdem so gut geklappt hat, hat vielleicht damit zu tun, dass mich als Sängerin Sprache immer fasziniert und neugierig gemacht hat. Da wollte ich immer perfekt sein.

Schauen Sie sich Filme nicht lieber in der Originalsprache an?
Je nach dem. Wenn ich abends total kaputt auf dem Sofa liege, ziehe ich mir schon mal auf Deutsch synchronisierte Serien oder Filme rein. Dann muss ich mich nicht konzentrieren.

Haben Sie eine Lieblingsserie?
Oh ja: «The Walking Dead» verschlinge ich, wenn eine neue Staffel rauskommt.

Warum interessiert Sie die Zombie-Saga?
Da gehts nicht in erster Linie um Zombies, sondern darum, wie eine Gesellschaft im Ausnahmezustand funktioniert – oder nicht. Das ist faszinierend, macht mir aber auch ein wenig Sorgen.

Tagebuch - sie ist grosser Star-Wars-Fan.

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Haben Sie Zukunftsangst?
Das doch wieder nicht. Ich lebe im Hier und Jetzt und nehme es, wie's kommt.

Gibts eigentlich einen Plan B, falls es mit der Musik nicht mehr klappen sollte?
Als optimistische Realistin bin ich sicher, dass es immer ein Plätzchen im Leben geben wird – sei es in der Gastronomie, wo meine Eltern arbeiten, oder sonst wo. Klar ist aber: Musik wird immer ein Teil von mir sein.

Was machen Sie, um sich zu entspannen?
Ich höre die Nocturnes von Chopin, das sind Solostücke für Klavier. Die wunderschönen Melodien bringen mich runter. Und ich lese viel.

Da bin ich gespannt. Welches Buch hat Sie in letzter Zeit am meisten fasziniert?
«Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen» von Bronnie Ware. Darin beschreibt die Krankenschwester, die Leute in den Tod begleitet hat, deren letzte Gedanken.

Klingt nach schwerer Kost ....
... ist es aber gar nicht. Das Buch hilft mir zu erkennen, was im Leben wichtig ist.

 

Ring, den ihr Mami von ihrem Vater bekommen hat und jetzt ihr gehört.

Ring, den ihr Mami von ihrem Vater bekommen hat und jetzt ihr gehört.
Ring, den ihr Mami von ihrem Vater bekommen hat und jetzt ihr gehört.

Haben Sie sich denn selber schon mal mit dem Tod auseinandergesetzt?
Als ich 11 Jahre war, habe ich fast auf einen Schlag alle meine Grosseltern verloren. Keine leichte Zeit. Damals verbrachte ich viel Zeit auf dem Friedhof. Um mich mit dem Tod auseinanderzusetzen und mich zu verabschieden. Mit 16 wollte ich sogar Bestatterin werden.

Warum das?
Ich habe damals einige Beerdigungen erlebt, die nicht so gut waren. Ich finde, dass jeder Verstorbene es verdient, eine würdevolle Bestattung zu erhalten.

Ein Glück für uns Lebende, dass Sie sich doch noch anders entschieden haben!
(lacht) Wer weiss ...?

Wie haben Sie sich seit 2007 verändert?
Ich lebe ein verrücktes Leben, bin ständig unterwegs und Spontaneität spielt eine grosse Rolle. Und genau dies habe ich gelernt und verinnerlicht. So extrem flexibel wie heute war ich früher nicht.

Sehnen Sie sich nicht manchmal nach einer Konstante?
Ich will sicher einmal eine Familie gründen, das wird dann meine Konstante sein. Aber jetzt noch nicht. Momentan finde ich Kontinuität bei meiner Familie und meinen Freunden im Wallis. Wenn ich nach Hause in dieses «Peace-Land» komme, dann spielt meine Karriere überhaupt keine Rolle. Da bin ich einfach nur ich.

1989 Am 10. März kommt Stefanie Heinzmann in Visp-Eyholz VS auf die Welt.

2008 Gewinn der Casting-show von Stefan Raab. Ihre Single «My Man is a Mean Man» landet auf Platz 1.

2013 Neben Stress, Marc Sway und Philipp Fankhauser ist sie in der Jury von «The Voice of Switzerland».

2015 Ihr neustes, mittlerweile viertes Studioalbum «Chance of Rain» erscheint.

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Markus Kohler

Redaktor

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Freitag 22.07.2016, 10:20 Uhr

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