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«Je höher hinauf du kommst, desto mehr Aussicht hast du»: Tobias Müller über einen der Reize des Kletterns.


Tobias Müller: «Das tust du dir nie wieder an!»

Persönlich. «Einstein»-Moderator Tobias Müller über das SRF-Schwerpunktthema Risiko und seinen Waschbrettbauch.

Coopzeitung:  Was bedeutet Ihnen das Klettern?
Tobias Müller: Für mich ist es ein Stück Freiheit. Das Einzige, was dich bindet, ist das Seil, und je höher hinauf du kommst, desto mehr Aussicht hast du. Und du konzentrierst dich voll darauf, die Wand zu bezwingen und vergisst alle Alltagsprobleme. 

Und der Nervenkitzel?
Der Nervenkitzel gehört sicher dazu. Obwohl ich mich nicht als Adrenalin-Junkie bezeichnen würde, mag ich es, wenn ich spüre, wie das Herz an einer schwierigen Stelle schneller pumpt, bevor man das Seil am nächsten Haken wieder einhängen kann.

Welche Gipfel haben Sie schon erklommen?
Ich bewundere Extremkletterer wie Ueli Steck, bin aber keiner, der die Besteigung der Eigernordwand anstrebt. Mir reicht es, mit meinen Kameraden einen Nachmittag im Klettergarten zu trainieren, wo die Felswand 25 Meter hoch ist. Darüber hinaus würde es mir mulmig.

Welches ist das grösste Risiko, das Sie in Ihrem Leben bewusst eingegangen sind?
Die meiste Überwindung kostete mich ein Bungee-Sprung von einem 80 Meter hohen Kran. Das war eine extreme Erfahrung, nach der ich das Gefühl hatte: Das tust du dir nie wieder an! Für «Einstein» habe ich einen Giftschlangenkurs besucht, obwohl ich wahnsinnige Angst vor diesen Tieren hatte. Als ich nach dem Gegengift fragte, erklärte mir der Leiter, dass es parat wäre, er es im Notfall aber lieber nicht selbst verabreichen würde. Weil der Körper oft heftig aufs Antiserum reagiert, würde er mich sofort ins Krankenhaus fahren, wo es unter kontrollierten Bedingungen injiziert würde. 

Und jetzt haben Sie noch mehr Angst vor Schlangen?
Nein, ich habe gelernt, wie man Kobras am Kopf fixiert, und vor allem, dass Schlangen Menschen nur angreifen, wenn sie keinen Fluchtweg sehen. Deshalb sollte man sich langsam zurückziehen, wenn man auf eine trifft. 

Vor welcher Lebenssituation haben Sie Respekt?
Wahrscheinlich vor der Vaterschaft. Ich wünsche mir zwar, einmal Kinder zu haben, aber ich sehe auch beim Gottenkind meiner Freundin, wie gross die Verantwortung der Eltern ist. Eine besondere Herausforderung ist dabei sicher das erste Baby, wo man – trotz der Papa- und Mama-Apps – totales Neuland betritt. 

Wie kam es zu Ihrem Wechsel vom KV in die Medienwelt?
Als ich vor der Wahl Gymnasium oder KV mit Berufsmatur stand, entschied ich mich für Letzteres, weil ich praktisch arbeiten und etwas Geld verdienen wollte. Langfristig sah ich mich aber nie in einem reinen Bürojob. Nachdem ich bei der jährlichen Turnshow unseres Turnvereins einen Moderator gespielt hatte, der bei «Wetten, dass ...?» für Thomas Gottschalk einspringen muss, riet mir ein Kollege, mich bei Lokalradios zu bewerben. So landete ich 2002 bei Radio Ri.

Welches waren Ihre bisher eindrücklichsten Erlebnisse als Versuchskaninchen bei «Einstein unterwegs»?
Ausser dem Giftschlangenkurs war das die tollkühne Fahrt auf einer Art Skeletonschlitten durch den St. Moritzer Cresta Run und die Simulation dessen, was ein Paralympics-Skifahrer sieht, der die Piste mit nur noch vier Prozent Sehkraft bewältigt. Das Sichtfeld meiner Skibrille wurde auf das Loch eines Lochers eingeengt. Innert kurzer Zeit fühlte ich mich hundeelend, weil ich total die Orientierung verloren hatte!

Verändern diese Erfahrungen Ihren Alltag?
Auf jeden Fall. Bevor ich bei einem Experiment zum Thema Sekundenschlaf realisierte, dass alle Tricks nichts nutzen und auch ich irgendwann den Kampf gegen den Schlaf verliere, bin ich manchmal übermüdet Auto gefahren, weil ich meine damalige Freundin in Deutschland besuchen wollte. Das war fahrlässig, aber ich hatte Glück. Wenn ich heute nach einem Wochenende in Mels auf dem Weg nach Zürich merke, dass ich eine Krise habe, bitte ich meine Freundin Sara sofort, das Steuer zu übernehmen. 

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«Ich gebe unumwunden zu, dass ich eitel bin»»

Sara Hildebrand steht als «glanz& gloria»-Moderatorin wie Sie im Rampenlicht. Ist das für Sie als Paar ein Vor- oder Nachteil?
Wenn wir zusammen unterwegs sind, ist die Wahrscheinlichkeit schon hoch, dass mindestens einer von uns erkannt wird und wir uns beobachtet fühlen. Sogar in unseren letzten Ferien auf Bali ist uns das passiert, weil wir Schweizer im Hotel hatten. Positiv ist, dass wir beide schon mit diesen und anderen Herausforderungen unseres Berufs vertraut sind.

Sie zählen zu den bestaussehenden Moderatoren des Schweizer Fernsehens. Was tun Sie dafür?
Ich gebe unumwunden zu, dass ich eitel bin. Die definierte Muskulatur stammt aber nicht aus dem Fitnesscenter, sondern von meiner zweiten sportlichen Passion, dem Kunstturnen. Und obwohl Sara meint, es wäre ihr egal, wenn ich mal ein Bäuchlein hätte, sage ich immer: Den Waschbrettbauch will ich noch lange behalten! Auch, wenn das jedes Jahr schwieriger wird ...

… als Synchronschwimmer für die Sendung Einstein:



… als Turner im Zirkus «Salto Natale»:

Tobias Müller

Beruf: TV-Moderator und -Redaktor 
Geburtsdatum: 23. Juni 1983 in Mels 
Zivilstand: liiert mit «glanz & gloria»-Moderatorin Sara Hildebrand (26)
Wohnort: Zürich
Laufbahn: 2002 KV mit Berufsmaturität, danach Redaktor, Moderator und Studioleiter bei Radio Ri beziehungsweise FM1, 2009 Tele Ostschweiz. Begleitend: Diplomlehrgang Journalismus am MAZ und Masterstudiengang an der HTW Chur. Seit 2011 Moderator bei «Einstein» (Donnerstag, 21 Uhr, SRF1). Aktuell: Schwerpunktwoche zum Thema Risiko auf Radio und Fernsehen SRF mit der «Einstein»-Sendung über Risiko im Strassenverkehr und wo das Risiko im Gehirn sitzt (29. August).

Welches Buch liegt grad auf Ihrem Nachttisch?
Elefanten im All von Astrophysiker Ben Moore.

Welches ist Ihr Lieblings-Romanheld?
David Hunter, forensischer Anthropologe. Er ist die Hauptfigur in mehreren Thrillern des britischen Autors Simon Beckett.

Und welche Vorbilder haben Sie in der Wirklichkeit?
Meine Eltern.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
The Great Gatsby.

Und welchen Film würden Sie gerne wieder einmal sehen?
E.T.

Ihr Lieblings-Filmheld?
Indiana Jones

Was für Musik hören Sie gerade?
Ich höre meistens Radio.

Welche CD würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?
Ein spannender Hörbuch-Thriller.

Mit welchem Musiker würden Sie gerne einmal einen trinken?
Herbert Grönemeyer.

Was kochen Sie selbst?
Meine eigene Variante von Risotto mit fein gehackten Bündnerfleisch-Stückchen, getrockneten Tomaten, Oliven und einigen Eiern, die kurz bevor der Reis gar ist, dazugegeben werden.

Ihre Lieblingsspeise?
Ein richtig guter Hamburger mit knackigem Salat, frischen Tomaten, gutem Rindfleisch, Speck und einem Spiegelei.

Ihr Lieblingsgetränk?
Ice Tea.

Mit wem essen Sie am liebsten?
Mit Freundin und Freunden.

Und wo essen Sie am liebsten?
Irgendwo in der Natur an einem Lagerfeuer.

Mac oder PC?
PC.

Auto oder Zug?
Auto.

Wein oder Bier?
Bier.

Pasta oder Fondue?
Pasta.

Joggen oder Walken?
Joggen.

Berge oder Meer?
Ich bin zwar ein Bergkind, aber liebe als passionierter Taucher trotzdem das Meer über alles.

Wann haben Sie zuletzt geweint? 
Beim Tod meiner Grossmutter.

Wie bringt man Sie zum Lachen? 
Wenn ich als Beifahrer keinen Platz habe, um die Autotür zu öffnen und mich deshalb elegant über den Fahrersitz zu schwinge versuche, dabei aber hängen bleibe und auf allen Vieren lande. Welches Tier wären Sie am liebsten? Ein Bär – aber nach Möglichkeit nicht einer im Bündnerland.

Wovon träumen Sie? 
Von einem eigenen Haus mit grossem Gartenteich.

Was ist für Sie das grösste Glück? 
Jeden Morgen mit Freude an die Arbeit zu gehen.

Diese 25 Fragen haben wir auch anderen prominenten Persönlichkeiten gestellt. Lesen Sie, was diese geantwortet haben!

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Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Christoph Kaminski
Veröffentlicht:
Freitag 30.08.2013, 17:46 Uhr

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