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Steffi Buchli lässt sich vom Cheftrainer des Boxclubs Zürich, Vitali Timoshenko, instruieren und versucht es dann gleich selbst.


Steffi Buchli: «Boxen ist so etwas wie der Ursport»

Persönlich. TV-Moderatorin Steffi Buchli über ihr erstes Boxtraining, den «Kampf» mit ihren Interviewpartnern und den Einsatz weiblicher Reize.

Coopzeitung: Wie war Ihr erstes Boxtraining?
Steffi Buchli: Ich wollte das schon lange einmal machen. Dieses Training hat alles gebracht, was ich mir ausgemalt hatte. Es hat extrem Spass gemacht und war extrem anstrengend. Nicht nur für den Körper, auch fürs Hirn. Speziell bei den Schlagkombinationen. Ein Aspekt, den ich unterschätzt hatte.

Wer Sie im Training beobachtete, sah sofort, dass Sie eine ehemalige Leistungssportlerin sind ...
Eine gewisse Basis ist wohl noch da, aber vor allem der Wille, neue Sachen zu lernen. Es ärgert mich, wenn etwas nicht klappt. Ich bin sehr ehrgeizig.

Woher kommt bei Ihnen die Faszination fürs Boxen?
Der Kampf «Mann gegen Mann» ist so etwas wie der «Ursport». Zwei Menschen und Boxhandschuhe, sonst nichts. Es geht nicht ums Prügeln, sondern um diesen Tanz, das Reagieren und Improvisieren.

Erinnern Sie sich an bestimmte Kämpfe?
Als Kind haben mich speziell die von RTL pompös inszenierten Fights von Henry Maske begeistert, die mit der Filmmusik von «The Conquest Of Paradise» wahnsinnig überemotionalisiert wurden.

Wo gibt es Parallelen zwischen dem Boxen und der «sportlounge»?
Vor den Gesprächen fahre ich manchmal verbal meine Führhand aus, um die Distanz zur Person vis-à-vis einschätzen zu können. Meistens zwischen dem ersten Händedruck und dem Beginn des Interviews. In diesen drei Minuten versuche ich, die Stimmung des Sportlers zu lesen.

Führen Sie keine Vorgespräche?
Bei den grossen Stars sind diese meistens nicht möglich, da noch ein Management dazwischen steht. Du kommst hin und dann zählt es! Oft entscheide ich erst vor Ort, welche Themen ich anspreche.

Eine gute Vorbereitung ist jedoch das A und O ...?
Ja, der Rucksack muss gefüllt werden. Ich weiss immer viel mehr über die Leute, als ich im Endeffekt fragen kann. Es ist für mich eine Frage des Respekts, dass ich mir einen Tag Zeit nehme, um gründlich zu recherchieren.

Wie schwierig ist es, die originellen Filmausschnitte zu finden?
Da versuchen wir in der Redaktion zu antizipieren, welche Bilder etwas auslösen könnten. Triumphe zu zeigen und Geschichten abzuholen, die der Interviewpartner schon 17 Mal erzählt hat, ist langweilig. Ihm Neues zu entlocken, ist unser Ziel.  Nicht selten lösen weniger bekannte Bilder beim Gegenüber mehr aus.

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«An Skistar Bode Miller habe ich mir die Zähne ausgebissen.»
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Welche Sportler waren besonders schwer zu knacken?
An Skistar Bode Miller habe ich mir die Zähne ausgebissen. Er war extrem gleichgültig, wollte nur seine Sponsoren-Logos ins beste Licht rücken. Gennaro Gattuso, der als sehr launisch gilt, freute sich hingegen so über die weissen Sessel, die wir nach Sion mitbrachten, dass es eine launige Plauderstunde wurde.

Sie sind auch bekannt für Ihre Highheels, für wechselnde Frisuren und Outfits. Setzen Sie Ihre Weiblichkeit bei manchen Gesprächspartnern bewusst ein?
Oh nein, das wäre wohl eher peinlich. Als ich in Vancouver war, kam ich nach einem Eishockeyspiel in der zugeknöpften Winterjacke in die Interview-Zone. Die nordamerikanischen Reporterinnen waren alle leichter gekleidet, einige gar tief dekolletiert und hofften, so die Aufmerksamkeit der NHL-Cracks zu gewinnen. Ich konnte mir bisher immer anders Gehör verschaffen.

Wie haben Sie sich vor 15 Jahren in die Unihockey-Meistermannschaft des HC Rychenberg Winterthur gespielt?
Da wir immer etwa zehn Nationalspielerinnen im Team hatten und ich nicht so sehr mit Talent gesegnet war, musste ich im Training immer hart für einen der verbleibenden Plätze kämpfen. Nebst der «Arbeitsbiene» war ich zudem ein wenig  die  «Stimmungskanone». Auch die ist für eine Mannschaft wichtig.

Wann haben Sie Ihre zweite, weniger bekannte Leidenschaft fürs Singen entdeckt?
Als Teenager war ich ein Fan von Marie Louise Werth, welche die Schweiz am Eurovision Song Contest 1989 vertreten hat. Ich dachte jedoch lange, dass ich nicht wirklich singen kann. Erst vor vier Jahren habe ich einen Sommer ohne Olympische Spiele genutzt, um bei einer Gesangslehrerin in Los Angeles Unterricht zu nehmen. Ich singe allerdings immer noch nur unter der Dusche und beim Autofahren.

Ihr Gatte Florian Kohler ist der neue CEO von Swiss Ice Hockey. Werden Sie sich im nächsten Winter öfter sehen?
Nein, unsere Funktionen sind zu unterschiedlich. Es gibt eher weniger Berührungspunkte als vorher. Es ist jedoch schön, als Paar eine solche Passion zu teilen.

Steffi Buchli

Beruf: TV-Moderatorin und Redaktorin
Geburtsdatum: 19. September 1978 in Dübendorf ZH
Zivilstand: verheiratet mit Florian Kohler (38), CEO Swiss Ice Hockey
Wohnort: am Zürichsee
Sportliche Erfolge: 1998 und 1999 Unihockey Schweizer Meisterin mit HC Rychenberg Winterthur.
Laufbahn: kaufmännische Grundausbildung bei einer Bank, Redaktorin bei Radio Zürisee und Radio 24, seit 2003 beim Schweizer Fernsehen SRF, seit 2006 Moderatorin («sportaktuell», «sportlive», «sportlounge»).
Aktuell: 19. August erste «sportlounge» nach der Sommerpause um 22.25 Uhr auf SRF2.

Homepage von Steffi Buchli

Welches Buch liegt grad auf Ihrem Nachttisch?
„Meute mit Meinung“ ein Buch über die Schwarm-Dummheit von Arno Frank.

Welches ist Ihr Lieblings-Romanheld?
Eine Mischung aus Heidi, Jay Gatsby und Michel von Lönneberga.

Und welche Vorbilder haben Sie in der Wirklichkeit?
Mich beeindrucken Menschen, die sich nicht von öffentlichen Meinungen beirren lassen.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
„I’m so exited!“ von Pedro Almodovar.

Und welchen Film würden Sie gerne wieder einmal sehen?
„A fish called Wanda“

Ihr Lieblings-Filmheld?
Sid aus „Ice Age“ oder Ryan Gosling in „Crazy, Stupid, Love.“

Was für Musik hören Sie gerade?
„So long“ von Sion Russel Jones – ein Ohrwurm!

Welche CD würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?
Eine Harddisk, da passt mehr drauf.

Mit welchem Musiker würden Sie gerne einmal einen trinken?
Chris Martin von Coldplay.

Was kochen Sie selbst?
Eine herbstliche Lasagne mit Pilzen hab ich ganz gut drauf und meine Rühreier werden gelobt.

Ihre Lieblingsspeise?
Spaghetti al Burro e Salvia…. Entgegen allen Low-Carb-Regeln.

Mit wem essen Sie am liebsten?
Mit meinem Mann, das ist für uns wertvolle „gemeinsame Zeit“.

Und wo essen Sie am liebsten?
In gemütlichen Gaststuben oder in der eigenen Stube.

Auto oder Zug?
Beides.

Wein oder Bier?
Wein, Bier mag ich nicht.

Pasta oder Fondue?
Pasta!

Joggen oder Walken?
Joggen.

Berge oder Meer?
Meer.

Wann haben Sie zuletzt geweint?
Das kann noch nicht lange her sein. Ich bin ein „Flenni“. Wohl im Flieger auf dem Heimweg aus den Ferien. Wegen eines Films, nicht weil die Ferien zu Ende waren.

Wie bringt man Sie zum Lachen?
Das ist einfach: Lachen Sie mich an und die Chance ist gross, dass ich zurück lache.

Welches Tier wären Sie am liebsten?
Ein Erdmännchen - obschon, die haben ein bisschen viele natürlichen Feinde… das wäre stressig.

Wovon träumen Sie?
Von Glück und von einem Haus in Venice Beach.

Was ist für Sie das grösste Glück?
Was ich bis heute alles erleben durfte, das ist ein Geschenk. 

Diese 25 Fragen haben wir auch anderen prominenten Persönlichkeiten gestellt. Lesen Sie, was diese geantwortet haben!

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Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Siggi Bucher
Veröffentlicht:
Mittwoch 14.08.2013, 15:59 Uhr

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