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Michaela Schlegel
schreibt am 27.01.2012


Tag 6 Finnische Sitten

Zum erstenmal auf dieser Reise ...

... stand ich im Freien ohne nur den Anhauch eines Fröstelns! Bei Minus 12° C und im Badeanzug! Glauben Sie nicht? Noch weniger wohl wenn ich erzähle, dass ich kurz davor in einem Eisloch eines gefrorene Sees war. Ungelogen und die volle Wahrheit – aber wie Sie vielleicht erratet haben, es war dann doch nicht so spektakulär, denn wir frönten heute Abend in Saariselkä einer finnischen Sitte, der Rauchsauna. Und abgekühlt wird da halt in einem Loch, das in den gefrorenen See gehaut wurde. Und man hat wirklich kuschelig warm, auch wenn man dann nur im Handtuch dasteht. Jaja die Finnen wissen was gut tut.

Aber halt, Sie wissen ja nicht, wie wir nach Finnland gekommen sind. Also, heute Morgen haben wir das Hurtigruten-Schiff MS Midnatsol am End-/Wendepunkt in norwegischen Kirkenes verlassen und sind mit dem Bus ins finnische Saariselkä gefahren. Auf dem Weg dahin, haben wir uns fast todgeschossen an ein und dem selben Sujet, der Sonne. Jahahaaa langsam haben Sies gehört/gelesen und wir eigentlich auch gesehen, aber es ist doch immer wieder faszinierend wie sie da am Himmel leuchtet, strahlt und errötet. Von der Sonne sind übrigens auch die Samen, das Ur-Volk von Lappland, fasziniert. Die alten Legenden besagten, dass sie von der Sonne abstammen. Das und viele weitere interessante Fakten über Kultur, Bräuche und das Leben der Samen haben wir heute im Sida-Museum in Inari, der finnischen Stadt mit den meisten Samen, erfahren. Falls ihr mehr zu den Samen erfahren wollt, kann ich ja noch einen speziellen Sameneintrag machen – meldet euch, ansonsten würde ich hier gerne weiterfahren, denn die Geschichte der Samen lässt sich nicht in ein paar Sätzen abtun. Uh aber eine Geschichte muss ich jetzt doch noch erzählen, nämlich die, wie die Samen zu den Rentieren kamen. Also es ward eine gar schönen Tochter der Sonne, die sich in einen Samen-Jüngling verguckte und diesen heiraten wollte. Doch fehlte ihr noch das passende Geschenk für ihre neues Volk. So wandte sie sich an ihren Vater, die Sonne, und bat ihn mit klimpernden Augen um eine Gabe. Wie alle Väter konnte auch die Sonne seiner Tochter nicht widerstehen und breitete seine Strahlenarme aus, auf denen wilde Hirsche auf die Erde galoppierten. Die Samen zähmten sie und es wurden daraus die Rentiere. Einem Prachtexemplar von einem Rennrentier begegneten wir ein paar Stunden zuvor, bei der Kaffepause in Sevettijärvi. Das Rentier hiess Resu und gehört dem Skolt-Samen Juha Feodoroff. Bei einem Rentier-Rennen sind die Tiere in einer Box, die sich mit dem Startschuss öffnet. Die Tiere preschen raus und ziehen dabei Jokies auf Skiern über eine 1km lange, ovale Strecke (die meist auf einem zugefrorenem See liegt) hinterher. Der Rekord liegt bei 1min 15 sek. Resu schafft es in 1min 19 sek. Respekt! Das steigert Prästige und Preis des Tieres, doch diese werden nicht verkauft, sie wären viel zu teuer. Bei den Rennen gibt es keine hohen Preisgelder zu gewinnen, sondern einen kleinen Pokal. Trotzdem lässt sich auch hier gutes Geld mit Wetten verdienen. Auf alle Fälle wünschen wir Juha und Resu viel Erfolg beim nächsten Rennen.

So, jetzt schlafen, denn morgen sind wir mit den Huskys unterwegs – Freude herrscht

 

M

Ps: Unsere inoffizielle Sauna-Königin ist Hedi, die es am längsten im Wasserloch ausgehalten hat.


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