toolbar

Michaela Schlegel
schreibt am 27.01.2012


Tag 5 Nordkap

Ein Highlight folgt dem nächsten ...

Nach der aufregenden Nacht der Nordlichter folgte am nächsten gleich ein weiteres Highlight – das Nordkap oder wie man auch sagt, der nördlichste Zipfel der Zivilisation. Diesen Ausdruck prägte der erste Tourist auf dem Nordkap, der italienische Priester Francesco Negri aus Ravenna, der sich Mitte des 17. Jhd. aufgemachte, das Nordkap zu bereisen. Er war sowohl aus Interesse an der samischen Kultur als auch an Flora und Fauna unterwegs. Damals musst man die Felsen noch erklimmen und als er dann oben stand und ins Eismeer hinunter schaute, meinter er: «So, jetzt hab ich den nördlichsten Zipfel der Zivilisatin gesehen und kann beruhigt wieder nach hause gehen.» Was er dann auch tat und ein Buch über die Flora und Fauna schrieb.

Die nächsten Touristen die ihm folgten waren Adlige. Sie kamen mit den Dampfschiffen von Hammerfest her und erklommen ebenfalls zu Fuss das steile Horn. Darunter waren auch wohlgerockte Damen, die bisweilen die Kräfte verliessen und darum die letzten Meter auf den Schultern von kräftigen Männer die Klippen raufgehievt wurden. Eine solcher Tourist war auch Louis Philipe von Orleans, der spätere französische König, der mit zwei Freunden inkognito das Kap bereist. An ihn erinnert eine Büste und Ansässige, die behaupten französisches Adelsblut in ihren Venen zu haben. Auch ein thailändischer König verewigte seine Initialen in einem Stein, der jetzt im Museum steht und viele thailändische Touristen anzieht. Doch die grösste Touristen Gruppe der Insel MagerØya (magere Insel – es wächst hier kein Baum) auf der sich das Nordkapp befindet, sind die Rentiere, die hier jedes Jahr im Sommer weiden. Sie werden vom Festland her mit Booten transportiert, etwa 5000 an der Zahl. Die 1,8 Kilometer zurück schwimmen sie oft selbst.

Auf diesen Pfaden sind wir also gestern gewandelt. Oder ehrlich gesagt gefahren. Den Weg hinauf zum Nordkap hat uns unsere deutschsprechende Guide-Frau (aus Thailand stammend) mit lustigen Geschichten versüsst. Es war jedoch vor allem wieder ein gewaltiges Naturschauspiel, hauptsächlich auch wegen der Sonne, die sich erst seit zwei Tagen wieder über den Horizont wagte und alles in ein gleissendes Abendrot färbte. Die Sicht auf die Landschaft war eisklar und wiederum fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden und nicht einen ganzen Roman aus Floskeln hier niederzuschreiben. Vielleicht fällt es einfach schwer, da wir nur ein Wort Schnee kennen. Wir waren auf alle Fälle von der Schönheit dieses Fleckens geflasht und dennoch fasziniert von den Leuten, die hier wohnen, denn einfach ist es nicht. Hier ein paar Facts, falls Sie versucht sind hierher zu ziehen:

- Das Norkap liegt auf dem 71° 10 min. 21 sek.

- Im Winter herrschen durchschnittliche Temperaturen von -4° C und im Sommer  12° C ; also durchschnittlich ca. 50° C höher als in Sibirien, das auf dem gleichen Breitengrad liegt. Dafür ist der Golfstrom verantwortlich, der die Fjorde vor dem Gefrieren schützt ...

- ... , weshalb die Insel schon seit Jahrtausenden bewohnt ist.

- Der Fels stürzt 307 Meter in die Tiefe

- Der Name Nordkap wurde ihm vom Seefahrer Richard Cancellor gegeben, die Wikinger nannten es aber Nyskanes (Neu ... Landzunge)

- Jeweils am 14.04. zwischen 17.00 und 20.00 kommen die Papageientaucher auf die Insel

- Eigentlich gäbe es noch viel mehr zu erzählen, aber wir waren einfach zufrieden, dass wir das mit so gutem Wetter erleben durften.

Am Abend haben wir dann nochmals Nordlichter geguckt. Sie waren wohl längst nichtmehr so intensiv und verrückt wie am Vorabend, aber immer noch ein Augenschmaus. Man könnte sagen, dass am Dienstag die Nordlicht-Teenager eine wilde Party feierten (wie nie gesehen in den letzten zehn Jahren) und gestern sich die Eltern blicken liessen, viel grösser und stabiler aber weniger wild und leuchtend. Dank einer besseren Kameraeinstellung wurden dann auch die Fotos gelungener. Merci Infostand und nettes Berner-Meitschi.

Bis morn Morgen mit dem Blogbericht über den 6. Tag

M

Grüsse-Ps:

Hans und Marianna senden liebe Grüsse an Familie Schär in Frauchwil

 


Vorheriger Artikel Tag 4 Nachtrag Nordlicht
Nächster Artikel Tag 6 Finnische Sitten

 

Kommentare (1)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.










Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.


Abonnieren Sie dieses Blog:

Abonnieren per E-Mail:
Bitte korrigieren Sie Ihre E-Mail eingabe


Bitte bestätigen


Weiterempfehlen: