Testlabor für die Zukunft

Bio-Weinbau Die Genossenschaft Wolfberger setzt bei 5 Prozent ihrer Flächen auf Bio. Die grösste Elsässer Weinkellerei ist damit eine Pionierin im ökologischen Weinbau.

Bei Weinen aus dem Elsass führt kein Weg am Namen Wolfberger vorbei: Mit 420 angeschlossenen Winzern, 13 Millionen produzierten Flaschen und einem Umsatz von 55 Millionen Euro ist die 1902 gegründete Genossenschaft ein Schwergewicht. Das heisst aber nicht, dass man sich satt und träge auf den Lorbeeren ausruht.

Der Anfang ist gemacht
So setzt die in Eguisheim angesiedelte Weinkellerei seit Beginn der 2000er-Jahre auf Bio-Reben. Noch nimmt sich dieser Bereich mit 60 von insgesamt gut 1200 Hektaren bescheiden aus, doch 2016 sollen es bereits 90 sein.
«Der Bio-Anbau ist das Testlabor für den Weinbau von morgen», erzählt Jérôme Keller, Önologe und technischer Direktor bei Wolfberger. Als Profi ist er sich der Herausforderungen bewusst: «Es braucht noch viele Tests, damit die Bio-Gleichung aufgeht.» Sprich: Bis das ideale Zusammenspiel von Umweltschutz, Qualität und Ertrag gefunden ist.
Für die Winzer ist die Sache tatsächlich mit Aufwand verbunden – «was bisweilen unterschätzt wird», wie Keller sagt. Doch wer umstelle, mache dies freiwillig: «Es ist absolut zentral, dass die Winzer von Bio überzeugt sind.»


Aufwand für die Winzer
«Der Bio-Weinbau ist mühsamer und verursacht zusätzliche Arbeit», bestätigt auch der Weintechniker der Kellerei, Alexandre Di Stefano. Da die Winzer keine chemischen Produkte verwenden dürfen, müssen sie wachsamer sein und die Reben regelmässig kontrollieren: So muss der Winzer die Reben bei häufigem Regen regelmässig mit Kupfer und Schwefel spritzen. Zwei natürliche Produkte, die – in kleinen Mengen – zugelassen sind.
Und während herkömmliche Weinbauern zu Herbiziden greifen, muss ein Bio-Winzer zwischen den Reben pflügen, um zu verhindern, dass das Gras das Wachstum der Rebstöcke beeinträchtigt. «Eine durch das Gras ‹gestresste› Rebe liefert keine ausreichende Qualität für unsere Weine», erklärt Di Stefano.
Weil die Bio-Reben arbeitsintensiver sind, zahlt Wolfberger den Produzenten rund 30 Prozent mehr dafür. «Bio-Weine sind per se teurer», erklärt Jérôme Keller. «Unser Ziel ist es, dass sie auch in Sachen Qualität eine Stufe über den anderen Weinen liegen.»
Weintechniker Di Stefano hat auch eine Umweltanalyse des für Wolfberger bewirtschafteten Weinbaugebiets erstellt, für Bio- und Nicht-Bio-Flächen. «Damit sehen wir, welche Auswirkungen der Weinbau auf die Umwelt hat.» Nun könne er eine Bilanz für jeden Betrieb erstellen und problematische Punkte gezielt anpacken. «Wir können unseren Winzern fundierte Verbesserungsvorschläge machen», sagt er. «Das ist eine tolle Sache, die auch dazu beiträgt, unsere Beziehungen zu den Produzenten zu stärken.»

Kalifornien

Die durchschnittliche Temperatur während der Wachstumsperiode ist in vielen AVAs (American Viticultural Area, das Pendant zur AOC/DOC in Europa) in Kalifornien höher als in den meisten Weinbaugebieten Europas. Aber die klimatischen Unterschiede von Jahr zu Jahr sind auch in Kalifornien gross. Die Sonnenscheindauer, die Niederschlagsmenge und die Durchschnittstemperatur pro Monat fallen jedes Jahr unterschiedlich aus, was einen grossen Effekt auf die Qualität der angebauten Trauben hat. So gelten beispielsweise die 2012er- und 2013er-Jahrgänge aller wichtigen Rebsorten als sehr gelungen. 2011 haben hingegen ein kühler Sommer und Regen Anfang Herbst für leichtere Weine mit mehr Säure gesorgt. Welchen Stil man bevorzugt, ist aber immer Geschmackssache. 

Wolfberger produziert für Coop einen Bio-Crémant d’Alsace. Dieser besticht durch ein komplexes Bouquet, feine Frucht- und Haselnussnoten und einer subtilen Säure (Fr. 12.95/75 cl). Der elegante Schaumwein ist jedoch nur ein Beispiel aus der grossen Auswahl an Rot-, Weiss-, Rosé- und Schaumweinen in Bio-Qualität bei Coop.

Das Bio-Wein-Abo von Mondovino bietet einen guten Einblick ins Bio-Wein-Sortiment von Coop.

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Text: Anne-Marie Cuttat

Foto:
Keystone
Veröffentlicht:
Montag 16.02.2015, 14:37 Uhr

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