Auch Kanarien-Mamis füttern ihre Jungen. Auf dass diese gross und stark werden.

Tierische Familienplanung

Vogelbabys? Nein, das ist keine gute Idee, findet Chantal Ritter und macht alles bereit für die Familienplanung ihrer Kanarienvögel. Doch es kommt natürlich alles anders.

Unser alter Kanarienvogel war nach längerer Krankheit verstorben. Sein Sohn, mit dem er zusammengelebt hatte, war nun alleine. «Kanarien brauchen Gesellschaft. Wir müssen ihm ein Gspänli kaufen», erklärte ich der Familie.
Kurz darauf sass ein hellgelbes, etwas scheues Weibchen im Käfig. Mit viel Geduld versuchten wir ihr Zutrauen zu gewinnen. Auch wurde sie mit allerlei Leckerbissen wie Grassamen, Früchten und Gemüse verwöhnt. Das verbliebene Männchen hatte seine Freude. Er sang und piepste den ganzen Tag und interessierte sich sehr für seine neue Mitbewohnerin.
Als der alte, jetzt verstorbene Kanarienvogel zu uns gekommen war, hatten wir genau dieselbe Situation. Er musste damals ebenfalls eine Begleitung haben und die neue Vogeldame hatte innert weniger Tage sein Herz erobert. Und innert Jahresfrist hatten wir viele Kanarienvögelchen, die wir mühsam weiterplatzieren mussten. Irgendwann verstarb Mama Kanarienvogel und unser Alter lebte zusammen mit seinem Sohn – friedlich, wie wir mit Erleichterung feststellten.

Jetzt wollten wir aber nicht wieder Junge! Ich kaufte Gipseier mit dem festen Willen, sie dem Kanarienvogelweibchen unterzujubeln, sobald es Eier legen würde. Die Tage vergingen. Das Weibchen baute sein Nest, baute es um, sass zur Probe und baute es noch einmal aus. Eine Woche lang hatte ich keine Zeit, hineinzuschauen. Dann, nach knapp zwei Wochen, sah ich die gesprenkelten Eier. Ich hatte den Moment verpasst, sie gegen Gipseier zu vertauschen.
Jetzt waren die echten Eier halb ausgebrütet und ich wollte sie nicht mehr wegwerfen.
Schweren Herzens liess ich der Natur ihren Lauf. Die Kanarienmama liess uns nicht mehr ins Nest blicken. Ich bereitete die Babynahrung vor: Eifutter, vorgekeimte Samen und andere frische Zutaten, als wir eines Tages ein feines Piepsen vernahmen: Die Babys waren da!


 (Coopzeitung Nr. 13/2014)

Sprechstunde: Fragen Sie Chantal Ritter

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Alamy
Veröffentlicht:
Sonntag 23.03.2014, 14:40 Uhr

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