Bei der Hochzeit von Petra und Roman im nächsten Jahr wird Tochter Sinja (zweieinhalbJahre alt) ein Geschwisterchen haben.

Stressfrei zum grossen Tag

Mit der richtigen Planung wird die eigene Hochzeit zum Freudentag. Ein Brautpaar und eine Wedding Plannerin erzählen.

Nein, ein ganz normales Paar sind Petra Schaller (32) und Roman Eggenberger (38) nicht. So pendeln die Schneesportlehrerin und der Hochzeitsfotograf zwischen zwei Domizilen. Zermatt VS ist Petras Heimat und Arbeitsplatz, Roman wohnt in Thalwil ZH. Auch bei der Hochzeitsplanung machen die beiden alles ein bisschen anders. Zwar heiraten Petra und Roman erst in mehr als einem Jahr, am speziellen Datum 18.08.2018. Es soll ein grosses Fest werden – inklusive freier Trauung draussen im Grünen. 

Beliebte Hochzeitsdaten

Das zukünftige Brautpaar sucht in Hochzeitsmagazinen nach Inspiration. Ein Thema haben sie noch nicht.

Das zukünftige Brautpaar sucht in Hochzeitsmagazinen nach Inspiration. Ein Thema haben sie noch nicht.
http://www.coopzeitung.ch/Stressfrei+zum+grossen+Tag Das zukünftige Brautpaar sucht in Hochzeitsmagazinen nach Inspiration. Ein Thema haben sie noch nicht.

Als gelernte Hotelfachfrau und Hochzeitsfotograf wussten die beiden Verliebten natürlich, was es bedeutet, an einem Schnapsdatum zu heiraten. Nämlich Konkurrenz pur. «Ich wurde schon viermal angefragt, ob ich am 18. August 2018 als Hochzeitsfotograf zur Verfügung stehen würde», sagt Roman. Deshalb musste das Paar schnell handeln. Seine Traumlocation – das Landgut Bocken in Horgen ZH – buchte es bereits im vergangenen Herbst. «Über unsere Floristin haben wir erfahren, dass andere Paare den Bocken auch für diesen Tag ins Auge gefasst hatten. Glück gehabt», witzelt Petra.

Viel Zeit einplanen

Simone Glarner (33), Hochzeitsplanerin

Simone Glarner (33), Hochzeitsplanerin
http://www.coopzeitung.ch/Stressfrei+zum+grossen+Tag Simone Glarner (33), Hochzeitsplanerin

Die Wahl des Hochzeitsfotografen brachte die beiden in die Bredouille. Zwar kennen sie – berufsbedingt – viele Bildkünstler. Gleichzeitig wollten sie aber, dass ihre Freunde die Hochzeit richtig geniessen können. Ohne Arbeit zwischendurch. Doch dann fanden sie ein Fotografenpaar, dessen Stil ihnen schon lange gefiel. Und damit hatte sich auch das Thema Hochzeitsfotograf bereits 18 Monate vor dem grossen Tag erledigt. 

Seine Hochzeit fast zwei Jahre im Voraus planen – das machen die wenigsten. Aber eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema ist nötig: «Wenn man keine Kompromisse bezüglich Location und Datum eingehen möchte, empfehle ich, mindestens ein Jahr im Voraus mit dem Planen anzufangen», rät die Zuger Hochzeitsplanerin Simone Glarner (33).

Schweizer planen gerne selber

Die Jungunternehmerin kommt ursprünglich aus dem Firmenevent-Bereich und hat vor zwei Jahren die Ausbildung zur Hochzeitsplanerin gemacht. «Die vielen Emotionen und schönen Momente, die Psychologie, die dahintersteckt – das hat mich wahnsinnig gereizt», erklärt die junge Frau, die selber seit 2014 verheiratet ist. Sie organisiert pro Jahr zwischen sechs und zehn komplette Hochzeiten. Zusätzlich steht sie vielen Brautpaaren beratend zur Seite.
Dass sich Paare über ein Jahr vorher bei ihr meldeten, sei der Idealfall. Das komme aber nicht immer vor, im Gegenteil: «Ich habe schon mal innerhalb von zwei Monaten eine Hochzeit auf die Beine gestellt – zum Glück war es eine Januarhochzeit, also nicht in der Hauptsaison», sagt Simone. Klar habe das Brautpaar Kompromisse eingehen müssen, «aber das haben sie von Anfang an gewusst und bewusst in Kauf genommen!»
Einen Wedding Planner hat unser Vorzeigepaar nicht. Rund 41 000 Hochzeiten gibt es laut Bundesamt für Statistik pro Jahr. «Die Anzahl Paare, die einen Hochzeitsplaner beauftragen, dürfte sich noch im einstelligen Prozentbereich befinden», erklärt Simone. Die Tendenz sei aber klar steigend. «Die Paare wünschen sich oft eine Trauung draussen im Grünen, was viel aufwendiger ist», sagt Simone. Dazu kommt der Einfluss zahlreicher Blogs, auf denen Hochzeiten in den unterschiedlichsten Stilen gezeigt werden. «So viele Wahlmöglichkeiten überfordern manchmal.» Ein Hochzeitsplaner kann da Klarheit schaffen.
Zudem ist Individualität heute viel stärker gefragt. Ging man früher einfach ins Dorfrestaurant und hatte ein Bouquet aus roten Rosen, so haben die Brautleute heute die Möglichkeit, sich für ein persönliches Thema zu entscheiden und die ganze Hochzeit danach auszurichten. Etwa «Velo» oder «Reisen» – je nachdem, welches Hobby das zukünftige Ehepaar verbindet.

Trends Metallfarben und Boho

Ein Thema hat unser Brautpaar noch nicht. Zumindest noch kein definitives. Von einem Farb-Schema in Türkis und Weiss ist die Rede. Dazu sollen einige Vintage-Elemente wie Leinen oder Spitze kommen. Eines aber wissen Petra und Roman schon sicher: «Kein Rosa, das ist viel zu kitschig!» Mit ihrer Entscheidung sind die zwei Verlobten à jour: «Vintage und Bohème sind immer noch sehr angesagt», erklärt Hochzeitsplanerin Simone. Es gibt aber auch Alternativen für diejenigen, die es etwas schicker mögen. Metallfarben wie Kupfer, Gold oder Roségold machen das Fest elegant, ohne gleich in den Kitsch abzudriften. Die Möglichkeiten beim Heiraten sind grenzenlos – wenn das entsprechende Budget vorhanden ist. «Ich habe auch schon Hochzeiten für 150 000 bis 200 000 Franken ausgerichtet», erzählt Planerin Simone. «Das ist jedoch nicht der Normalfall.» Eine durchschnittliche Schweizer Hochzeit kostet deutlich weniger, nämlich rund 25 000 Franken.
Für eine Hochzeit, wie man sie in den Blogs sieht, muss man allerdings oft tiefer in die Tasche greifen: «Mit 50 000 Franken kann man ein wirklich schönes und aufwendig gestaltetes Fest feiern.» Grösster Kostenfaktor: die Anzahl Gäste. Denn feines Essen und Trinken schlägt sich auch entsprechend im Budget nieder. Die Hochzeitsplanerin selber ist da verhältnismässig günstig. Sie kostet 15 Prozent des Gesamtbudgets, Ringe und Brautkleid exklusive.

Das Brautpaar zahlt meist selbst

Das Brautpaar ist gerne draussen in der Natur unterwegs. Deshalb soll auch ihre Trauung unter freiem Himmel stattfinden. 

Das Brautpaar ist gerne draussen in der Natur unterwegs. Deshalb soll auch ihre Trauung unter freiem Himmel stattfinden. 
http://www.coopzeitung.ch/Stressfrei+zum+grossen+Tag Das Brautpaar ist gerne draussen in der Natur unterwegs. Deshalb soll auch ihre Trauung unter freiem Himmel stattfinden. 

Um Enttäuschungen zu vermeiden, rät die Wedding Plannerin: «Getraut euch, ganz am Anfang mal alles durch zu budgetieren. Dann seht ihr, ob eure Gästeliste realistisch ist und ob ihr euch eure Traumlocation leisten könnt.» Wer dann für die Hochzeit zahlt, ist eine andere Frage. In vielen Ländern ist es noch immer Tradition, dass die Brauteltern für das Fest aufkommen. In der Schweiz berappt es das Brautpaar meist selbst.
Übrigens machen unsere Verlobten auch beim Thema Kinder alles ein bisschen anders. Klassischerweise wird heute immer noch vor dem Eintreffen des Nachwuchses geheiratet. Petra und Roman machen es genau andersrum – Töchterchen Sinja ist zweieinhalb Jahre alt, im Sommer kommt Baby Nr. 2 zur Welt. «Wir haben uns bewusst für diesen Weg entschieden. Viele Paare werden nach der Hochzeit unter Druck gesetzt, wenn es mit den Kindern nicht sofort klappt. Das wollten wir uns nicht antun», erklärt Petra.

Hochzeit und Familienplanung

Schnapszahlen sind nicht nur beim grossen Fest der Walliserin und des Zürchers gefragt. Ihre Zivilhochzeit findet am 08.08.2018 statt. Danach heissen alle Familien-Mitglieder gleich. Und zwar Schaller, Petras Nachname. «Mir gefiel der Name sehr gut und Eggenberger gibt es sowieso schon genug», erklärt Roman. Damit fallen die beiden wieder mal aus der Norm. Immer noch 71 Prozent der Frauen nehmen den Namen des Partners an. Obwohl das Gesetz seit 2013 vorsieht, dass jeder seinen Namen behält, wie es Hochzeitsplanerin Simone Glarner getan hat.
Nein, ein ganz normales Paar sind Petra Schaller und Roman Eggenberger wirklich nicht.


Der Ehering ist ein wichtiges Accessoire beim Heiraten. Nehmen Sie sich daher Zeit für die Wahl. 

Sonja Zürcher von Furrer-Jacot AG kennt sich bei Trauringen aus.

Sonja Zürcher von Furrer-Jacot AG kennt sich bei Trauringen aus.
http://www.coopzeitung.ch/Stressfrei+zum+grossen+Tag Sonja Zürcher von Furrer-Jacot AG kennt sich bei Trauringen aus.

Die grosse Liebe hat man gefunden und die Hochzeit steht bevor. Wie aber finden Braut und Bräutigam die perfekten Eheringe? «Wählen  Sie die Ringe mit Bedacht aus», rät Sonja Zürcher von Furrer-Jacot, das auf Trauringe spezialisierte Juwelierhaus: «Schliesslich trägt man den Ehering bestenfalls ein Leben lang.» Für die Schmuckexpertin sollten die Ringe zum Stil des Paares passen und die Persönlichkeit der Träger widerspiegeln. Dabei sollte man praktisch denken und überlegen, was man für Alltagsgewohnheiten hat. Schliesslich muss der Ring zahlreichen Belastungen standhalten. Wichtig sei auch, dass die Ringform zur Hand passe. «Ein filigraner Ring passt besser zu kurzen Fingern oder einer schmalen Hand. Ein breiter Ehering eher zu langen Fingern und einer grossen Hand.»

Weiss zu heller Haut

Gold, Silber oder Platin? Bei der Wahl des Materials spielt der Hautton der Hand eine Rolle. «Weisses Material, also Platin, Weissgold oder Paladium, ist bei heller Haut oft passender als Gold», weiss Sonja Zürcher. Sehr beliebt seien Trauringe in Weissgold. Vermehrt komme bei schmäleren Ringen auch wieder das klassische Gelbgold zum Zuge. «Generell liegen schlichte, klassische Formen im Trend.»
Wer sich für ein Material entschieden hat, ist ein ganzes Stück weiter. Was, wenn sich das Brautpaar aber nicht auf einen Stil einigen kann? «Eheringe müssen nicht gleich aussehen», betont die Expertin. Sie können auch nur Ähnlichkeiten aufweisen oder sich sogar komplett unterscheiden. «Es sollten einfach Ringe sein, die beide für eine sehr lange Zeit mit Freude tragen wollen.» Also: lieber unterschiedliche Modelle tragen, als einen Ring, der nicht gefällt. Mit dem Herzen ist man ja verbunden.

Investition fürs Leben

Das Budget für das Hochzeitskleid ist meist höher als jenes für die Eheringe. Diese Erfahrung macht Sonja Zürcher. «Die Paare sind oft erstaunt, dass ihr Traumring mehr kostet als budgetiert.» Im Durchschnitt gebe ein Brautpaar rund 2500 Franken dafür aus. «Wir machen dann darauf aufmerksam, dass das Hochzeitskleid nur einen Tag getragen wird, der Ring aber über die Hochzeit hinaus. Nach kurzer Bedenkzeit kommen die Kunden fast immer zurück und kaufen ihren Traumring.»

Trotz akribischer Vorbereitung kann am Tag der Hochzeit das eine oder andere schief gehen. Für Missgeschicke ist daher ein kleines Notfall-Set, das man am besten der Trauzeugin anvertraut, ein Muss. Wichtige Utensilien sind:

  • Taschentücher
  • Ersatzstrümpfe und Ersatzhemd
  • Sicherheitsnadeln, Mini-Nähset
  • Nagelfeile und Haarklammern
  • Lippenstift oder Lipgloss
  • Puderpapier, Abdeckstift, Feuchtigkeitsspray, Wattestäbchen für den verschmierten Lidstrich, Deo und Parfum
  • Blasenpflaster (Brautschuhe unbedingt vorher einlaufen!)
  • Schmerztablette, Tampons
  • Traubenzucker gegen Unterzuckerung
  • Antifleckenstift
  • bequeme Ersatzschuhe
  • preiswerte Mode-Ringe für den Fall, dass die Trauringe vergessen werden.


Und wenn ein Malheur passiert, für das man nicht gewappnet ist: Ruhe bewahren und improvisieren. Nach einigen Ehejahren kann man darüber lachen.

Ihre Wunschtorte für Sie zubereitet
Hochzeitsfotograf Roman Eggenberger
Hochzeitsplanerin Simone Glarner
Landgut Bocken

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Deborah Lacourrège

Redaktorin

Foto:
Salvatore Vinci
Veröffentlicht:
Montag 03.04.2017, 10:00 Uhr

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